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Jahrgang 10 (1918) (13)

Bibliographic data

Periodical

Persistent identifier:
Inter
Title:
Internationale Sammler-Zeitung
Document type:
Periodical
Collection:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Periodical volume

Persistent identifier:
Inter_1918_10_13
Title:
Jahrgang 10 (1918)
Volume No:
13
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Document type:
Periodical volume
Collection:
Internationale Sammler-Zeitung
Edition title:
[Electronic ed.]

Article

Title:
Chronik
Document type:
Periodical
Structure type:
Article

Contents

Table of contents

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 10 (1918) (13)
  • Title page
  • Die Versteigerung des Trübner-Nachlasses
  • Ein Doppelgänger Dürers
  • Die Versteigerung der Galerie Gaston v. Mallmann
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Full text

Nr. 13 
Internationale Sammler-Zeitung 
Seite 119 
im neuen Hefte des Jahrbuchs der preußischen Kunstsamm 
lungen. Das Stück gehört zu einer Gruppe von kirchlichen 
Altertümern, die schon von Alters her als Reliquien des Sachsen 
führers Widukind, des Gegners Karls des Großen, bekannt 
sind. 785 empfing Widukind in Attingny in der Champagne 
die Taufe, und damals überreichte ihm Karl der Große Paten 
geschenke. Schon alte Quellen bringen diese mit dem Schatz 
in Zusammenhang, der sich in Enger, einer Gründung Kaiser 
Ottos I., befand. Das Reliquiar, das nur 16 Zentimeter hoch ist, 
zeigt nun einen Holzkern in der ungefähren Gestalt einer Hand 
tasche mit Bügel und ist auf drei Seiten mit vergoldetem 
Silber, auf einer Breitseite mit Goldblech beschlagen. Auf 
diesen Seiten erscheinen, mit dem Treibhammer gearbeitet, 
Figuren. Da sieht man den segnenden Heiland, Maria mit dem 
Kinde, Apostel, Engel. Rosenberg führt an Hand der Zellen 
schmelzornamente, die das Stück farbenprächtig umgeben, 
den Nachweis, daß diese Kostbarkeit in karolingischer Zeit im 
burgundisch-alemannischen Gebiet entstand. Danach kann es 
sehr wohl ein Geschenk für Widukind bei seiner Taufe 
gewesen sein. 
(Die Kopenhagener Gemäldegalerie) ist in jüngster 
Zeit um mehrere Reihen wertvoller Bilder bereichert worden. 
Eines der kostbarsten Stücke darunter verdankt sie dem 
dänischen Kunstgewerbeverein. Es handelt sich dabei um einen 
Ruysdael, einen Eichenwald darstellend. Das Werk, das 
aus den jüngeren Jahren des Meisters stammt, wird als ganz 
hervorragend geschildert. Bisher hatte die Kopenhagener 
Sammlung keinen Ruysdael von Bedeutung. Von Tocquet 
hat die Gemäldesammlung ein Porträt erworben, nämlich eine 
Darstellung des Adeligen Frederik de Berregaard, der in der 
Mitte des XVIII. Jahrhunderts in Paris als Diplomat tätig 
war. Aus der Versteigerung Kauffmann in Berlin hat die 
Kopenhagener Sammlung einen alten Spanier aus dem Jahre 
1740 erworben, ein vortreffliches Bild, das Paulus und Jakob 
darstellt; als Geschenk aus Berlin hat sie eine Landschaft von 
Esaias van den Velde bekommen. Weiter sind gegenwärtig in 
der Gemäldesammlung ein paar neue Bilder ausgestellt, die sie 
als Leihgaben aus der Privatsammlung des Direktors Heilbuht 
erhalten hat. Das hervorragendste Stück darunter ist ein 
Rembrandt, ein Studienkopf zu einem der Richter auf dem 
Susannenbilde aus dem Jahre 1647, das in Berlin hängt. Weiter 
gehören zu diesen Leihgaben zwei Werke von Frans Hals. 
Das eine davon ist ein in kleinen Maßen, aber hervorragend 
ausgeführtes Porträt eines Mannes, der wie ein Priester aus 
sieht, und stammt aus der Versteigerung der Gumprecht- 
schen Sammlung in Berlin. Das andere, gleichfalls ein männ 
liches Bildnis, ist in Amsterdam erworben worden. 
Vom Kunstmarkt. 
(Sammlung Dr. Georg Hirth, München.) Der 
am 9. Juli zur Versteigerung kommende dritte Teil der Samm 
lung Dr. Georg Hirth bietet in erster Linie eine überaus reich 
haltige Sammlung Möbel aller Art, so Truhen, Schränke, 
Sekretäre, Kommoden, Stühle, Bänke, Tische, Konsoltische, 
ferner ganze Vertäfelungen und Zimmereinrichtungen mit 
Spiegeln, Wandleuchtern und Konsolen in einer Mannigfaltig 
keit und Qualität, wie sie wohl kaum noch in einer deutschen 
Privatsammlung anzutreffen sind. Ans dieser reichen Abteilung 
seien nun besonders hervorgehoben eine reich eingelegte Ver 
täfelung nebst Truhen und Stühlen aus der bekannten schwäbi 
schen Abtei Ochsenhausen, eine vollständige Empiregarnitur 
mit reichen Bronzebeschläg aus einem Schloß in Schleswig- 
Holstein und holzgeschnitztc vergoldete Vertäfelungen des 
Rokoko und des Klassizismus. Eingelegte Re naissancekästchen, 
süddeutsche Truhen, rheinische Stollenschränke, gewaltige 
süddeutsche Architckturschiänke mit mannigfaltigen Einlege 
arbeiten und Schnitzereien, sowie bayerische und fränkische 
Schränke vom Ende des 17. Jahrhunderts bis zum Ausgang des 
18. Jahrhunderts, dazu Sekretäre, Vitrinen und Tische mit 
Einlegearbeit in den verschiedensten Materialien bezeugen die 
Mannigfaltigkeit der Sammlung. Eine Ausnahmestellung 
nehmen die zahlreichen Konsoltische, Wandvertäfelungen, 
Konsolen, Spiegeln und Türen des süddeutschen Rokoko ein, 
das sich an die Namen Effner und Cuvillees knüpft, Werke, die 
Daniel Burckhardt bei Besichtigung der Residenz in München 
das herrlichste Rokoko nannte, das auf Erden vorhanden sei. 
Demgegenüber tritt die Abteilung „Keramik", die den 
Glanzpunkt der früheren Versteigerung Hirth bildete, zurück. 
Meißen, Höchst und Nymphenburg sind immerhin mit einigen 
guten Stücken vertreten, ebenso ostasiatisches Porzellan. Fünf 
große Öfen vollständig erhalten, Renaissance und Rokoko, 
geben auch dieser Abteilung eine besondere Note. Das Gebiet 
der Plastik zählt nur wenige, darunter aber einige ganz 
hervorragende Stücke, so zwei antike Marmorbüsten und vom 
Anfang des 16. Jahrhunderts das Relief eines jugendlichen 
Reiteis sowie zwei knieende Engel, holzgcschnitzt in alter 
Fassung, beides norditalische Arbeiten. Von anderen Ab 
teilungen erwähnen wir unter den Gemälden, fast alle in 
Originalrahmen, nur die Namen Jakob Bassano, Arnold von 
Boonen, Daniel Caffe, Wilhelm von Kau Ibach, Peter 
Lely. Hauptwerke von Georg de Mar6es, Oefele, Schenau, 
Lorenz Strauch, Bernardo Strozzi, ein Selbstporträt von 
Johann Heinrich Tischbein, Vivien und Januarius Zick 
mit drei vorzüglichen Arbeiten. Miniaturen, englische und 
französische Farbstiche schließen sich an. Den Beschluß bilden 
die Textilien, darunter unter den Gobelins ein flandrischer von 
außerordentlicher Schönheit, leider zertrennt, dann die be 
kannten Teppiche aus der Schottenkirche zu Regensburg, eine 
große Anzahl sehr gut erhaltener orientalischer Teppiche, meist 
des 18. und 19. Jahrhunderts, und eine reichhaltige Auswahl von 
Stoffen und Kissen. Der von Dr. Buch heit verfaßte Katalog 
mit 120 Lichtdrucktafeln ist zum Preise von M 30.—* durch die 
Galerie Helbing in München zu beziehen. 
(Zur Sitten- und Kostümgeschichte Altwiens 
und Altösterreichs.) Bei der schon gemeldeten Auktion 
(siehe Nr. 12) wurden weiters folgende Preise erzielt: 
Österreichische historische Blätter. Nr. 127, Die 
stürmende Eroberung von Türkisch-Sabatz, K 120; Nr. 128, 
Prospekt von Kayserlich und Türkisch-Dubicza, K 500; Nr. 132, 
Schlacht bey Martinestie, K 100; Nr. 134, Josef des II. letzte 
Rede, K 330; Nr. 140, Leopold II. im Zirkel seiner Familie, 
K 230; Nr. 141, Die Damen umgürten die Ritter vor dem 
Caroussel usw., K360; Nr. 142, DasCaroussel,Löschenkohl 1791, 
K 320; Nr. 143, Der Friedenskongreß in Szisztow, 1< 310; 
Nr. 149, Schlacht bei Aspern, F. v. Habermann, del. Pucherna sc, 
K 220; Nr. 150, Erstürmung des Kirchhofes von Aspern, 
Pucherna sc., K 215; Nr. 157, Schraubenmedaille auf die 
Alliierten, K 100; Nr. 160, Erinnerungsblätter and ie Krönung 
in Preßburg, K 230; Nr. 161, Erinnerungsblatt, Fundion am 
Königsberg, K 240; Nr. 162, Eidesleistung am Barmherzigcn- 
platz, K 250; Nr. 165, Winterkampagne des Graf Schlickschen 
Armeekorps, in Oberungarn, K 200; Nr. 166, Armeebulletins 
aus dem ungarischen Feldzuge, 1848/49, K 290; Nr. 169, 
Biwak nach dem Gefechte bei Schwechat. K 225. 
Österreichische Porträts. Nr. 178, Christine Fürstin 
Golloredo-Mansfeld, K 220; Nr. 181, Gabriele Fürstin Dietrieh- 
stein, K 150; Nr. 182, Anton Paul Fürst Esterhazy, K 110; 
Nr. 190, Heinrich Füger, K 290; Nr. 191, Josepha Füger, K 300; 
Nr. 196, Erzherzog Johann von Österreich, K 105; Nr. 200, 
Erzherzog Karl, K 210; Nr. 201, Ders., K 230; Nr. 204, Gräfin 
Therese Kinsky, K 210; Nr. 208, Laudon, K 270; Nr. 209,, 
Kaiser Leopold II., K 110; Nr. 210, Ders., K 105; Nr. 211, 
Fürst Alois Josef Liechtenstein, K 330; Nr. 214, Erzherzogin 
Marie Klementine, K 250; Nr. 215, Erzherzogin Maria Theresia,.
	        

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“Jahrgang 10 (1918).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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