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Jahrgang 23 (1931) (19)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
Inter
Titel:
Internationale Sammler-Zeitung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
Inter_1931_23_19
Titel:
Jahrgang 23 (1931)
Bandzählung:
19
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Titelseite

Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Titelseite

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 23 (1931) (19)
  • Titelseite
  • Werbung
  • Titelseite
  • Zwei Sammlertypen
  • Ein Malerschicksal
  • Das Folgerecht
  • Sammlung Gresley, Drakelowe
  • Bilderschwindel allerwegen
  • Spanien und die Philatelie
  • Das Gustav Adolf Jahr 1932 in Nürnberg
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Volltext

Tnfemaffonale 
^amnt(er£dfuni) 
Zentralblatt für Sammler, Liebhaber und Kunstfreunde 
Herausgeber: Norbert Ehrlich 
23. Jahrgang Wien, 1. Oktober 1931 Nr. 19 
Zwei Sammlertypen. 
Oskar Huldschinsky, — Julius Gustav Licht. 
Innerhalb weniger Tage hat Berlin zwei 
Sammler verloren, die allerdings verschiedene Typen 
repräsentierten:Oskar Huldschinsky und Julius 
Gustav Licht. 
Oskar Huldschinsky zählte zu den ersten 
Sammlern der Aera, die durch den Namen Bodes ge 
kennzeichnet ist. Als er noch in Oberschlesien als 
Industrieller lebte, besaß er schon eine kleine Ga 
lerie alter Bilder, die er als Kompensation für eine 
Forderung erhalten hatte. Als er dann nach Berlin 
übersiedelte und in Beziehungen zu Bode trat, sagte 
ihm dieser große Kenner freimütig, wie er es ge 
wohnt war, daß in seiner Sammlung ein einziges 
Original sich befinde, das sei er, der glaube, daß 
seine Bilder von irgend einem besonderen Werte 
wären. Huldschinsky ließ sich das gesagt sein, er 
entledigte sich rasch seiner Galerie und bat Bode, 
ihm eine kleine Kollektion holländischer Bilder zu 
sammenzustellen, aber, fügte er hinzu, »keines teu 
erer als höchstens tausend Mark«. Das ging noch 
damals und bald hatte Huldschinsky wieder eine 
kleine Galerie, an der er aber auch nicht lange Ge 
fallen fand. Bald stieß er auch diese Galerie ab und 
begann nun, durch Erfahrung belehrt, erste Quali 
täten zu sammeln. 
Im Jahre 1908 hatte Huldschinsky bereits eine 
beträchtliche Sammlung, in der ein Raffael domi 
nierte. Diesen Raffael hat Huldschinsky allerdings 
später an Sir Duveen um ca. 1 Million Mark ver 
kauft, aber es blieb in der Sammlung noch genug an 
großen Kanonen übrig, um die Versteigerung, die, 
wie unsere Leser sich erinnern werden, am 10. und 
11. Mai 1928 Paul Cassirer und Hugo H e 1 b i n g 
in Berlin durchführten, zu einem Ereignis auf dem 
Kunstmarkt zu gestalten. Sie hat 4% Millionen ab 
geworfen und Rekordpreise für Bilder gebracht, die 
seitdem nicht mehr erreicht werden konnten. 
So zahlte Duveen für das Porträt der „Hendrikje 
Stoffels“ von Rembrandt 570,000 Mark, J. & S. 
Goldschmidt in Frankfurt a. M. erwarben die beiden 
galanten Pendants »Der Antrag« und »Das Strumpf 
band« von Jean Francois de T r o y um 310,000 Mark. 
Das kleine Bildnis des Malers Voß von Frans Hals 
dem Aelteren ging um 305.000 Mark an einen Ber 
liner Sammler und hätten nicht die holländischen 
Kunsthändler zusammengehalten, um »Das kranke 
Kind« von Gabriel M e t s u dem Rijksmuseum in 
Amsterdam zu sichern, so hätte auch dieses unge 
mein wertvolle Bild einen weit höheren Betrag er 
zielt als 200.000 Mark. Botticellis »Verkündi 
gung« erstand Boehler in München um 210.000 Mark, 
das Frauenbildnis von del P i o m b o brachte 185,000 
Mark. »Der Brief« von Gerard Terborch über 
stieg mit 150.000 Mark weit die Taxe. Das 11 Zen 
timeter große, runde Frauenbildnis von Hans Hol 
bein dem Jüngeren wurde dem Dr. Zatzenstein von 
der Galerie Matthiessen in Berlin mit 155.000 Mark 
zugeschlagen. Die kleine Landschaft »Haarlem, von 
den Dünen bei Overseen gesehen« von Jacob van 
Ruisdael kostete 80.000 Mark, das Bildnis einer 
jungen Frau von Guliano B u g i a r d i n i 79.000 Mark, 
Rubens’ Entwurf zum Delius Mus in der Wiener 
Liechtenstein-Galerie 76.000, Jan Steens »Der 
Prinsjesdag« 70.000 Mark und so Jort. Manche Bilder 
hatten eine zwei-, dreifache Wertsteigerung erfahren, 
was Huldschinsky, der sich nur infolge seines hohen 
Alters — er hatte damals schon das achte Jahrzehnt 
Überschritten — von seinen Schätzen trennte, eine 
gewisse Genugtuung bot. An die Sammlung Huld 
schinsky erinnert heute nur noch der prachtvolle 
Katalog, der aus Anlaß der Versteigerung heraus 
gegeben wurde. 
Wiener Sammler wird es interessieren, daß 
Huldschinsky ein Schwager des sog. »Fiaker-Pick« 
gewesen ist, des Verfassers des heute noch sehr 
populären Fiakerliedes (»Ich hab' zwei harbe Rap 
pen«). Ein Sohn dieses Fiaker-Pick ist der Ober 
landesgerichtsrat in P. Alois Pick, der als Sammler 
von Wiener Theatralia und von — Hüten berühmter 
Männer bekannt ist. 
Der andere Berliner Sammler, der jetzt das 
Zeitliche segnete, der Konsul Gustav Licht, hatte 
vor einem Menschenalter in Dresden mit dem Sam 
meln von alten Stichen und mit Bildern der neuen 
Dresdner Maler (Gustav Kühl usw.) begonnen. Als 
er später nach Berlin kam, wechselte er sein Sammel 
gebiet. Er stieß seine Dürer ab und sammelte eng 
lische Farbstiche, Alt-Wiener Ansichten, zwischen 
durch den modernen Ury, und zwar die frühen Bilder 
dieses Meisters, die überhaupt die ersten impressio 
nistischen Werke der deutschen Malerei waren. Bei 
Arnsler & Ruthardt stöberte Licht die berühmte 
Savignysche Zeichnungssammlung auf, für die er sich 
von einem Meister der Architektur, wie Oskar Kauf 
mann, vielbewunderte Schränke bauen ließ, aber er 
konnte sich seiner Schätze nicht lange erfreuen.
	        

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“Jahrgang 23 (1931).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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