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Jahrgang 23 (1931) (8)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
Inter
Titel:
Internationale Sammler-Zeitung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
Inter_1931_23_8
Titel:
Jahrgang 23 (1931)
Bandzählung:
8
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Artikel

Titel:
Die Sammlung W. von Dirksen
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 23 (1931) (8)
  • Titelseite
  • Werbung
  • Titelseite
  • Die Sammlung W. von Dirksen
  • Alfred Wawra
  • Auktion Erich von Goldschmidt-Rothschild
  • Die Fürst zu Stollbergsche Bibliothek in Wernigerode
  • Aus drei berühmten Sammlungen
  • Kunstwerke aus deutschem Museumsbesitz
  • Eine ungarische Kunstausstellung in Amerika
  • Kirchenscheiben aus dem 14. Jahrhundert
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Volltext

Nr. 8 
INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG 
Seite 83 
französischen Arbeiten des 14. Jahrhunderts, der 
braun patinierten Muttergottes und einem Relief der 
Kreuzigung, daran schließt sich als typische Arbeit 
der oberitalienischen Embriacchiwerkstatt eine 
sechsseitige Kassette mit Verzierung in Certosima- 
mosaik auf den Holzteilen und aus dem 15. Jahr 
hundert ein gut erhaltenes Kästchen mit Heiligen 
figuren auf dem Deckel und biblischen Darstellungen 
auf den senkrechten Wänden. Die letzte Blüte der 
europäischen Elfenbeinschnitzerei in der Barockzeit 
wird durch mehrere Deckelkrüge mit Elfenbeinman 
tel veranschaulicht, 
Die Silberfassung der Krüge führt bereits zu 
den Goldschmiedearbeiten hinüber. Hier 
steht im Mittelpunkt ein Hauptwerk des Matthaeus 
Wallbaum (f 1632), der aus Ebenholz und Silber 
mit Teilvergoldung in fünf Geschossen mit zwei 
Flügeln aufgebaute Hausaltar. Während die orna 
mentalen Silberbeschläge auch auf anderen Arbeiten 
Wallbaums — Kunstschränken und Altären — wie- 
derkehren, hat der zu den führenden Künstlern unter 
den Augsburger Goldschmieden der Spätreniaissance 
zählende Meister die sechs figürlichen Silberreliefs 
mit Szenen aus dem Leben Mariae für diesen Ma 
rienaltar entworfen und' getrieben. 
Die Keramik kommt in der Sammlung Dirksen 
nur mit den italienischen Majoliken zum Wort. 
Die Führung haben hier die dekorativen, in Blau 
malerei und goldiger Lüstrierung verzierten Schüs 
seln aus Deruta, mit Frauenbrustbildern, zu denen 
auch noch Vasen von der Deruta eigentümlichen ge 
henkelten Form vorhanden sind, Von bester Quali 
tät in Zeichnung und Lüster ist die rein ornamentale 
Derutaschüssel mit dem Wappen der Rovere aus dem 
ersten Viertel des 16. Jahrhunderts. Von Majoliken 
anderer Fabriken — aus Faenza, Castel Dur ante. 
Urbino — hat namentlich die schöne Schale von 
Nicola da Drbino mit der Galathea nach Raffaels 
Farnesinafresken besonderes Interesse für die Majo 
likageschichte, weil sie mit der Jahreszahl 1542 das 
letzte Datum gibt, bis zu dem wir die Tätigkeit die 
ses für den Majolikastil im zweiten Viertel des 16. 
Jahrhunderts maßgebenden Künstlers verfolgen 
können. 
Es fehlen in der Sammlung auch nicht wertvolle 
deutsche und Schweizer Glasgemälde, silberne 
Humpen und Schüsseln, französische Maler- 
e .mail arbeiten des 16. Jahrhunderts, sowie 
Limousina, Grubenschmelzarbeiten, des 13. Jahrhun 
derts. Die von Dr. V e r r e s katalogisierten Re 
naissance-Medaillen und Plaketten, 
im ganzen etwa 130 Stück, sind durchwegs von Bode 
erworben. Neben den Bronzemedaillen finden sich 
darunter auch einige alte Bleigüsse von Pisanello- 
Arbeiten; bemerkenswert ist ferner eine Serie von 
Papstmedaillen aus dem späteren 15. und 16. Jahr 
hundert. Wegen ihrer Seltenheit wäre die Medaille 
des Jean Märende aus dem Jahre 1499 auf König 
Ludwig XII. von Frankreich und seine Gemahlin zu 
erwähnen. 
Von großem Interesse dürften schließlich auch 
die alten, persischen T e p pi che sein, die von jeher 
den Stolz der Sammlung Dirksen bildeten, allen vor 
an der berühmte Ispahan, der von vielen Ausstel 
lungen her bekannt ist, 
Der Katalog, zu dem Otto von F a 1 k e das Vor 
wort schrieb, ist mit 81 Abbildungstafeln ausgestattet. 
Jllfred Wawra. 
Der Wiener Kunsthandel hat einen schweren 
Verlust erlitten. In der Nacht auf den 9. April ist der 
Inhaber des Kunstauktionshauses C. J. Wawra, Herr 
Alfred W a w r a nach mehrwöchentlicher Krankheit 
im 54. Lebensjahre gestorben. 
Mit Alfred Wawra ist einer der hervorragend 
sten Vertreter des Wiener Kunsthandels dahinge 
gangen. Seine Biographie ist die Geschichte des 
Wiener Kunstmarktes in den letzten dreißig Jahren. 
Nach Absolvierung der Realschule trat Wawra, den 
Neigung zur Kunst zum Kunsthandel zog, in die 
Firma C. J. Wawra, die sein Vater, nachdem er 
sich von Miethke getrennt, selbständig leitete. Das 
Auktionswesen stak damals noch in den Kinder 
schuhen und es bedeutete ein Wagnis, daß die Firma 
mit Kupferstichauktionen auf den Plan trat. Aber 
es glückte und der Erfolg ermutigte C. J, Wawra, 
seinen Versteigerungen eine immer größere Aus 
dehnung zu geben. Aber immer waren es nur Kup 
ferstichauktionen. Da faßte Alfred Wawra, der sich 
liebevoll in das Studium der österreichischen 
Maler versenkt hatte und bald ein anerkannter 
Fachmann auf diesem Gebiete wurde, den Entschluß, 
auch Bilder österreichischer Künstler, voran natür 
lich der Wiener, in die Auktionen einzubeziehen. 
Allmählich wurde der Kreis weiter. Bald waren auf 
den Auktionen auch Bilder alter, nichtheimischer 
Meister zu sehen, ihnen gesellten sich, mit der Zeit 
Kunstwerke der Plastik, Antiquitäten etc. Und in 
dem Maße, in dem der Umfang des Betriebes wuchs, 
stieg auch das Ansehen des Hauses C. J. Wawra, das 
bald internationale Bedeutung erlangte. 
Beredter, als alle Worte, sprechen Zahlen für 
die Geltung der Firma C. J. Wawra. Nicht weniger 
als 313 Kunstauktionen hat Alfred Wawra. 
in den drei Jahrzehnten, in denen er das Kunst 
auktionshaus leitete, durchgeführt, zehn und mehr 
im Jahre, darunter Auktionen, die den Namen Wawra 
in alle Welt trugen. Wir erinnern nur an die sensa 
tionellen Versteigerungen der Sammlungen Fürst 
Metternich, Graf Esterhazy, Dr. Alfred Spitzer, Lob- 
meyr, Daffinger, Klink osch, Baron Bingeleben, Wein 
berger, Mayer, von den vielen nicht zu sprechen, die 
auf Wunsch der Eigentümer anonym oder unter An 
fangsbuchstaben veranstaltet wurden. Aber auch 
diese mußten Qualität haben, das war die erste Vor 
bedingung für Wawra, der äußerst kritisch bei der 
Wahl der zur Auktion übernommenen Objekte war. 
Was nicht vor seinem gesunden, durch eine reiche 
Erfahrung gefestigten Urteil bestehen konnte, das 
wies er zurück. In diesem Punkte kannte er keine 
Konzessionen, Mögen andere daran reich werden, 
sagte er, mir ist mein guter Name lieber. Auch flür 
„hohe Schätzungen" war er nicht zu haben: Das 
Ding ist so und soviel wert und so kommts in den 
Katalog. 
Und gerade diesen Eigenschaften dankte Wawra 
seinen Zulauf. Man muß eine Stunde in seinem Ge 
schäfte zugebracht haben, um eine Vorstellung 
davon zu haben, wie es bei ihm' zuging. ,,Wie im 
ewigen Leben", pflegte er sich scherzhaft zu äußern. 
Der kam, um ein Bild expertisieren zu lassen, der 
brachte eine Miniatur, um sie auf ihre Echtheit prü 
fen zu lassen, jener wollte sich Rat wegen des Ver 
kaufs eines Kunstgegenstandes holen u. dgl. mehr. 
Und Wawra gab mit einer wahren Engelsgeduld, 
wenn auch oft in seiner urwüchsigen Wiener Art 
Bescheid.
	        

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“Jahrgang 23 (1931).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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