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Jahrgang 23 (1931) (8)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
Inter
Titel:
Internationale Sammler-Zeitung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
Inter_1931_23_8
Titel:
Jahrgang 23 (1931)
Bandzählung:
8
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Artikel

Titel:
Alfred Wawra
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 23 (1931) (8)
  • Titelseite
  • Werbung
  • Titelseite
  • Die Sammlung W. von Dirksen
  • Alfred Wawra
  • Auktion Erich von Goldschmidt-Rothschild
  • Die Fürst zu Stollbergsche Bibliothek in Wernigerode
  • Aus drei berühmten Sammlungen
  • Kunstwerke aus deutschem Museumsbesitz
  • Eine ungarische Kunstausstellung in Amerika
  • Kirchenscheiben aus dem 14. Jahrhundert
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Volltext

Seite 84 
INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG 
Nr. 8 
Bei Ihnen, sagte ihm einmal ein sehr hoher Hof 
funktionär, kommt man viel schwerer vor, als bei 
Seiner Majestät. Ja, erwiderte Wawra, bei mir mahlt 
zuerst, wer zuerst kommt. 
Die Reihenfolge der Besucher durfte nur unter 
brochen werden, wenn es sich um einen Hilfsbe 
dürftigen handelte. Bei ihm galt das Wort: Wer 
schnell gibt, gibt doppelt. Er wollte keinen Armen 
warten lassen. Wer weiß, wie nötig der arme Teufel 
es hat. So dachte und handelte Wawra und es gab 
gar viele, die auf sein gutes Herz sündigten. 
Bei den Schaustellungen seiner Auktionen gab 
es keinen redlicheren Cicerone, als Wawra. Wenn 
er sagte, „das ist echt, da könnens Gift darauf 
nehmen“, konnte man sicher sein, daß man nicht 
hereinfiel. Denn Wawra war mit solchen Gutachten 
sehr vorsichtig. 
Wie groß der Respekt vor seinen Expertisen 
war, das konnten wir einmal bei einer Auktion im 
Dorotheum wahrnehmen. Da wurde ein Bild ausge 
boten, das im Katalog einem bestimmten Maler zu 
gewiesen wurde; Wawra aber hatte die Urheber 
schaft bestritten und der die Auktion leitende Funk 
tionär — ein Kunstgelehrter — ermangelte nicht, 
darauf hinzuweisen, daß Wawra das Bild für das 
und das halte. 
Bei den Auktionen war Wawra ziemlich 
schweigsam. Nur selten unterstrich er den Wert eines 
Objektes mit einigen Worten, aber in diesen Fällen 
konnte er der Wirkung sicher sein. Die Angebote 
schnellten sofort in die Höhe. Erwies sich hie und da, 
daß ein Objekt irgendwie der Beschreibung nicht 
entsprach, so verschanzte er sich nicht hinter den 
gedruckten Auktionsbedingungen, sondern nahm 
den Gegenstand sofort zurück, „Ja, das Meßgewand 
hing zu hoch, das konnten Sie nicht genau sehen, 
das geht zurück. Bei mir hat noch niemand sein 
Geld verloren.“ 
Still und bescheiden, wie er gelebt, wollte 
Wawra auch zur letzten Ruhe gebettet werden. 
Nach seinem Wunsche sollte sein Ableben erst 
nach der Beisetzung bekanntgegeben werden, aber 
es sprach sich im Kreise seiner Freunde — und er 
hatte ja nur Freunde — herum, daß der gute, immer 
hilfsbereite Mann nicht mehr ist und als man ihn 
an dem schönen Frühlingsnachmittag des 13. April 
auf den Hietzinger Friedhof hinaustrug, da war die 
Grabstätte von einer dichten Menschenmenge um 
säumt. Unter den Trauergästen sah man da neben 
der gramgebeugten jungen Witwe, der sich die herz 
lichste Teilnahme aller zuwendet, die Alfred Wawra 
gekannt, seinen Bruder Dr. Wawra, die lang 
jährigen, treuen Mitarbeiter Daubrawa und 
Schivitz, den Vorstand der Vereinigung der An 
tiquitäten- und Kunsthändler, Kommerzialrat Rudolf 
Berger, seine alten Jagdfreunde, die Hofräte 
D o k o p i 1 und P o 11 a k — Jagd war die einzige 
Erholung, die sich Wawra gönnte — den Chef des 
Kunsthauses Artaria, Herrn Dominik A r t a r i a, die 
Inhaber der Kunstauktionshäuser Albert Kend e, 
S. K e n di e, J. Fischer, den Anwalt Wawras 
Dr. Schück, die Sammler Baron Leopold Popper, 
Kommerzialrat Reisen leitner, die Kunsthänd 
ler Felix Glückselig, Hermann Fromme, 
Fabrikant F a b e r etc. 
Die Firma C. J. Wawra erlischt erfreulicherweise 
nicht: dem letzten Willen Wawras zufolge wird das 
Kunstauktionshaus von Wawras bewährten Hilfs 
kräften, den Herren Schivitz und Daubrawa 
weitergeführt werden. Wir sind überzeugt, daß sie 
stets des Dichterwortes eingedenk sein werden: „Ein 
großer Name ist eine große Schuld.“ 
«Auktion Crich von Soldschmidt-Jlothschild. 
Bei der Auktion Erich von Goldschmidt- 
Rothschild in Berlin (siehe Nr. 7 der »Inter 
nationalen Sammlerzeitung«) wurden weiters fol 
gende Preise (in Mark) erzielt: 
Möbel. 
127 .Schwarze Lackkommode, von Jacques Dubois . . . 28.000 
128 Desgl 31.000 
129 Tisch, Paris, um 1790 1400 
130 Dreiteiliger PaTavent, Lyon, Mitte 18. J 750 
131 Tischchen, Frankreich, um 1760 320 
132 Zwei schwarze Lack-Eckschränke von Dufour . . 12.000 
133 Ofenschirm, Pointbezug, Frankreich, Anf. 18. J. . . 1000 
134 Zwei Konsoltische, Süddeutschland, um 1750 .... 400 
135 Tischchen, Frankreich, um 1790 850 
136 Sitzmöbel-Garnitur, Bezüge Au'busson, Mitte 18. J. . 18.500 
137 Ofenschirm, um 1790 120 
138 Blumenständer, Holland, um 1780 720 
139 Vier Sessel, Frankreich, um 1730 14,500 
140 Sofa, Frankreich, um 1750 3700 
141 Ecktisch, Paris, um 1780 (Jacques Laurent Cosson) . 1100 
142 Notenpult, Frankreich, um 1820 600 
143 Ein Paar große Lehnsessel, Paris, um 1730 .... 21.000 
144 Ovales Tischchen, Frankreich, um 1760 2200 
145 Rechteckiges Tischchen, Frankreich, um 1790 . . . 420 
146 Sofa, Frankreich, um 1760 6200 
147 Vier Sessel, Frankreich, um 1780 3200 
148 Kommode, Frankreich, Art des Jacob, um 1790 . . 1040 
149 Toilettetisch, Frankreich, um 1790 1700 
150 Ovaler Tisch, Paris, um 1770 (A. L. Gilbert) . . . 8000 
151 Gueridon, Frankreich, um 1770—1780 720 
152 Toilettetisch, Paris, um 1790 (Louis Moreau) .... 1700 
153 Tisch, Frankreich, um 1790 160 
154 Konsoltisch, Frankreich, um 1720 2600 
155 Sessel, Paris, Art des Delanois 6800 
156 Kleiner Sessel, Paris (Noel Poirie) 1000 
157 Spieltisch, um 1790 220 
158 Tisch, Paris (Pierre Roussel) 4200 
159 Tischchen, Frankreich, um 1750 3000 
160 Desgleichen 1700 
161 Damensekretär, Frankreich, um 1750 9000 
162 Tischchen, Frankreich, um 1790 120 
163 Ovales Tischchen, Paris (Dufautoy) 310 
164 Tischchen, Paris (Duibois) 4200 
165 Kleiner Stuhl, Bezug Aubusson, um 1770 1250 
166 Schreibsekretär, Paris (Nicolas Petit) 6300 
167 Kommode, Paris (Gilbert) 27.000 
168 Schrank, Frankreich, um 1780 2800 
169 Damenschreibtisch, Frankreich, um 1790 8000 
170 Schreibtisch, Paris (Fromageau) 3100 
171 Modell-Schreibbüro, Paris, um 1750—1760 1900 
172 Desgleichen 480 
173 Modell-Kommode, Holland, um 1770 1100 
174 Modell-Tischchen, Frankreich, um 1740 700 
175 Modell-Stuhl, Frankreich, um 1780 160 
176 Zwei Modell-Sessel, Frankreich, um 1710 240 
177 Schatulle, Art des Roentgen 1000 
178 Flaschenkasten, Frankreich, um 1760 5000 
179 Kleine Truhe, Süddeutschland, frühes 17. J 160 
180 Barometer, Frankreich, um 1730 6000 
181 Schreibzeug, Frankreich, um 1750 3200 
182 Tintenfaß, Frankreich, um 1780 1500 
182a Vitrinen-Tisch, klassist. Stil 420 
183 Schränkchen, Louis-XVI.-Stil 250 
184 Tischchen, Mahagoni 350 
185 Desgleichen, Eiche geschnitzt 700 
186 Großer Toilettespiegel, Deutschland, Ende 17, J. . . 750 
186a Wandspiegel, Deutschland, um 1790 240 
187 Kaminspiegel, Frankreich, um 1770 205 
188 Kaminspiegel, Grisaille, um 1780 240 
189 Desgleichen 390 
190 Desgleichen 520 
191 Ein Paar ovale Marmorreliefe, Frankr., um 1725 '. . 850 
192 Dekorative Vase, Italien, 17. J 200 
Porzellan und Lack in Bronzemontierung. 
193 Blumentopf, Meißen, um 1740 1300 
194 Ein Paar kl. Aufsätze, Meißen, Paris, um 1745 ... 950 
195 Ein Paar kleine Blumentöpfe, Japan um 1700, Frank 
reich, Mitte 18. J. . 900
	        

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