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Jahrgang 25 (1933) (3)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
Inter
Titel:
Internationale Sammler-Zeitung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
Inter_1933_25_3
Titel:
Jahrgang 25 (1933)
Bandzählung:
3
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Artikel

Titel:
Besitzer - Besessener
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 25 (1933) (3)
  • Titelseite
  • Werbung
  • Titelseite
  • 25 Jahre Internationale Sammler-Zeitung
  • Zur Geschichte und über den Wert des Sammelns
  • Wiederaufrichtung der Kunst
  • Minitaturen
  • Porzellan
  • Eine kleine Rundfrage
  • Mein Werdegang als Sammler
  • Besitzer - Besessener
  • Von der Uhrenkammer zum Uhren-Museum
  • Ein Vierteljahrhundert Wiener Antiquitäten
  • Wiener Kunstauktionen
  • Aus den Schlössern des Erzherzogs Friedrich
  • Rheinischer und mitteldeutscher Kunstbesitz
  • Autographen und Handzeichnungen
  • Versteigerung Prinz Rospigliosi
  • Eine Spinoza-Ausstellung
  • Nachlass Dr. Stephan v. Licht
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Volltext

Seite 28 
INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG 
Nr. 3 
Sklave? Als Besitzer, als Besessener? Er darf alles 
sein, nur nicht gleichgültig. 
* 
Nur zu oft und zu leicht macht, was dem Samm 
ler gehört, ihn hörig, 
* 
Aktivität des Sammlers: aufspüren, aufwecken, 
aufrütteln. 
* 
Sammler: König. Händler; Kärrner. 
* 
Sammeln, als Handwerk betrieben, kann er 
lernt werden. Sammeln, als Kunst geübt, setzt Be 
gabung voraus. 
* 
Die Marodeure des Sammlerheeres: der 
marchand-amateur und der Fälscher. 
* 
Zur Typologie des Sammlers. Der Spieler, Der 
Abenteurer, Der Eroberer, Der Organisator, Mit 
allen Zwischenstufen, die sich aus den denkbaren 
Kombinationen ergeben. 
* 
Der rechte Sammler ist produktiv, gedanken- 
und geistvoll. Er ist schöpferisch, wie irgend ein 
Künstler, Er hat die Launen, er hat den Starrsinn 
im Verfolgen eines Zieles auch, wie dieser. (Beide 
allerdings müssen Format haben.) Er kann, wie et 
wa die Boisseree, im Grunde genommen unkünstle 
risch empfinden und dennoch — seltsames Spiel! — 
ein Kunstwerk aufrichten: eine vollendete Samm 
lung; er kann, wie sie, einen neuen Gedanken for 
mulieren, eine neue Form des Sammelns finden, 
diesem eine neue Grundlage schaffen. So ist seine 
Produktivität. 
* 
Die Verres-Natur im Sammler läßt ihn über 
Leichen gehen. Sie läßt ihn aber auch für sein Werk 
sterben. Er gibt eher sich auf als dieses. Das Werk 
berührt das Ewige in ihm; seine Aufrichtung war die 
Idee eines Lebens, das sonst sinnlos hätte sein kön 
nen, Sinnvoll tritt der Tod vor, um das Werk zu 
retten. 
* 
Welch eine Fülle von Erlebnissen erwächst 
dem Sammler! Welch ein Kampffeld der Leiden 
schaften ist in ihm! Welch eine Hölle verschlingt 
ihn, den das Verlangen peinigt, welch ein Himmel 
umfängt ihn, den die Erfüllung beglückt! Jede Er 
füllung aber zeugt ein neues Verlangen, und der 
aus sich Getriebene ist, ein andrer Ahasver, zur 
Ruhelosigkeit verdammt. 
* 
Das Recht auf den Besitz dürfte, trotz allem, 
nur dem zugestanden sein, der sich der Pflicht des 
jederzeitigen Ausstellens (in einem, weitgefaßten 
Sinn) bewußt ist. 
* 
Auch diese Kunst, auch die Kunst des Sam 
melns, hat mit Ethik nicht viel und nicht immer zu 
tun, und der unedelste, skrupelloseste Sammler kann 
das herrlichste Werk schaffen. Der Erfolg entschei 
det, wie in allem, was das Außen der Dinge betrifft. 
Die Wirkung entscheidet; sie aber betrifft das Innen 
der Dinge und der Menschen; mit ihr kehrt die 
Ethik auf den verlassenen Posten zurück; diese ist 
unabweisbar. War das ethische Prinzip, uner 
wünscht und ungekannt, sogar in jenem Sammler? 
War er, ohne, war er wider seinen Willen, dessen 
Werkzeug? 
* 
Herr seines Schicksals und seiner Seele muß 
der Sammler sein. Es ist ihm (den Wackenroder- 
schen Ausdruck verwendend) gegeben, den Bilder 
saal zum Jahrmarkt oder zum Tempel zu machen. 
Seine Wohnung sollte (und dieses Wort klingt an 
das Hevesis über Dumba an) eine Selbstbiographie 
sein. Um im Bilde zu bleiben: ein Selbstbildnis, 
* 
Welch ein wundervolles Geheimnis, daß ein 
Kunstwerk, verborgen, vergessen, anscheinend für 
alle Zeiten verloren, ans Licht findet, um zu einem 
Menschen zu finden. 
* 
Apologie des Sammlers. Aus dem Un-Geist hebt 
sich der Geist. So sehr kann nie der Zufall am Ein 
gang zum Sammeln gestanden haben, daß nicht, im 
Äufbauen der Sammlung, Methodik und Systematik 
freudig geübt würden. So sehr kann nie der Egois 
mus gewaltet haben, daß nicht, an einer Biegung 
des Gefühlsweges, plötzlich, überwältigend, der 
Ausblick auf ein Allgemeines sich ergäbe. So sehr 
kann nie die Gewalt der nur-materiellen Mittel ein 
gesetzt worden sein, daß nicht ständig die Erkennt 
nis wüchse, es geschehe ein Werk der Liebe. 
jf:. 
Der Sammler ; der große Liebende, 
* 
Es gibt eine Innigkeit der Beziehung zwischen 
dem Menschen und dem Kunstwerk, die von allem 
gelöst ist, was reine Liebe zu beschweren vermag. 
In jener Region, wo nichts von der Bewußtheit eines 
Wertes da ist, nichts, so paradox wie es klingt, 
selbst von der des künstlerischen Wertes, dort, wo 
nur Hingegebenheit, Hingerissenheit sind, dort ist 
jener Sammler zu finden, der mit dem Hefzensauge 
sieht. Dies ist sein Bekenntnis: 
Was mir an dem Bild gefällt? 
Dies und das. Ich weiß es nicht. 
Rings um mich versinkt die Welt, 
wenn es herzlich zu mir spricht. 
Von der Uhrenkammer zum Uhren-JYZuseum. 
Von Rudolf Kaftan, 
Direktor des Uhren-Museums der Stadt Wien, 
Als im Jahre 1911 in der „Internationalen 
Sammler-Zeitung“ ein Aufsatz über eine außerordent 
lich sehenswerte Uhrensammlung erschien, da dach 
ten wohl wenige, daß diese Sammlung die Keim 
zelle des heutigen Wiener Uhren-Museums werden 
sollte. 
Sammler und Uhrmacher hatten sich schon vor 
mehr als 25 Jahren für meine aus Liebhaberei erwor 
benen alten Uhren interessiert. Weitere Kreise wur 
den aber erst aufmerksam gemacht, als es mir über 
Einladung des Wissenschaftlichen Klubs ermöglicht 
wurde, am 19, Jänner 1911 den ersten Lichtbilder 
vortrag dieser Art mit Bildern von Uhren meiner 
Sammlung vor einer stattlichen Anzahl von Uhren-
	        

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“Jahrgang 25 (1933).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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