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Jahrgang 22 (1930) (16)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
Inter
Titel:
Internationale Sammler-Zeitung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
Inter_1930_22_16
Titel:
Jahrgang 22 (1930)
Bandzählung:
16
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Titelseite

Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Titelseite

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 22 (1930) (16)
  • Titelseite
  • Die Sammlung Vollbehr
  • Wie Heinrich von Thyssen sammelte
  • Gemälde alter Meister
  • Die Liller Fälschungen
  • Frankfurter Auktion
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Volltext

Internationale 
^ammlergei'funfl 
Zentralblatt für Sammler, Liebhaber und Kunstfreunde 
Herausgeber: Norbert Ehrlich 
22. Jahrgang Wien, 15. August 1930 Nr. 16 
Die Sammlung Vollbehr. 
Aus Washington wird, uns geschrieben: 
Nun ist die Vollbehr sehe Sammlung 
endlich Eigentum der Vereinigten Staaten. Der 
Kongreß hat, ehe das von Dr. Vollbehr gestellte 
Ultimatum ablief, die 1 V2 Millionen Dollar 
bewilligt, um die der Besitzer sie dem Staate zu 
überlassen geneigt war. So groß die Sammlung an 
sich ist, erscheint sie doch angesichts der einzig 
artigen Sammlung geringfügig, besonders wenn in 
ihr noch „das kostbarste Buch der Christenheit“ 
enthalten ist, die dreibändige Pergament - Bibel 
Gutenbergs, von der es nur noch dr ei Stück 
gibt, und wenn dieses Stück obendrein noch das 
besterhaltene von allen dreien ist; Die beiden an 
dern sind in London und Paris. 
Die Sammlung Vollbehr umfaßt nicht weniger als 
3000 Bände. Es finden sich neben Missalen, Bre 
vieren und patristischen Werken noch 55 Bibeln, 
49 Werke über Astronomie, 51 über Naturwissen 
schaften, über 50 rechtswissenschaftliche, 159 medi 
zinische, 34 geographische und kosmographische 
Werke, 22 Orientalia, hebräische Drucke nicht in 
begriffen, ferner 20 von den bekannten 32 Werken 
über die Entdeckung Amerikas, und endlich Bücher 
über Schach, Kochkunst, Geschichte. Philosophie, 
Heirat, Reisen, Mäßigkeit, Krieg und vieles andere. 
Unter den 300 Klassikern finden sich die frühesten 
Ausgaben von Apuleius, Cäsar, Cicero, Homer, 
Horaz, Livius, Catullus, Aristophanes, Herodot, 
Euripides, Plutarch, Seneca, Ovid, Aesop und Virgil, 
wie der großen Humanisten Dante, Petrarca, Boc 
caccio, Erasmus. Kurz, man müßte fast den ganzen 
Katalog der alten Literatur bis zum Ende des 
15. Jahrhunderts aufführen, wenn man den Inhalt 
der Sammlung angeben wollte. 
Neben Latein und Griechisch erscheinen 
Deutsch (in 52 Drucken), Spanisch, Hebräisch, 
Italienisch, Französisch, Slawonisch. Chinesisch; 
von englisch geschriebenen Werken sind nur acht 
vorhanden. Die Sammlung enthält 424 Erstaus 
gaben; 450 Werke sind nicht einmal in der Biblio 
graphie von Hain aufgeführt; 100 sind überhaupt 
noch in keinem Katalog beschrieben, und 100 
stammen aus den fünfzehn Jahren 1455 bis 1470. 
Unter den Druckorten finden wir an deutschen 
Städten Augsburg, Köln, Leipzig, Mainz, Nürnberg 
und Straßburg, neben Antwerpen, Barcelona, Basel, 
Brüssel, Florenz, London, Lyon, Mailand, Neapel, 
Paris, Rom, Sevilla, Venedig und Wien; unter den 
Druckern erscheinen die Kölner Ulrich Zell, der die 
ersten lateinischen Klassiker gedruckt haben soll, 
und Heinrich Quentell, Gutenberg, Fust und Schöffer; 
die Straßburger Mentel, Eggestein und Rusch, die 
A.ugsburger Zainer und Bämler und der Nürnberger 
Anton Koberger. 
Das Haupt- und Glanzstück der Vollbehrschen 
Sammlung ist natürlich die Pergamentbibel, 
die in diesen fast fünfhundert Jahren nur drei Be 
sitzer gehabt hat; Fust, der sie an die Benediktiner 
verkaufte, und Dr. Vollbehr, der sie im Jahre 
1926 um die Summe von 305.000 Dollar von den 
Benediktinern erwarb. Der Werl dieser Bibel wird 
von den Sachverständigen verschieden geschätzt; 
manche gehen bis auf eine Million Dollar. Im Jahre 
1769 wurden für eine Pergamentbibel 400 Dollar 
erzielt, 1817 nur 1192 Dollar, 1873 schon 16.190 Dol 
lar und 1911 bei der Hoe-Auktion in London 50.000 
Dollar, während Vollbehr fünfzehn Jahre später 
305.000 Dollar anlegen mußte. In Zukunft wird 
diese Bibel überhaupt um keinen Preis zu haben 
sein, da weder die Pariser Nationalbibliothek, noch 
das Britische Museum oder die Washingtoner Kon 
greßbibliothek je daran denken werden, ihren 
Schatz zu veräußern. 
Trotz des unschätzbaren Wertes, den die Samm 
lung darstelll, liest sich die Geschichte ihrer Erwer 
bung durch den Kongreß doch recht eigenartig. Die 
Sammlung war schon vor einigen Jahren in Amerika 
gezeigt worden, vor allem auf dem Eucharistischen 
Kongreß in Chikago, und die Gelehrtenwelt des 
Landes war einig in ihrer Bewunderung der zusam 
mengetragenen Schätze. Aber unter all den Millio 
nären und Milliardären fand sich keiner, der die ver 
langten drei Millionen anlegen wollte. Nur aus dem 
Ausland kamen einige Angebote in dieser Höhe, 
aber sie waren an die Bedingung geknüpft, daß die 
Sammlung aufgelöst und einzeln verkauft werden 
würde. Das konnte indes einem Sammler wie Voll 
behr, der fast eine Lebensarbeit daran gesetzt hatte, 
die Sammlung zusammenzubringen, wenig gefallen, 
und so bot er sie um die Hälfte des Preises der 
Kongreßbibliothek an, nur damit sie beisammen 
blieb. Aber der Kongreß griff nur sehr zögernd zu, 
da er bei einem Jahreshaushalt von mehr als vier 
Milliarden Dollar die anderthalb Millionen scheute. 
Erst als ausgiebige Verhöre von Sachkennern und 
ganze Fluten von Zuschriften aus dem Lande über 
den Kongreß hereinbrachen, die alle nicht nur den
	        

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“Jahrgang 22 (1930).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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