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Jahrgang 16 (1924) (20)

Bibliographic data

Periodical

Persistent identifier:
Inter
Title:
Internationale Sammler-Zeitung
Document type:
Periodical
Collection:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Periodical volume

Persistent identifier:
Inter_1924_16_20
Title:
Jahrgang 16 (1924)
Volume No:
20
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Document type:
Periodical volume
Collection:
Internationale Sammler-Zeitung
Edition title:
[Electronic ed.]

Title page

Document type:
Periodical
Structure type:
Title page

Contents

Table of contents

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 16 (1924) (20)
  • Title page
  • Ein Pantheon des menschlichen Geistes
  • Baron Nathaniel Rothschild als Sammler
  • Die Medaillen- und Münzsammlung Vogel
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Full text

Zentralblatt für Sammler, Liebhaber und Kunstfreunde, 
Herausgeber: Norbert Ehrlich. 
16. Jahrgang. 15. Oktober 1924. Nr. 20. 
Sin SPantßeon des menscßficfien Seisies. 
Von Dr. Franz O ttmann, Wien. 
Ein Mann hat ein Werk vollbracht, das völlig einzig 
dasteht auf der Erde. Er hat einen Gedanken durch 
geführt, den nachzudenken beglückt und erhebt. Er hat 
diesem Werke nur einen Teil seiner Geisteskraft ge 
widmet, hat daneben Bücher geschrieben, die hochge 
schätzt werden, hat Herzen und Hirne von Menschen 
durch seine Vorträge geformt. Aber die Tat, die nicht 
nur den Einzelnen, sondern eine Allgemeinheit sym 
bolisiert, ist bleibender. Und hier ist der ganzen Mensch 
heit ein Denkmal gesetzt. 
Der Mann, der dies vollbrachte, ist Prof. Robert 
S a i t s ch i c k, der bekannte Kulturphilosoph, von dessen 
Büchern nur einige genannt seien, um ungefähr die 
Spannweite seines Geistes zu bezeichnen: „Menschen 
und Kunst der italienischen Renaissance“, „Der Mensch 
und sein Ziel, eine Philosophie ohne Umwege“, „Die 
geistige Krise der europäischen Menschheit". Das Werk 
ist eine Bibliothek, die, ohne irgendwelchen fachwissen 
schaftlichen Charakter, die grundlegenden Meisterwerke 
aller Völker in den besten, womöglich den Original 
ausgaben, enthält. Zugleich gibt diese Sammlung eine 
Uebersicht über die ganze Buchdruckerkunst von den 
Inkunabeln an bis auf die Drucke von William Morris; 
zugleich auch eine Uebersicht über die Buch-Illustration 
vom Zeitalter der Reformation bis auf unsere Tage. 
Von den 25.00 0 Bänden, aus denen dieses Kompen 
dium der Menschheit besteht, sind 24.000 aufs schönste 
gebunden, meistens in Einbänden der Zeit, 4500 sind 
illustriert: die Bibeln aller Religionen, die Hochgipfeln 
der Poesie, Philosophie, Geschichtschreibung und so aller 
Disziplinen in der Ursprache. Darunter Bücher, die 
Goethe besaß, mit unbekannten Anmerkungen und un 
gedruckten Gedichten. Die Sagen und Märchen der 
Menschheit, klassische Memoiren und Briefwechsel. . . 
Creator spiritus, diese schöne Inschrift, die Harnack für 
die Berliner Bibliothek vorgeschlagen hat, für diese 
Bibliothek würde sie wie für keine andere passen. 
Denn in ihr ist die Schöpfung als Ganzes noch einmal 
geschaffen im Geiste, der hier, mehr einem Adler als 
einer Taube ähnlich, schwebt, sich aufschwingt, nieder 
läßt und so mit gewaltigen Flügelschlägen das All 
durchmißt. Nicht einen luftigen blauen Aether, nicht 
eine nur symbolisch faßbare Welt der Töne, sondern 
die anschauliche Fülle der Welt, ihre höchsten Mög 
lichkeiten, ihre innigsten Gesetze, soweit sie bisher 
menschlichem Fassen erreichbar waren. 
Eine solche Tribüne des Geistes steht natürlich 
jenseits von allem Nationalismus: sie ist der Kern aller 
Nationen, die aus unendlichen Schwankungen doch sich 
ergebende einheitliche Gestalt der Menschen. Die Stadt, 
in der sie aufgestellt und wie ein Heiligtum gepflegt 
würde, wäre also ein Knotenpunkt, ein Mekka der 
Menschheit. 
Zwei Fachmänner mögen als Zeugen sprechen. 
Prof. Dr. W o 1 f f, Direktor der Münchener Universitäts- 
Bibliothek und Professor der Bücherkunde an der Uni 
versität München, hebt in einer Schilderung der Samm 
lung Saitschick den inneren und äußeren Wert der hier 
vereinigten Bücher mit stärkstem Nachdruck hervor: 
„Es ist nicht nur der innere Gehalt der einzelnen Bücher 
oder nicht nur ihre erlesene äußere Schönheit, es sind 
nicht nur die einzelnen Perlen, die diesen Schatz zu 
einem seltenen Juwel gestalten: noch höherer Wert liegt 
in der Zusammenstellung dieser Bücher zu einer geistigen 
Einheit". Und Alex. Freih. von Gleichen-Rußwurm 
der Urenkel Schillers, bemerkt: „Es wäre ein Jammer, 
wenn diese Bibliothek, die nie mehr zusammen zu 
stellen ist und in ihrer Einzigartigkeit ein bibliogra 
phisches Juwel ersten Ranges ausmacht, durch die Zeit 
verhältnisse wieder in der Welt zerstreut würde" und 
derselbe meint auch, daß, wer nur etwas auf echte 
Kultur gibt, es sei dies ein Staat oder eine Einzelper 
sönlichkeit, durch Erwerbung dieser Sammlung ein Ganzes 
erhalten würde, wie es nur einmal zu finden ist und 
ejnen Schatz retten, dessen Grösse in seiner Einheit 
lichkeit liegt. 
Und nun das Niederschmetternde: dieses einzige 
Kulturwerk ist in Gefahr, unter den Hammer zu kommen. 
Es ist so, als sollte eine herrliche Marmorstatue ganz 
wörtlich unter den Hammer kommen: die Summe der 
Splitter kann nie, in keiner Weise, weder geistig tvoch 
nach dem Geldwert, das Ganze ersetzen. Denn jede 
systematisch durchgeführte Sammlung ist ja weit mehr 
als die Summe ihrer Teile. Wie ein Wald mehr ist als 
die Summe der Bäume, der Ozean mehr als die Summe 
der Tropfen. Es kommt ja noch der schöpferische Ge 
danke, es kommt die unerschöpfliche Energie der Aus 
führung hinzu, Geduld und Kenntnisse und Spürsinn
	        

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“Jahrgang 16 (1924).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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