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Jahrgang 10 (1918) (20)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
Inter
Titel:
Internationale Sammler-Zeitung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
Inter_1918_10_20
Titel:
Jahrgang 10 (1918)
Bandzählung:
20
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Artikel

Titel:
Ein Bologneser Sammler des 17. Jahrhunderts
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 10 (1918) (20)
  • Titelseite
  • Wie sammle ich?
  • Wiener Notgeld
  • Der Hildesheimer Silberfund
  • Wiener Gemäldeauktion
  • Ein Bologneser Sammler des 17. Jahrhunderts
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Volltext

Nr. 20 
Internationale Sammler-Zeitung 
Seite 173 
Albani und Tibaldi hatten die Bologneser Schule 
weltberühmt gemacht, und Lodovico Carracci selbst 
half dem Mäzen aus dem ehrsamen Handwerkerstande 
bei der Auswahl der Bilder, die freilich von den Nach 
kommen Risis verkauft wurden und sich jetzt in ver 
schiedenen Museen Europas befinden. 
Malaguzzi-Valeri war bemüht, festzustellen, wo 
jetzt jene Gemälde h ingen, die das Auge des bürger 
lichen Kunstfreundes aus dem 17. Jahrhundert mit 
liebevollem Kennerblick betrachtet hatte, und weist 
nach, daß die folgenden Werke der Sammlung Risis 
entstammen: 
Agostino Carracci, Landschaft mit Venus und 
Adonis, im Fitzwilliam-Museum zu Cambridge. 
Annibale Carracci, Landschaft mit mytho 
logischer Staffage, im Wiener Hofmuseum. 
Tizian, Bildnis eines jungen Mannes mit Hand 
schuhen, im Louvre. 
Gianbellino, Madonna in Sammlung Morelli 
zu Brescia. 
Der gelehrte Verfasser beschränkt sich aber nicht 
auf das rein Kunsthistorische, sondern gibt zu seiner 
interessanten Vei offentlichung ein fesselndes Bild aus 
dem gesellschaftlichen Leben des Bologna des 17. Jahr 
hunderts. 
Chronik. 
Bibliophilie. 
(Ein teueres Strindberg-Buch.) In Stockholm hat 
dieser Tage eine Versteigerung von Bücherseltenheiten statt 
gefunden, bei der insgesamt 1039 Bücher mit K 24.536 bezahlt 
worden sind. Den höchsten Preis, K 2635 erzielte ein Buch 
von Strindberg. Dabei handelt es sich freilich um eine 
wirkliche Seltenheit, nämlich ein Exemplar der als Manu 
skript gedruckten Komödie „Marodeure“, die 1886 in nur 
zehn Exemplaren veröffentlicht worden ist. Dieses Werk hat 
Strindberg dann umgearbeitet; 1887 erschien es in neuer 
Gestalt und mit dem neuen Titel „Kameraden“. Unter diesem 
ist es 1910 zum erstenmal in Schweden und später auch ander 
wärts über die Bühne gegangen. 
(Bibliothek Hofrat Dr. Schulz von Straßnitzky.) 
Die Auktion der Bibliothek Hofrat Dr. Schulz von Straß- 
nitzky, die Franz Malota in Wien durchführte, hatte guten 
Erfolg, Nennenswerte Preise erzielten: Nr. 23 Barthel, Eu- 
morphea K 40—; Nr. 44, Blavatsky,. Die Geheimlehre, K 11 i; 
Nr. 20, Contes de Boccace, K 200; Nr. 47, Böhme, Betrachtung 
göttlicher Offenbarung, Amsterdam 1682, K 80—; Nr. 60, 
Burnett, Plantae utiliores, K 250; Nr. 86, Pages and pictures 
from the writings of Cooper, K 60-—; Nr. 102, Dictionarium 
chaldaicum, 1527, K 110; Nr. 113, Curtius Rufus, Elzevirana, 
1670, K 65—; Nr. 119, Ex libris - Gesellschaft, Österr., vierte 
und fünfte Publikation, K 80—; Nr. 148, Goldoni, Drammi 
giocosi per musica, Venezia 1794/95, K 84—; Nr. 168, Histoire 
amoureu.se, Paris 1820, K 100; Nr. 189, Old Nick et Grandville, 
Paris 1843, K 190; Nr. 191, Hamerton, Etching und Eichers, 
K 100; Nr. 200, Kleist, Der zerbrochene Krug, mit 30 Illu 
strationen und 4 Photographien von A. Menzel, K 80—; 
Nr. 213, Ludwig Richter, Deutsches Balladenbuch, K 150; 
Nr. 219, Vecellio, Costumes anciens et modernes, K 120; 
Nr. 350, Ströckl, Eger und das Egerland, K 75—-; Nr. 465, 
Neues Testament Jesu des Gesalbten, zirka 1791, K 100; 
Nr. 575, Album der Wohltätigkeit, Wien 1841, K 110; Nr. 680b, 
Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft, I—XXV, K 200; 
Nr. 736, Kant, Beobachtungen über das Gefühl des Schönen etc., 
Riga, bey Fr. Hartknoch, 1771, K 100; Nr. 851a, Schiller, 
Sämtliche Werke in einem Band, Cotta 1830, K ISO; Nr. 181a, 
Shakespeare, Dramatische Werke, 9 Bände, 1825/33, K 100. 
(Georg Büchners gesammelte Werke.) Der hand 
schriftliche Nachlaß Georg Büchners, unter anderem die 
vollständigen Handschriften von „Dantons Tod“ und 
„Wozzeck“, ist in den Besitz des Insel-Verlages übergegangen, 
der eine kritische Gesamtausgabe der Gesamtwerke Büchners 
vorbereitet, 
Bilder. 
(Ein neuer Rembrandt.) In der Verlassenschaft des 
Rentners Janssens in Amsterdam wurde eine wunderbare 
„Lucrezia“ von Rembrandt gefunden, für welche ein Stock 
holmer Kunsthändler bereits 350.000 holländische Gulden 
geboten hat. Holländische Kunstfreunde haben eine Geld- 
sammlung veranstaltet, um das Kunstwerk anzukaufen und 
cs dem niederländischen Reichsmuseum in Amsterdam zu 
schenken. 
(Wiederkehr des entführten „Don Juan“.) 
Aus Berlin wird was geschrieben : Das bekannte 
Slevogtsclie Bild „Der weiße Don Juan“, das den 
Sänger d’Andrade in weißer Seide mit erhobenem Cham 
pagnerglas darstellt, und das sich im Besitze d’Andrades 
befand, war im Sommer dieses Jahres bei einem Einbruch 
aus der in der Kaiserallee gelegenen Wohnung des Sängers 
gestohlen worden. Die Wohnung war unbewohnt, da d’Andrade 
als portugiesischer Staatsangehöriger sich außer Landes be 
findet. Die Diebe hatten nur das Slevogtsche Bild, das zu den 
besten Werken des Meistens gehört, aus dem Rahmen geschnitten 
und entfernt. Vor einigen Tagen wurde dem Inhaber des 
Münchner Kunstsalons Neuner, Kürfürstendamm 35, Albert 
Neuner, von einem Herrn, der seinen Namen nicht nannte, 
ein Slevogtsches Bild zum Kauf angeboten. Als Neuner sich 
nach dem Sujet des Bildes erkundigte, wurde ihm gesagt, 
daß es sich um ein d’Andradebildnis handle. Der Kunst 
händler, dem die Tatsache des Diebstahles bekannt war, 
verständigte die Kriminalpolizei. Als zur festgesetzten Zeit 
der Verkäufer mit dem Bilde erschien und es sich heraus- 
stellte, daß es sich um das gestohlene d’Andradebildnis handelte, 
wurde er verhaftet und auf das Polizeipräsidium nach Berlin 
übergeführt. 
(Reproduktion von Bildern englischer Künstler.) 
Während bisher in England die Berner Konvention zum 
Schutz geistiger Arbeit geachtet worden zu sein scheint, 
kommt jetzt die Nachricht, daß der Berliner Photo 
graphischen Gesellschaft und dem Verlag Franz Hanf- 
staengl in München Reproduktions- und Verlagsrechtc 
genommen werden sollen. Vor dem Patentgericht in 
London wurde von der British Art Company ein 
/ntrag auf die Lizenz der Reproduktion von Kunstwerken 
gestellt, die bisher von Franz Hanfstäengl und der Berliner 
Photographischen Gesellschaft ausgeübt wurde. Es handelt 
sich um billige Nachahmungen von Bildern englischer Künstler. 
Da eine große Nachfrage nach diesen Reproduktionen besteht, 
empfiehlt das Patentgerieht die Gewährung von Lizenzen,
	        

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“Jahrgang 10 (1918).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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