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Jahrgang 17 (1925) (4)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
Inter
Titel:
Internationale Sammler-Zeitung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
Inter_1925_17_4
Titel:
Jahrgang 17 (1925)
Bandzählung:
4
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Artikel

Titel:
Die privaten Kunstsammlungen Agrams
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 17 (1925) (4)
  • Titelseite
  • Die Sammlung des Professor Dr. Darmstädter
  • Peter Hanstein
  • Kunstliteratur unter dem Hammer
  • Die privaten Kunstsammlungen Agrams
  • Abänderung der Wiener Versteigerungsvorschriften
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Volltext

Seite 28 
Internationale Sammler-Zeitung 
Nr. 4 
Die privaten Jiunstsammfungen SRgrams. 
Von Dr. F. Deak, Agram.* 
Das Sammeln von Kunstgegenständen war seit jeher 
in den Kreisen der Aristokratie und Patrizierfamilien, 
meistens aufs engste mit dem Ahnenkultus verbunden, 
verbreitet. So war es auch bei uns stets der Fall. Alte 
kroatische Adelsfamilien hatten unermeßliche Schätze an 
Kunstgegenständen jeder Art, namentlich an Bildern, 
Möbeln, verschiedenen Luxusgebrauchsgegenständen, 
sowie diversen Services. Außerordentlich berühmt waren 
beispielsweise die Kunstsammlungen der unglücklichen 
Familien der Grafen Zrinjski und Markgrafen Fran- 
kopan, die teils der österreichische Fiskus nach der 
Enthauptung der letzten Sproßen dieser bekannten 
kroatischen Adelsgeschlechter beschlagnahmte, teils die 
österreichische Soldateska damals aus ihren prächtigen 
Schlössern raubte. Aber auch andere längst ausgestor 
bene kroatische adelige Familien besaßen dieser Art 
Schätze in großer Menge, die durch Erbschaft auf viele 
Familien, welche noch heute bestehen, übergingen. Die 
gräflichen Familien DraSkövic, Pejaöevic,Jan- 
k o v i c, 0 r § i c, K u 1 m e r, J e 1 a t i c, Bombelles 
und viele andere, behüten noch heute auf ihren Be 
sitzungen so manche kostbare Kunstsammlungen. 
Auch in unserer Stadt bestehen viele solche, wenn 
auch nicht große Kunstsammlungen, abseits vom groß 
städtischen Trubel verborgen und oft auch schwer zu 
gänglich, so daß sie sich der Kenntnis der breiten 
Oeffentlichkeit entziehen, ln der oberen Stadt, der 
ruhigen exklusiven Altstadt, wo einst in großer Zeit 
kroatische Könige residierten und sich auch die kroa 
tische Aristokratie meistens niederließ, findet man noch 
heute fast in jedem solchen alten Haus oder Palais ver 
schiedenartige Kunstgegenslände von oft großem Werte. 
Es gibt jedoch nur wenige Sammlungen, die ge 
schlossen dastehen und große künstlerische und histo 
rische Werte repräsentieren. So ist die Kunstsammlung 
des verstorbenen hochangesehenen Agramer Bürgers 
und Großkaufmannes Feri Sollar eine der sehens 
würdigsten in unserer Stadt. Prächtige Möbel aus ein 
gelegten kostbaren Hölzern, aus der Zeit Ludwig XV. 
und XVI., dann reizende Sachen aus echtem Sevres- 
Porzellan, darunter zwei entzückende Kaminuhren, ein 
wunderbarer Rokoko-Luster, sowie eine hübsche Ge 
mäldesammlung von Werken einheimischer Künstler, 
eine Anzahl von interessanten Stichen aus der Zeit des 
Rokoko und des Barocks vervollständigen diese für 
unsere heutigen Verhältnisse immerhin seltene Kunst 
sammlung. Unter den Möbeln möge ein besonders wert 
volles, alt-venezianisches Toilettetischchen aus seltenen 
eingelegten orientalischen Hölzern hervorgehoben wer 
den. Die kostbare Miniaturen- und Dosen-Sammlung 
konnte leider wegen der Abwesenheit der derzeitigen 
Besitzerin nicht besichtigt werden. 
Eine hervorragende Stelle nimmt die Kunstsamm 
lung des Herrn Erwin Weiß ein. Diese fachmännisch 
geführte und eingerichtete Sammlung, — jedes Stück ist 
numeriert und in einer eigenen Kartothek eingetragen, 
— bietet jedem Kunstfreund und Sachverständigen eine 
Fülle hochinteressanter, dabei oft ungemein seltener 
Kunstgegenstände, welche vom Eigentümer mit großem 
Fleiß und Verständnis durch zwei Dezennien gesammelt 
wurden. Die Sammlung enthält 400 Nummern und be 
steht aus Mobiliar, Porzellan, Bildern, Miniaturen, Bron 
zen, Dosen, Gläsern, Uhren, Holzplastiken und Teppichen. 
Unter den Möbeln erwähnen wir einen imposanten 
*) Wir entnehmen diesen interessanten Aufsatz der Jubi- 
läums-Nummer des „Zagreber Tagblatt“ vom 1. Februar 1925. 
Bücherkasten aus Palisanderholz mit vergoldeten 
Schnitzereien im Empire-Stil, welcher aus dem kaiser 
lichen Schloß in Lainz stammt, dann eine herrlich ge 
arbeitete Kommode aus Palisanderholz mit eingelegten 
seltenen Hölzern im Stil Louis XV. (franz. Arbeit um 
1750), ein Tabernakel aus Nußbaumholz eingelegt; im 
Barockstil (Oesterreich 1780), einen reizenden franzö 
sischen Damensekretär aus Mahagoni mit reichen Bronze 
beschlägen in Empire, efnen wundervollen Louis XVI.- 
Tisch aus seltenen Hölzern (italienische Arbeit) mit 
Intarsien, der eine große Seltenheit ist und an eine 
Arbeit im Louvre erinnert Schließlich verschiedene Fau 
teuils in Gotik, Renaissance, Barock und Empire-Stil. 
Eine seltene, wunderbare, reich eingelegte Standuhr von 
Batterson (Ende des 17. Jahrhunderts), deren Echtheit 
von der Uhrmacher-Zunft in London urkundlich bestä 
tigt ist, ergänzt in harmonischer Weise die geschmack 
voll und stilgerecht eingeordneten Möbel. Die Haupt 
sehenswürdigkeit der Sammlung Erwin Weiß bildet die 
überaus schöne und kostbare Porzellansammlung, welche 
aus insgesamt 200 Stücken besteht, worunter die Por 
zellanmanufakturen Sevres, Wien, Meissen, Nymphen 
burg, Ludwigsburg, Frankenthal usw. vertreten sind. 
Von der Tassen-Sammlung erwähnen wir einige erst 
klassige Sevres-Tassen und eine Bonbonniere in reich 
ster Ausführung, dann eine Serie Altwiener-Tassen der 
Sorgenthal-Periode, mit reichem Golddekor bemalt, 
hauptsächlich mit Szenen aus der Mythologie und alten 
Ansichten von Wien. Unter diesen befinden sich auch 
einige sehr seltene Tassen aus der frühesten Zeit der 
Wiener Porzellanmanufaktur und aus der Maria Theresia- 
Zeit. Es wäre noch speziell eine seltene Meißner-Tasse 
mit dem Zeichen des Hausmalers Bottengruber (1730) 
zu erwähnen, deren Gegenstück sich im österreichischen 
Museum befindet. Dann ist noch eine schöne Anzahl 
von Tellern aus obenerwähnten Manufakturen vorhanden, 
die mit mythologischen Szenen bemalt sind, in der 
Porzellanfiguren-Samtnlung ist hauptsächlich Wien mit 
vielen seltenen Stücken, davon einige wahre Unika, 
vertreten. Von den unbemalten wären die feinausge- 
führten vier Weltteile-Gruppen (1744—1749, Wien, mit 
eingedrucktem Bienenkorb), sowie eine seltene Callot- 
Figur (Jupantschku Ferenz), deren ähnliches, jedoch 
bemaltes Stück sich in der berühmten Karl Mayer- 
Sammlung (Wien) befindet, ferner Chinesenfiguren, ver 
schiedene Zier- und Liebesgruppen (in Krinoünentracht), 
zu erwähnen. Von farbigen Porzellangruppen sind die 
vier Jahreszeiten (Meißen) in einer Gruppe durch Putten 
dargestellt und in Bronze montiert, dann verschiedene 
Schäfer- und Kinderszenen (ebenfalls aus Meißen) her 
vorzuheben. Aus der Wiener Porzellanmanufaktur sind 
noch einige prächtige und seltene Liebesgruppen (da 
runter Damen in Krinolinen), schließlich eine große 
Anzahl von Kindergruppen und kleinen reizenden 
Amouretten erwähnenswert. Jedenfalls wäre zu wünschen, 
daß diese kostbare und schöne Porzellansammlung we 
nigstens photographisch aufgenommen, auch weiteren 
kunstverständigen Kreisen zugänglich sein würde. 
Die Miniaturen-Sammlung, welche aus etwa dreißig 
Stücken besteht, enthält reizende Werke, meistens der 
Wiener Schule angehörend (Daffinger, Decker, Hummel, 
Peter Saar, Schwager, Weichselbaum), namentlich ist 
eine prächtige englische Miniatur von Zincke, den Sir 
Robert Walpole, Earl of Oxford, darstellend, zu er 
wähnen. Viele von diesen Miniaturen sind im berühmten 
Werk von Leisching abgebildet. Unter den Oelgemälden 
sind Meister wie Zorn, Lampi d. Ae., („Betende Schwe-
	        

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“Jahrgang 17 (1925).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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