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Jahrgang 10 (1918) (20)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
Inter
Titel:
Internationale Sammler-Zeitung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
Inter_1918_10_20
Titel:
Jahrgang 10 (1918)
Bandzählung:
20
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Artikel

Titel:
Wie sammle ich?
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 10 (1918) (20)
  • Titelseite
  • Wie sammle ich?
  • Wiener Notgeld
  • Der Hildesheimer Silberfund
  • Wiener Gemäldeauktion
  • Ein Bologneser Sammler des 17. Jahrhunderts
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Volltext

Seite 176 
Internationale Sammler-Zeitung 
Nr. 20 
schichte, welchen „Läuterungsprozeß der im Jahre 1915 
verstorbene große amerikanische Sammler P. A. B. 
Widener durchzumachen hätte. Erst von schlechten 
Leuten ausgebeutet, dann aber ehrlich beraten, ist 
zu er seinem wundervollen Kunstbesitze gekommen. 
Widener ließ zwei Prachtkataloge seiner Sammlung 
erscheinen, den ersten 1900, den zweiten kurz vor 
seinem Tode. Vom letzteren ist aber nur noch der erste 
Band, der die flämischen und holländischen Gemälde 
enthält, herausgekommen. 
Der erste Katalog war an sich schon ein Kunstwerk. 
Alle Bilder sind in Heliogravüren auf schwerem ja 
panischen Papier reproduziert. Aber schon alsbald 
nach seinem Erscheinen ergab sich, daß er ungeeignet 
sei, da sich sofort daraus ersehen ließ, wie schlimm 
Widener von gewissenlosen Händlern hintergangen 
worden war. Zahlreiche Bilder erwiesen sich als moderne 
Fälschungen, deren Farbe noch kaum trocken war, 
andere stellten sich als Kopien heraus, noch andere 
/Meisterwerke“ waren von Schülern gemalt. 
Nun sind aber die Amerikaner, auch wenn sie selber 
keine Kennerschaft besitzen, doch schlau genug, um 
sofort zu merken, falls sie die Betrogenen sind. Wenn 
ihre Scnätze in allen Büchern über Kunst totgeschwiegen 
werden oder sachverständige Besucher immer wieder 
über dieselben kein einziges lobendes Wort zum Be 
sitzer sagen, während er sie herumführt, dann schöpfen 
sie Argwohn. Sie erkundigen sich, schreiben den Autoren 
Briefe und fragen, wie kommt es, daß meine Rem- 
brandts, Constables oder Delfter Vermeers nicht in 
ihren grundlegenden Büchern über diese Meister auf 
genommen sind, worin Sie doch alle Werke dieser 
Künstler aufzuführen oder abzubilden behaupten ? 
Wenn dann die Autoren rund heraus ihre Meinung 
sagen und antworten: Das Original Ihres Constable 
hängt bei Pierpont Morgan, dasjenige Ihres Rembrandt 
bei einem der Rothschilds in Paris und alle Ihre Ver 
meers sind nicht einmal einen Blick wert, dann gehen 
diesem Sammler plötzlich die Augen auf und sie be 
ginnen auch an der Echtheit ihrer übrigen Schätze zu 
zweifeln. 
Als richtiger Amerikaner hat nun aber Widener 
keineswegs den Mut verloren, als er die Entdeckung 
machen mußte, daß er an Personen, die bisher sein 
vollstes Vertrauen genossen hatten und wie Kinder 
des Hauses bei ihm ein- und ausgegangen waren, 
Millionen für falsche oder minderwertige Bilder bezahlt 
hatte. Trotz seiner mehr als 70 Jahre setzte er mit 
fester Hand das Messer an seine Sammlung. Alles, 
was der Kritik nicht standgehalten, wurdä entfernt 
und Neues angekauft, nun aber von zuverlässigen 
Händlern und nur noch altbeiühmte und bekannte 
Bilder. Von den 83 holländischen und flämischen 
Stücken, die der Prachtkatalog von 1900 verzeichnet, 
finden sich im neuen nur noch 23 wieder. Alle sogenann 
ten Memlings, Capelles, Cuyps, van Dycks, Rembrandts, 
Metsus, Potters, Ruisdaels, Vermeers, die der Kritik 
zum Opfer gefallen waren, wurden entfernt und durch 
Stücke von beinahe ausschließlich allererstem Rang 
ersetzt. Nun zählt die Sammlung nicht weniger als 
fünf Bilder von Frans Hals, drei von Hobbema, sieben 
von A. van Dyck sowie zehn von Rembrandt und da 
neben je ein bis zwei Prachtstücke von beinahe allen 
anderen Großmeistern der holländischen Schule. Zu 
sammenfassend läßt sich also sagen, daß ein Sammler 
zwar weder ein Händler noch ein Kunstgelehrter zu 
werden oder zu sein braucht, aber es kann ihm nur zum 
Nutzen seiner Sammlung gereichen, wenn er bis zu 
gewissem Grade nicht nur fach wissenschaftlich auf 
der Höhe ist, sondern auch über den Handel mit Kunst 
werken sowie die Methoden zu ihier Erhaltung und 
Pflege etwas Bescheid weiß. Auf diese drei Gesichts 
punkte ist in Martins Buch besonderer Nachdruck 
gelegt worden, weshalb es namentlich werdenden 
Sammlern aufs wärmste empfohlen werden darf. 
Wiener Notgeld. 
Die Stadt Wien, die während des Krieges nie Not 
geld auszugeben sich entschließen konnte, hat sich 
jetzt, wo der Krieg zu Ende geht, durch den herrschen 
den Mangel an Banknoten veranlaßt gesehen, Notgeld 
zu emittieren. Sie gibt Kassenscheine zu K 5-—, 20-—, 
50— und 100— aus, und zwar werden die Fünfkronen 
scheine den Anfang machen. Interessant ist, daß Wien 
auf den Scheinen nicht mehr als „Haupt- und Residenz 
stadt“, wie bisher, sondern bloß als „Stadtgemeinde“ 
bezeichnet ist. Die Scheine zeigen verschiedene Größen, 
die Fünfkronenscheine sind etwa so groß wie die Zehn 
kronenbanknoten. Je größer der Wert, desto größer 
werden die Kassenscheine, die aus holzfreiem Doku 
mentenpapier hergestellt werden, und auf grauem 
Wellengrund in schwarzer, violetter und anderen Farben 
die Wertbezeichnung sowie den Text enthalten, der 
von Randleisten umgeben ist. 
Die Aufschrift auf den Fünfkronenscheinen lautet: 
„Kassenschein der Stadtgemeinde Wien über fünf 
Kronen. Die Gemeinde Wien haftet für diese Verbind 
lichkeit mit ihrem ganzen beweglichen und unbeweg 
lichen Vermögen.“ Folgen die Unterschriften, und zwar 
in der Mitte der Bürgermeister, links einer der drei 
Vizebürgermeister, rechts einer der vier ältesten Stadt 
räte. Auf den Fünfkronenscheinen zeichnen Vizebürger 
meister Hierhammer und Stadtrat Leopold Tomola. 
Die Rückseite der Kassenscheine enthält folgenden 
Text: „Kassenschein der Stadtgemeinde Wien. Durch 
die augenblickliche Bargeldnot gezwungen, gibt die 
Gemeinde Wien auf Grund des Gemeinderatsbeschlusses 
vom 25. Oktober 1918, P. Z. 10.540, zur Erfüllung 
ihrer Barzahlungsverpflichtungen Kassenscheine bis 
zum Gesamtbeträge von 50 Millionen Kronen aus.“ 
Der weitere Text betrifft die Einlösetermine (vom 
1. Jänner bis 28. Februar) und den Hinweis: „Die 
Nacnahmung dieser Kassenscheine wird gesetzlich 
bestraft.“ 
Die Fünfkronenscheine sind mit schwarzer Farbe 
gedruckt, die Zwanzigkronenscheine mit violetter, die 
Hundertkronenscheine in blauer Farbe. Die Scheine 
zeigen verschiedene Ornamente, den Stadtadler, Lor 
beerkränze, umrahmte Wertziffem, den Kopf der 
Vindobona, Festons usw. Sie werden unter Aufsicht 
einer Anzahl voo Beamten der Stadtbuchhaltung ge 
druckt. Man rechnet damit, daß mindestens eine 
Million des Kriegsgeldes in den Händen der zahlreichen 
Sammler verschwinden wird, die seit Beginn des Krieges 
alle Sorten von Kriegsgeld, Marktgeld und Lagergeld 
(aus den Kriegsgefangenenlagern) sammeln und als 
Erinnerung an den Weltkrieg aufbewahren.
	        

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“Jahrgang 10 (1918).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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