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Jahrgang 17 (1925) (16)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
Inter
Titel:
Internationale Sammler-Zeitung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
Inter_1925_17_16
Titel:
Jahrgang 17 (1925)
Bandzählung:
16
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Artikel

Titel:
Verkauf der Kunstsammlungen Castiglionis
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 17 (1925) (16)
  • Titelseite
  • Frauen-Exlibris
  • Charles Sedelmeyer
  • Verkauf der Kunstsammlungen Castiglionis
  • Die Kärntnerische Buchkunstausstellung
  • Ein 2000jähriges Homer-Manuskript
  • Prager Originale
  • Schloß Schwante
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Volltext

Nr. 16 
Internationale Sammler-Zeitung 
Seite 125 
Werken des Meisters gehören. Desgleichen werden in 
Wien alle Viennensia und jene Kunstwerke be 
lassen, welche mit der österreichischen Geschichte in 
irgend einer Form verbunden sind. Es werden dem 
nach die ganz großen Werke von internationaler Be 
deutung, die in den letzten zwanzig Jahren von Herrn 
Castiglioni nicht in Oesterreich, sondern auf internatio 
nalen Märkten erstanden wurden, wieder in auslän 
dische Hände übergehen. 
Eine Handhabe für ein Ausfuhrverbot der Kunst 
werke konnte im Gesetz nicht gefunden werden. Wohl 
standen die Sammlungen Castiglionis auf Grund des 
Denkmalschutzgesetzes unter Denkmalschutz, aber, und 
hier kommt eine der sonderbarsten Bestimmungen zur 
Geltung, das Gesetz verbietet nur die Veräußerung, be 
ziehungsweise Ausfuhr einzelner Gegenstände, der 
Verkauf der ganzen Sammlung kann von Staatswegen 
nicht verboten werden. Ein Widersinn, der den Gesetz 
gebern leider entgangen ist und der nicht rasch genug 
wieder beseitigt werden sollte. 
2)/e SfCärntneriscfie ‘Bucfifiunsfaussteffung. 
Aus Anlaß des 150jährigen Bestandes seiner Studien 
bibliothek hat Klagenfurt eine Buchkunst 
ausstellung veranstaltet, die einen Ueberblick über 
die reichen Handschriftenschätze Kärntens ermöglicht. 
Die Ausstellung, die im herrlichen Wappensaal des 
Landhauses untergebracht ist, gliedert sich in drei Ab 
teilungen: Handschriften, Druckwerke und Urkunden. 
Da sieht man unter vielem anderen Interessanten ein 
wurmstichiges Pergament aus dem neunten Jahrhundert, 
wo ein kleiner Strich die Unterschrift des Kaisers, der 
nicht schreiben konnte, ersetzt, das Stadtrecht von 
Klagenfurt aus dem Jahre 1338, einen Vertrag der 
Städte St. Veit, Völkermarkt und Klagenfurt (28 Januar 
1368) zum gegenseitigen Beistand, die berühmte All 
gemeine Defensivordnung Kaiser Maximilians vom 24.Mai 
1518 mit mehr als 30 Siegeln, einen der ersten Versuche, 
die habsburgischen Länder, die bis dahin nur durch 
die Person des Herrschers verbunden waren, inniger zu 
vereinen und für den Kriegsfall eine gemeinsame und 
gegenseitige Verteidigung sicherzustellen. 
ln der Abteilung für Druckwerke bilden die alten 
Publikationen der Druckerei von Kleinmayr den Haupt 
anziehungspunkt; es sind zum Teil Leihgaben ihres 
jetzigen Besitzers Walter v.Kleinmayr, des siebenten 
in der Reihe von Vater und Sohn seit mehr als einem 
Vierteljahrtausend. Die Offizin wurde vom ersten Drucker 
Klagenfurts, dem aus Linz zugewanderten Johann 
P a 11 a u f 1640 gegründet, und die Firma ist ein Unikum 
im deutschen Buchhandel. Es gibt keine zweite, die 
eine so lange direkte Filiation aufweist. Da liegen ein 
alter Schreibkalender aus dem achtzehnten Jahrhundert, 
ein Vorläufer des gegenwärtigen Amts- und Adreß 
kalenders von Klagenfurt, die ältesten uns erhaltenen 
Nummern der um 1760 gegründeten „Klagenfurter 
Zeitung", ein „Windisches Sprachbuch" von 1752, da 
neben aber auch typographische Schätze der Studien 
bibliothek und des Geschichtsvereines, darunter schön 
illustrierte Inkunabeln und graziös ausgestattete 
französische Werke aus der einstigen Privatbibliothek 
des Grafen Peter G o e ß. 
An Handschriften zählt die Ausstellung nur vierzig 
Stück, davon viele aus St. P a u 1. Sie sind durchwegs 
sehr schön und interessant, eine wertvolle Auslese aus 
den über tausend Manuskriptkodizes, die das Land 
besitzt. 
Das Zustandekommen der Ausstellung ist dem 
rührigen neuen Leiter der Studienbibliothek, dem auch 
als Schriftsteller bekannten Dr. Max P i r k e r zu danken, 
der bei den Landes- und geistlichen Behörden wert 
volle Unterstützung gefunden hat. 
Ein 2000jäFiriges EKomer-3Tianuskript. 
Forscher der französischen Akademie haben bei 
C h o r a a t, das in der durch seine erträgnisreichen 
Ausgrabungsarbeiten bekannten ägyptischen Provinz 
Fayum gelegen ist, eine Mumie ausgegraben, in deren 
Sarg sich ein überaus interessanter Papyrus vorfand. 
Eine nähere Untersuchung ergab nämlich, daß man 
eine vorzüglich erhaltene, fast vollständige Aufzeichnung 
der Homerschen Odyssee vor sich hatte. Nach dem 
Urteil der Gelehrten stammen die aufgefundenen Pa 
pyrusfragmente aus dem letzten Drittel des dritten Jahr 
hunderts vor Christus, sind also fast 2200 Jahre alt, 
und da man das Zeitalter Homers und seiner Schüler 
bekanntlich in das achte und neunte Jahrhundert vor 
Christus verlegt, dürfte das eben aufgefundene Manu 
skript eine der ältesten schriftlichen Aufzeichnungen der 
Odyssee sein, die wir kennen. Nach der Ansicht, die 
Fr. Wolf in seinen bekannten „Prolegomena ad Homerum" 
vertritt, sind die mündlich entworfenen Lieder des Homer 
und seiner Schule anfangs jahrhundertelang durch um- 
herziehende Sänger, die sogenannten Rhapsoden, nur 
wieder mündlich überliefert worden. Erst im 5. und 6. 
Jahrhundert v. Ch. sollen sie dann nachträglich zum 
erstenmal in zusammenhängender Form auch schriftlich 
fixiert worden sein. 
Um über die Bedeutung des Fundes Abschließendes 
sagen zu können, wird man wohl erst Nachrichten ab- 
warten müssen. Jedenfalls stellt aber der Fund ein 
hochinteressantes kulturhistorisches Dokument dar. Es 
handelt sich sicherlich nicht um ein Dokument in Bilder 
schrift (Hieroglyphen), sondern um Aufzeichnungen in 
altgriechischer Sprache. Aus leicht verständlichen und 
begreiflichen Gründen. Die altägyptische Provinz Fayum 
war nämlich bereits im dritten vorchristlichen Jahrhun 
dert, also unter der Regierung der Ptoloinäer, sehr dicht 
von Griechen und Griechenabkömmlingen bevölkert. 
Die hochstehende Bevölkerung pflegte eifrig die schönen 
Künste und selbstverständlich wurde auch Homer gern 
gelesen. Und so sind auch wohl die oben aufgefundenen 
Fragmente der Odyssee von einem kunstbegeisterten 
Bewohner Fayums griechischer Abstammung aufgezeich 
net worden, in den Sarg der Mumie gelangt und er 
blicken nun nach 2200 Jahren wieder das Licht der 
Weli. Die in Fayum angesiedelten Griechen verstanden 
es, aus alten Papyrusrollen, sozusagen aus Makulatur 
papier, durch Zusammenkleben eine Art Pappe oder 
Papiermache herzustellen, und dieser Pappkarton wurde 
häufig als Innenauskleidung der Sargwände in der da 
maligen Zeit verwendet. Es ist daher wahrscheinlich, 
daß auch die jetzt aufgefundenen Odyssee-Fragmente 
zufällig in diesem Sarg als Innenwandverkleidung Ver 
wendung fanden. Auch hierüber werden natürlich erst 
die Untersuchungen der aufgefundenen Dokumente
	        

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“Jahrgang 17 (1925).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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