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Jahrgang 16 (1924) (22)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
Inter
Titel:
Internationale Sammler-Zeitung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
Inter_1924_16_22
Titel:
Jahrgang 16 (1924)
Bandzählung:
22
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Artikel

Titel:
Hans Thoma
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 16 (1924) (22)
  • Titelseite
  • Der neuentdeckte Leonardo
  • Hans Thoma
  • Die Porzellan-Sammlung Jean Wurz
  • Graphik außerdeutscher Meister
  • Die Japan-Sammlung Kail
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Volltext

Seite 170 
Nr. 22 
Internationale Sammler-Zeitung 
3fans STfioma f. 
ln seinem Tusculum in Karlsruhe hat am 7. November 
Fans Thoma seine lebensmüden Augen für immer 
geschlossen. Man hat ihn den deutschesten aller Maler 
genannt und in der Tat glüht in seinen Werken die 
Seele des deutschen Volksliedes, die Seele des deutschen 
Waldes. 
Sein Stoffgebiet umspannte die ganze Welt. Kein 
S^hwarzwälder-Bauernhof oder Bauernjunge war ihm 
u gering, aber auch die heiligsten Güter der Mensch 
heit und die phantastischsten Blüten der Einbildungs 
kraft waren ihm nicht zu entlegen, um zu selbständigen 
Kunstwerken gestaltet zu werden. Seine Stärke liegt 
einerseits in seinen Tafelgemälden, die, oft rein land 
schaftlicher Natur, oft rein menschlicher Art, vielfach 
Menschen und Landschaften in harmonischer Eintracht 
darstellen, anderseits in graphischen Blättern, in Stein 
druck und Algraphie (Flachdruck auf Aluminiumplatten), 
die oft mehrfarbig getönt, oft aber auch eigenhändig 
von ihm bemalt wurden. Wie durch und durch sinnig 
deutsch empfunden ist sein „Mondscheingeiger“, den er 
in verschiedenen Techniken wiederholt hat. Idealstoffe 
mit nackten Erdenkindern und Wirklichkeitsbilder mit 
den doch meist ländlich gekleideten Menschen halten 
einander die Wage. Alle seine Darstellungen, land 
schaftliche wie menschliche, weiß er zu Spiegelbildern 
reiner Seelenstimmungen und deutschen Gemütslebens 
zu machen und gerade dadurch ist er zu einem Liebling 
des deutschen Volkes geworden. 
Aus der Fülle seiner Bilder seien seine Schwarz 
wälder- und seine Rheinlandschaft (1872 und 1873) in 
Berlin, der „Hüter des Tales“ und das köstliche „Selbst 
bildnis" von 1880 in Dresden, der „Wächter vor 
dem Liebesgarten“ in Breslau, die „Taunuslandschaft“ 
(1890) und die „Einsamkeit“ (1994), die Darstellung 
eines nackten Jünglings auf tiefblauem Meere in 
München hervorgehoben. Vor zehn Jahren, als er seinen 
75. Geburtstag beging, ehrte ihn Karlsruhe durch Be 
nennung einer Straße nach ihm, aber auch durch die 
Eröffnung jenes Anbaues am Museum, in dem dank 
seinen Großherzögen Thoma seinen alten Lieblings 
wunsch verwirklichen durfte: einmal in einem eigenen 
Raume nach alter deutscher Weise zu erzählen, von 
dem, was ihm das liebste ist in der Welt. 
Da malte er dann die ganze Welt hinein, wie sie 
sich in diesem einfachen und schlichten Kopf spiegelte. 
Nachher veröffentlichte der Meister diese Bilder in 
einem wundervollen Festkalender, den die Literarische 
Vereinigung des Berliner Lehrervereines herausgab. Zu 
jedem der Monats- und Sternbilder, der Christusdar 
stellungen hatte Thoma ein paar Verse eigenen Baues 
geschrieben, die einfach und innig klingen wie aus 
alten Volksliedern. Und in einem Geleitwort ließ er die 
Gedankenkreise dieser Bilder in die fromme Hoffnung 
dieses Satzes münden: „Ueber all dem bunten Treiben 
in der Welt des Scheines, in der wir mit unseren 
Sinnen verflochten sind, schwebt der Menschheit geistig 
seelisches Wesen, ihr Trost, der Gedanke des unver 
gänglichen Lebensglaubens der Seele — der Auf 
erstehungsgedanke, der alles Irdische hinter sich läßt, 
und der alles Umrollen des Vergänglichen gradlinig 
zu durchschneiden scheint, nach der Höhe des Ursprungs 
aus der Ewigkeit, nach dem göttlichen Hauch, dem 
unsere Seele entstammt.“ 
'Die fPorzeltan-Sammfung 3ean c (jDurz. 
Mit dem Nachlaß Jean Wurz, auf den wir schon 
kurz hingewiesen haben, bringt Rudolph Lepke’s Kunst- 
Auktions-Haus in Berlin eine der interessantesten Spe 
zialsammlungen von süddeutschem Porzellan des 18. Jahr 
hunderts zur Auflösung. Die ausgesprochene Bevor 
zugung seiner pfälzischen Heimats-Manufaktur gibt der 
Sammlung das eigene Gepräge. Innerhalb der Pro 
duktion Frankenthals ist Jean Wurz wiederum den 
Werken der Figurenplastik mit Vorliebe nachgegangen, 
was in der Natur der Sache begründet war, da ja 
Frankenthal recht eigentlich eine plastische Manufaktur 
gewesen ist. 
ln dieser Sammlung ziehen nun alle nach Namen 
bekannten Modelleure Frankenthals mit ganzen Reihen 
ihrer besten Arbeiten, Gruppen und Figuren, an uns 
vorüber. Johann Wilhelm Lanz ist der erste Plastiker 
der Manufaktur gewesen; er kam von Straßburg, war 
an plastischen Arbeiten in Fayence geschult und hatte 
auch schon Versuche mit Porzellan gemacht. Die frühen 
Arbeiten von Lanz, nach Heuser’s Annahme zum Teil 
noch in Straßburg entstanden, in Gesamterscheinung 
und Einzelformen den Zusammenhang mit der Fayence- 
Plastik deutlich verratend, bilden mit den interessantesten 
Teil der Sammlung Wurz. Zu nennen wären drei große 
Figuren der Weitteile, einige große Gruppen, sowie Ein 
zelfiguren in Zeittracht, Tierfiguren und -Gruppen, 
Putten als Kegelspieler u. a. tn. Johann Friedrich Lück, 
vielleicht der beliebteste unter den Künstlern der Manu 
faktur, der Schöpfer der hübschesten Frankenthaler 
Figuren in Zeittracht, ausgezeichnet namentlich durch 
die große Delikatesse, die ihm in der Bemalung seiner 
reizvollen Werkchen eigen ist. Durch mehrere Zwei- 
Figuren-Gruppen (Konzert, Brettspiel,Kartenspiel) größere 
Figuren (Dame mit Vogelbauer und Herr mit einem 
Vögelchen im Hut) sowie eine Schäfergruppe und zwei 
mythologische Figuren ist seine feine Kunst in der 
Sammlung Wurz ausgiebig und glänzend vertreten. 
Die vorzüglichen Arbeiten von Karl Gottlieb Lück, der 
etwa 1775 in Frankenthal wirkte, werden zu den um- 
worbensten Stücken der Versteigerung gehören. Als 
Plastiker nicht stark, versteht er wie wenige, seine Zeit 
von der gemütlichen Seite zu fassen, ganze Szenen aus 
dem Leben des Alltags in liebenswürdiger Behäbigkeit 
hinzustellen, wobei eine feine Bemaiung die Wirkung 
wesentlich unterstützt. Besonders entzückend sind die 
großen Familiengruppen: „Der Geburtstag des Vaters“ 
und „Der Geburtstag des Kindes", hübsch auch die 
kleinere Gruppe des „Kaufherrn mit dem Hausierer", 
ganz einzigartig die große Gruppe von „Drei zechenden 
Bauern“, ein Hauptstück der Sammlung. Seine char 
manten Figürchen, Herren und Bauern in der Tracht 
der Zeit, drollige kleine Chinesen u. a. sind zahlreich 
vorhanden. 
Noch in den Sechziger-Jahren geschaffen sind die 
Modelle Konrad Link’s. Klassizistisch gerichtet, als 
Plastiker von ganz hervorragender Begabung, hat er 
mehrere Folgen allegorischer Figuren (Jahreszeiten, 
Monate, Musen) modelliert, deren Stücke recht selten 
Vorkommen und in der Sammlung Wurz mit mehreren 
guten Exemplaren vertreten sind. Schön und ebenfalls 
selten sind auch seine weißen Puttengruppen. 
Johann Peter Melchior, der berühmteste unter den 
deutschen Porzellan-Plastikern der Louis-XVI.-Zeit, ist 
von Höchst nach Frankenthal gezogen und wirkte dort
	        

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“Jahrgang 16 (1924).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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