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Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 5, 6 und 7)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
Inter
Titel:
Internationale Sammler-Zeitung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
Inter_1918_10_20
Titel:
Jahrgang 10 (1918)
Bandzählung:
20
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Titelseite

Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Titelseite

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kunst und Kunsthandwerk
  • Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 5, 6 und 7)
    Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 5, 6 und 7)
  • Einband
  • DAS STEIRISCHE GOLDSCHMIEDEHANDWERK BIS INS XIX. JAHRHUNDERT
  • NÜRNBERGER MESSINGGERÄT
  • AUS DEM WIENER KUNSTLEBEN
  • KLEINE NACHRICHTEN
  • MITTEILUNGEN AUS DEM K. K. ÖSTERREICHISCHEN MUSEUM
  • LITERATUR DES KUNSTGEWERBES
  • Werbung
  • Einband

Volltext

heftigem Streit mit der Festungsgarnison, den „Gwardisoldatenß „die mit 
ihren Arbeiten die Stadtleute bedienten und durch ihre Fretterei-Arbeit den 
bürgerlichen Handwerkern ihr Stück Brod wegnahmen". Wiederholt schritt 
der Stadtrichter mit seinen Soldaten ein und nahm den Festungssoldaten 
ihre Arbeiten, das Arbeitsmaterial und ihre Werkzeuge weg, mußte sie aber 
auf kaiserlichen Befehl immer wieder zurückgeben. Ein Gutachten der 
I-Iofkammer vom 28. Juli 1694 über einen solchen Streit sagt: „Es ist er- 
wiesen, daß früher die Schloßgwardi ungehindert das Handwerk mit Ge- 
sellen getrieben und auf den Wochen- und Jahrmärkten in der Stadt Stände 
aufgerichtet und öffentlich ihre Arbeiten feil geboten hat, weil sie von ihrer 
Gage nicht leben können und der Sold zu gering ist." Es wird gebeten, 
das bürgerliche Handwerk abzuweisen und die Schloßsoldaten bei ihren 
Privilegien zu beschützen. Die bürgerlichen Zünfte gaben aber nicht nach 
und erreichten endlich zum Teil ihre Wünsche. Mit kaiserlicher Resolution 
vom 28. Februar 1703 wurde sowohl den Schloßsoldaten, den kameralischen 
und landschaftlichen Konstablern und Handwerkern „wie auch von anderen 
geistlichen und weltlichen Herrn Bedienten" infolge einer vom Grazer 
Magistrat geschehenen Beschwerde „alle an fremde Ort und außern Haus 
machende Arbeiten verboten". Sie durften wohl Arbeiten annehmen, aber 
keinen Schild aufhängen und nicht mehr Gesellen und Lehrjungen halten. 
Auch die Erteilung von landschaftlichen Protektionen und die Stände und 
Laden im Landhause wurden untersagt. Den bürgerlichen Zünften wurde 
aufgetragen, „die abgängigen Meisterschaften zu ersetzen, sich mit genüg- 
samben Gesellen zu versehen, nicht übermäßige Preise zu verlangen und 
gegen die Nobili allda größeren Respekt zu tragen". Die späteren I-Iofdekrete 
vom n. Dezember 1703 und 8. Februar 1704 sagen aber, „daß den Befehlen 
schlecht nachgelebt werde, derentwegen die Parteien gemüesigt sind, 
immerfort mit Beschwerden zu kommen", weshalb nochmals an die kaiser- 
liche Resolution vom 28. Februar 1703 erinnert wurde. Aber noch am 
9. Februar 1707 Finden wir im Meisterbuch der Grazer Goldschmiedeinnung 
eine Eintragung, nach welcher „in Causa der Trabanten" beschlossen 
wurde: „Wofern ein Kunstgenosse oder Goldschmied den Trabanten Gold 
oder Silber (zum Arbeiten) verkauft oder ihnen Arbeit zu machen gibt, solle 
er in Strafe verfallen seyn mit 20 Thaler ohne Widerrede." 
Mit der Besprechung der Goldschmiede beginnend, finden wir, chrono- 
logisch vorgehend, gleich am Anfange des XVIII. Jahrhunderts einen der 
tüchtigsten und geschicktesten Silberarbeiter namens Leopold Vogtner. Er 
war nach den Ehematriken der Stadtpfarre Graz der Sohn des Martin 
Vogtner, „eines Ziegelmeisters unter der Herrschaft Klosterneuburg in 
Österreich". 
Nach dem Meisterbuche der Grazer Innung hatte er vier Jahre bei 
Johann Friedrich Strohmayr, dem uns von früher bekannten landschaftlichen 
Silberarbeiter, als Geselle gearbeitet, hatte sich am 6. Dezember 1707 um 
ein Silberarbeiterjus beworben und die üblichen drei Jahre „Zeitarbeit"
	            		
"IJ angetreten, die er „seines Wohlverhaltens als Geselle wegen" bei seinem alten Meister verbringen durfte. Aber schon nach 13 Monaten, am 2. Jänner 1709, wurde ihm das in den gebräuchlichen drei Monaten fertigzustellende Meisterstück, bestehend aus „einem getriebenen silbernen Kelche, einem Ringe mit einem gefaßten Stein und einem Siegel mit einem vierfüßigen Thier" aufgegeben, nachdem er sich mit der Innung abgefunden hatte, für die nachgelassene Zeit (die zu den drei Jahren „Zeitarbeit" noch fehlte) 90 Gulden in die Lade zu zahlen. Bald darauf ist er zum Meister angenommen worden. Vom 17. Juni 1716 bis zum Jahre 1725 ist Leopold Vogtner Unter- vorsteher und dann bis zum Jahre 1731 Obervorsteher der Innung gewesen. Aus seinem Privatleben wissen wir, daß er bei der I-Iauptkompagnie der damaligen 400 Mann starken Bürgergarde Feldwebel war, daß er am 6. Juli 1728 bei den Erbhuldigungen 'der kaiserlichen Majestät die gezie- mende Aufwartung getan und hiebei mit dem Leutnant Goldarbeiter Josef Verzi und 18 anderen Offizieren die Speisen aufgetragen hatte. Er war viermal verheiratet und ist am 19. August 1743 gestorben. Aus den Steuer- tabellen des Statthaltereiarchives erfahren wir, daß er unbehauster Bürger war und daß nach seinem Tode vom Jahre 1743 bis 1748 sein Gewerbe in Abwesenheit des Sohnes Joachim Vogtner nicht betrieben wurde. Nun wollen wir einiges über die uns bekannten Arbeiten Leopold Vogtners berichten. In den Grazer Hofkammerakten lesen wir, daß er am 12. November 1720 „wegen Reparatur und Vergoldung von 6 Hof- kammerbotenschildern", zu welcher Arbeit er 31,", Lot Silber und Gold gegeben, 30 fl. 44 kr. ausgezahlt erhalten hat. In Jakob Wichners Büch- lein über Admont ist eine längere Reihe von Arbeiten aufgezählt, die dieser Meister vom Jahre 1711 bis 1740 dem Kloster geliefert hatte. Im Jahre 1711 machte er ein silbernes, vergoldetes Pastorale im Gewichte von 7 Mark 2 Lot, wobei er pro Lot 16 kr. Macherlohn rechnete. Im nächsten Jahre lieferte er ein silbernes Portaline. Im Jahre 1730 ver- fertigte er zwei silberne, vergoldete Gießkannen im Gewichte von 5 Mark und erhielt hiefiir nach Abzug des ihm gegebenen Silbers 49 H. Das darauffolgende Jahr verkaufte er dem Kloster ein silbernes Vortragkreuz im Gewichte von 5 Mark 1o Lot, die Mark samt Macherlohn um 21 fi., dazu für Vergoldung 6 H. und für den 6 Mark 10 Lot schweren Stab 87 H. 6 kr., macht zusammen 211 fi. 26 kr. Zu gleicher Zeit bekam er für eine silberne Versehkapsel 8 fl. 37 kr. Eine andere Post erzählt uns, daß im Jahre 1732 „aus des Leopold Vogtner kunstreicher Hand" eine 6 Mark 14 Lot schwere Monstranz von Probsilber für die Kirche in Kammern um 89 f]. geliefert wurde. Im nächsten Jahre ließ der Abt von ihm wieder eine Monstranz um 79 fl. und ein paar silberne Meßkännchen und im Jahre 1734 ein vergoldetes Tabernakelkreuz anfertigen. Ein paar-Jahre später, anno 1737, lieferte unser Meister dem Kloster einen Kelch und ein Ziborium und die letzte Post berichtet uns, daß er im Jahre 1740 für das Vergolden einer kupfernen Krone 9 H. erhalten hat. Von diesen zahlreichen Arbeiten des

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