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Jahrgang 20 (1928) (4)

Bibliographic data

Periodical

Persistent identifier:
Inter
Title:
Internationale Sammler-Zeitung
Document type:
Periodical
Collection:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Periodical volume

Persistent identifier:
Inter_1928_20_4
Title:
Jahrgang 20 (1928)
Volume No:
4
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Document type:
Periodical volume
Collection:
Internationale Sammler-Zeitung
Edition title:
[Electronic ed.]

Article

Title:
Der letzte Teil der Sammlung Heyer
Document type:
Periodical
Structure type:
Article

Contents

Table of contents

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 20 (1928) (4)
  • Title page
  • Der letzte Teil der Sammlung Heyer
  • Die Schätze der türkischen Sultane
  • Münchener Kunstfragen
  • 385. Kunstauktion des Dorotheums
  • Die Galerie des Konsuls Weber
  • Das Tagebuch Wards
  • Die Märzauktionen bei Lepke
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Full text

Seite 34 
Internationale Samm i e r - 2 e i t u n g. 
Nr. 4 
gegebene Konzert im Musikvereinssaale in Wien 
statt, in dem u. a. eine zweite Chorkomposition auf 
einen Text von Grillparzer, das im Juli 1827 ge 
schriebene „Ständchen“ für Altsolo und Frauenchor 
mit Pianoforte (op. 135) zum ersten öffentlichen 
Vortrag kam. 
„Mirjams Siegeszug“ gelangte erst nach dem 
Tode Schuberts zur ersten Aufführung in einem 
Wbhltätigkeitskonzeft, das Anna Fröhlich, die 
älteste der durch Grillparzer bekannten vier Schwe 
stern, am 30. Januar 1829 „zur Errichtung eines 
Grabsteines für den verstorbenen Kompositeur“ ver 
anstaltete. Die anstrengende Solopartie wurde bei 
dieser Gelegenheit mangels einer geeigneten Sängerin 
von dem Tenoristen Ludwig Tietze übernommen. 
Erschienen ist das Werk erst um 1838 als op. 136 
bei A. Diabelli & Co. in Wien, wobei diese Hand 
schrift als Stichvorlage diente. 
Wir müssen uns auf diese wenigen Kostproben 
beschränken, möchten aber darauf hinweisen, daß 
unter den 405 Nummern, die der Katalog sorgfältig 
beschreibt, kaum einer der Komponisten von Namen 
fehlt; Brahms, Bülow, Joseph Haydn, Felix Mendels 
sohn-Bartholdy, Robert Schumann, Spohr, Spontini 
und Carl Maria von Weber sind besonders gut ver 
treten. 
Die Schätze der türkischen Suffane. 
Wie aus Angora berichtet wird, hat die türki 
sche Regierung zwei französische Sachverständige 
der Edelstein- und Goldschmiedekunst nach der 
Türkei berufen, um die früher in den Schatzkammern 
der Sultane aufbewahrten und beim Umsturz mit 
Beschlag belegten Schätze zu ordnen. Diese histori 
schen Sammlungen von edelsteingeschmückten Waf 
fen, Sätteln, Thronen, Kleidern, Geräten, Gefäßen 
und ' Schmuckgegenständen aller Art repräsentieren 
nicht bloß wegen ihres Gold-,: Silber- und sonstigen 
Materialwertes, sondern auch wegen ihrer künstleri 
schen Ausführung und ihres geschichtlichen Inter 
esses, einen unermeßlichen Wert. Sie sollen nach ihrer 
kunst geschieht liehen Ordnung, der Absicht Kemal 
Paschas zufolge, in den Staatsmuseen, deren 
Gründung in verschiedenen Teilen des Reiches 
geplant ist, untergebracht werden. Der Edelsteinwert 
dieser Schätze allein ist so groß, daß vor einiger Zeit 
eirt Abgeordneter der türkischen Nationalversamm 
lung den Antrag stellte, die in Frage kommenden 
Wertobjekte in Paris oder London zur Verbesserung 
der Staatsfinanzen versteigern zu lassen. Dieser 
Antrag wurde einer Kommission zur Prüfung zuge 
wiesen und dürfte nach deren Abschluß zur Verhand 
lung gelängen. Sicher scheint aber schon heute zu 
sein, daß die historischen Objekte der 
Sammlungen nicht zum Verkaufe gelangen, son 
dern, wie erwähnt, Musealzwecken Vorbehalten 
bleiben werden. 
Einer der von Kemal Pascha berufenen französi 
schen Sachverständigen, M. Gouspeyr e, der kürz 
lich von Angora und Stambul, wo die Schätze sich 
befinden, nach Paris zurückgekehrt ist, schildert in 
einem Pariser Blatte die von ihm beim Besuche des 
Alten Serails in Stambul empfangenen Eindrücke. Die 
Hflünchener 
Im bayrischen Landtag kam es in diesen Tagen 
zu einer interessanten Debatte über eine Reihe wert 
voller Bilder, die aus der Aschaffe n bürge r 
Galerie in die Münchner Alte und Neue Pinako 
thek überstellt worden sind und vom Aschaffenbur 
ger Stadtrat nun reklamiert werden. Es handelt sich 
um Rembrandts „Auferstandenen Christus“, ein 
außerordentliches Spätwerk des Meisters, drei Pas- 
siönsdarstellungen des Aert de Gelder, zwei Land 
schaften des Aart van der Neer, eine Landschaft 
Salamon R u i s d a e 1 s, einen unterfränkischen Flü 
gelaltar, Baidung Gries „Geburt Christi“, ferner 
Arbeiten von Georg Schütz d. Ae., Ferdinand 
K o bell und A. Thiele. 
dort aufbewahrten Kostbarkeiten wurden von einer 
Schar bewaffneter Eunuchen bewacht. Was dem Be 
sucher besonders auffiel, war eine Sammlung lebens 
großer männlicher Figuren aus Wachs in prächtiger 
Kleidung mit edelsteinbesetzten Turbans, die Ver 
körperungen früherer Sultane darstellen. Die Figuren 
waren in lange, kaftanartige, über und über mit 
Goldstickerei besetzte Staatsgewänder gehüllt. Der 
Turban eines jeden der Mannequins trägt eine aus 
herrlichen Solitären gebildete Aigrette, und zwar 
aus je einem Diamanten, einem Rubin und einem 
Smaragd. Die Smaragde sollen je 200 Karat wiegen, 
jede der Puppen trägt im Gürtel einen Dolch, dessen 
Griff aus einem Smaragd großen Formats gebildet 
ist. 
Ein goldener Thronsessel dieser Sammlung ist 
mit 22,000 Perlen, Rubinen und Smaragden dekoriert, 
und der Sachverständige schätzt dieses Stück allein 
auf 20 Millionen Francs. Ein zweiter, sofaähnlich 
geformter Thron, auf dem man bequem schlafen 
könnte, gleichfalls über und über mit Juwelen be 
deckt, befand sich in der Nähe des ersten, kleineren 
Objekts. 
Auch in Angora, wo die Edelsteine und 
Schmuckgegenstände in den Kellern des Finanz 
ministeriums aufbewahrt werden, fand M. Gouspeyre 
eine ungeheure Zahl von Kostbarkeiten aller Art. 
Unter anderm auch eine große Kollektion von mosle- 
mitischen Rosenkränzen aus echten Perlen von er 
staunlicher Größe, Gleichmäßigkeit und Reinheit. In 
einer der Broschen befindet sich ein Diamant im Ge 
wichte von 100 Karat. Der beiläufige Materialwert an 
Edelsteinen allein wird von diesem Sachverständigen 
auf mehrere hundert Millionen Francs geschätzt. 
fKunstfragen. 
Vom Kultusministerium und der Generaldirektion 
wurde mit Recht geltend gemacht, daß hierbei von 
übereifrigem Zentralismus keine Rede sein könne, 
daß es sich vielmehr um die Ergänzung wesentlicher 
Lücken in den Münchener Sammlungen handle, die 
sonst, da keine Mittel für den Ankauf älterer Werke 
zur Verfügung stehen, nicht ausgefüllt werden könn 
ten. Die Aschaffenburger Sammlung sei durch andere, 
ihrem . Aufbau und Charakter gemäße Werke ent 
schädigt worden. In der Tat entspricht eine solche 
Konzentration des staatlichen Kunstbesitzes durchaus 
den Interessen der Wissenschaft und der Kunst- 
. freunde. Es geht nicht an, die an sich geringfügigen 
Mittel, die der Staat für die Kunstsammlungen zur
	        

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“Jahrgang 20 (1928).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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