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Jahrgang 22 (1930) (2)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
Inter
Titel:
Internationale Sammler-Zeitung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
Inter_1930_22_2
Titel:
Jahrgang 22 (1930)
Bandzählung:
2
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Artikel

Titel:
Der Welfenschatz
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 22 (1930) (2)
  • Titelseite
  • Der Welfenschatz
  • Das Weltmuseum der Druckkunst
  • Juan de Flandes
  • Eine Million Dollar für ein Bild
  • Der zweite Teil der Bibliothek Blome
  • Van Dycks Engelkonzert
  • Auflösung der Inkunabel-Sammlung Vollbehr
  • Die Versteigerung bei Glückselig
  • Eine Selbstmordbibliothek
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Volltext

Seite 14 
INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG 
Nr. 2 
Zu den wertvollsten Stücken des Schatzes zählt 
das sogenannte große Kuppelreliquiar. Es 
ist ein 46 Zentimeter hohes, 40 Zentimeter breites 
Kästchen rheinischer Arbeit aus dem zwölften Jahr 
hundert, und hat die Gestalt einer in Kreuzform an 
gelegten Kirche mit einer Mittelkuppel. Der Unter 
bau und die Kuppel sind durch Arkaden in Nischen 
geteilt, in deren jeder eine Figur aus Walroßzahn 
steht oder sitzt. Die Kuppel wölbt sich mit je 
einem Wulst über je eine Kuppelnische. Jeder die 
ser Wülste, jede Säule, jedes Giebelfeld, jede Nische 
weist ein anderes farbenprächtiges Ornamentmuster 
in aufgelegter Emailarbeit auf, die Wände selbst sind 
aus vergoldetem Kupferblech, die ein Holzkästchen 
verkleiden. Das Ganze ruht auf sitzenden Greifen. 
Dieses Kästchen soll bis zum Jahre 1482 einen Teil 
des Hauptes des heiligen Gregorius enthalten 
haben, von dem sich auch ein Teil in der Wiener 
Stephanskirche befindet. 
Ein ähnlich kostbares Stück ist der Schrein- 
a 11 a r des E i 1 b e r t u s mit der ungemein sel 
tenen Signatur des Kölner Meisters „Eilbertus Co- 
loniensis me fecit“. Der Schrein ist mit emaillierten 
Kupferplatten belegt und trägt an den Seitenflächen 
18 bunte Emailbildchen der Propheten Daniel, 
Ezechiel, David, Isaias, Jeremias, Salomon, Jakob, 
Zacharias und anderer. Die Deckelfläche aber trägt 
zwölf Emailbildchen der Apostel, acht Bildchen des 
Lebens Christi und in der Mitte, von einem großen 
Plättchen undurchsichtigen Bergkristalls überdeckt, 
auf Pergament gemalt, Christus als Richter der Welt, 
in der Rechten das Buch des Lebens, die Linke 
segnend erhoben, 
Auch von den Gertruden ist ein Schrein da, 
aber kostbarer ist das Gertrudenkreuz, das 
an Pracht und Wert nur von dem Weifenkreuz über- 1 
troffen wird. Das Weifenkreuz selbst besteht 
aus Gold, Email, Edelsteinen und Perlen, und ruht 
auf einem figuralen Sockel. Es stammt aus dem 
zwölften Jahrhundert und birgt Knochenteilchen von 
Petrus, Sebastian, dem Evangelisten Mar 
kus und einem anderen Heiligen. Der Gekreuzigte 
ist von drei Köpfen umgeben; rechts Maria, links 
Johannes und über dem Haupte Christi, an der 
Stelle, wo sonst nur Gottvater dargestellt wird, ein 
junges Männerhaupt, über dessen Bedeutung man 
sich nicht im klaren ist. Eine besondere Reliquie 
enthält der goldene Buchdeckel eines Pergament 
kodex aus dem 13. Jahrhundert: zwei Splitter 
vom Kreuze, in Kreuzform aufgelegt, ringsum 
Miniaturen unter Bergkristall. 
Eine kleine Herme mit Reliquien des heiligen 
Blasius, den sie darstellt, verweist noch auf die 
ursprünglichen Hüter und Eigentümer des ganzen 
Weifenschatzes. Heinrich der Löwe hat nämlich in 
Braunschweig die Blasiuskirche erbauen lassen und 
dort den Schatz zunächst aufbewahrt. Otto IV. 
soll dann ein Testament gemacht haben, worin er 
den Weifenschatz ,,Gött und dem Heiligen Blasius“ 
vermachte, so daß der Schatz nun eigentlich Eigen 
tum der Kirche gewesen wäre und bis heute hätte 
bleiben können. Dieses Testament geriet jedoch in 
Vergessenheit und die Welfen erbten den Schatz 
untereinander als Krongut fort. Im Anfang des 
19. Jahrhunderts kam er in das neugegründete 
Weifenmuseum. Nach dem Kriege von 1866 aber, 
als Preußen die Welfen absetzte und ihre Krongüter 
einzog, beließ man dem Welf engeschlecht den 
Schatz als Familiengut, und um zu vermeiden, daß 
er nicht schließlich doch als Krongut erklärt und 
eingezogen werde, brachten ihn die Besitzer in das 
Penzinger Schloß nach Wien, 
Das Weltmuseum 
Von Dr, A. Ruppel, Direktor des 
Um das Jahr 1445 geschah zu Mainz am Rhein 
eine welthistorische Tat, die berufen war, das Ange 
sicht der Erde zu verändern. Das große Ereignis be 
stand in der unscheinbaren Tatsache, daß der Main 
zer Bürger Johann Gensfleisch, genannt Gutenberg, 
die Kunst erfand, mit beweglichen, gegossenen Me 
tallbuchstaben die Handschriften, die bisher nur 
wenigen zugänglich waren, mit unheimlicher Schnel 
ligkeit und in schier unbegrenzter Zahl zu verviel 
fältigen und so das Wissen der Welt zum Allgemein 
gut der Menschheit zu machen. Nicht erst die Ent 
deckung Amerikas (1492) oder die noch spätere 
Reformation (1517) leiteten die neue Zeit ein — denn 
beide Ereignisse hatten nur für einen Teil der Welt 
und auch nur für Teilgebiete des kulturellen und 
wirtschaftlichen Lebens Bedeutung. Die Quelle, aus 
der das gesamte Leben der Neuzeit in der ganzen 
Welt Befruchtung und Nahrung erhielt, war die 
Buchdruckerkunst. Gutenbergs Erfindung ist es ge 
wesen, die das Gesicht der Neuzeit formte und auf 
die Entwicklung aller Gebiete des menschlichen 
Lebens den entscheidenden Einfluß ausübte: auf 
Denken und Sein, Wissenschaft und Kunst, Wirt 
schaft und Technik. Wenn irgend ein Mensch ver 
dient, Vater der Neuzeit zu heißen, so ist es weder 
Christoph Kolumbus noch Martin Luther, sondern 
Johannes Gutenberg; denn nur diesem gottbegnade 
ten Genie wird der Fortschritt verdankt, der die 
der Druckkunst. 
Gutenberg-Museums in Mainz. 
Neuzeit von dem Mittelalter scheidet. Wir mögen 
uns dessen bewußt sein oder nicht: wir alle wären 
nicht, was wir sind, ohne die alles beherrschende 
Tat des großen Meisters, 
Die Welt weiß es, was sie diesem Manne schul 
det; sie hat daher keine schickliche Gelegenheit vor 
übergehen lassen, ohne ihm dankbar zu huldigen: sie 
errichtete ihm zahlreiche Denkmäler, erinnerte sich 
1640, 1740 und 1840 in herrlichen Jahrhundertfesten 
an die Größe seiner Erfindung, feierte in nie gesehe 
ner Pracht im Jahre 1900 seinen 500. Geburtstag und 
wird in zehn Jahren bei der Halbjahrtausendfeier 
der Druckkunst (1940) diesem großen Wohltäter der 
Menschheit keine geringere Huldigung darbringen. 
Als lebendiges Erinnerungsmal an den unsterb 
lichen Meister wurde im Jahre 1900 in Mainz das 
Gutenberg-Museum gegründet, dessen Zweck es ist, 
alles, was für die Erfindung Gutenbergs Zeugnis ab 
legt, aber auch alles, was die Geschichte der gesam 
ten Druckkunst in allen Kulturländern der Erde , be 
trifft, zu sammeln, zu sichten, zu bearbeiten, auszu 
stellen und in wissenschaftlichen Veröffentlichungen 
weitesten Kreisen bekanntzugeben. 
Das Programm des Gutenberg-Museums war seit 
der Gründung international. Sein Sammel- und 
Arbeitsgebiet beschränkt sich also nicht auf Guten 
berg allein, sondern auf alle Drucker der Welt; nicht 
auf einzelne Länder, sondern auf alle Länder der
	        

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“Jahrgang 22 (1930).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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