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Jahrgang 25 (1933) (3)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
Inter
Titel:
Internationale Sammler-Zeitung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
Inter_1933_25_3
Titel:
Jahrgang 25 (1933)
Bandzählung:
3
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Artikel

Titel:
Zur Geschichte und über den Wert des Sammelns
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 25 (1933) (3)
  • Titelseite
  • Werbung
  • Titelseite
  • 25 Jahre Internationale Sammler-Zeitung
  • Zur Geschichte und über den Wert des Sammelns
  • Wiederaufrichtung der Kunst
  • Minitaturen
  • Porzellan
  • Eine kleine Rundfrage
  • Mein Werdegang als Sammler
  • Besitzer - Besessener
  • Von der Uhrenkammer zum Uhren-Museum
  • Ein Vierteljahrhundert Wiener Antiquitäten
  • Wiener Kunstauktionen
  • Aus den Schlössern des Erzherzogs Friedrich
  • Rheinischer und mitteldeutscher Kunstbesitz
  • Autographen und Handzeichnungen
  • Versteigerung Prinz Rospigliosi
  • Eine Spinoza-Ausstellung
  • Nachlass Dr. Stephan v. Licht
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Volltext

Seite 22 
INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG 
Nr. 3 
%ur geschickte und über den Wert des Sammelns. 
Von Hofrat Dr. Eduard Leisching. 
Ueber die Bedeutung des Sammelns zu sprechen, 
ist gerade heute, da es infolge der Weltwirtschaftsnot 
ganz darniederliegt, eine ernste und höchst wichtige 
Angelegenheit von kultureller Bedeutung. Lange ehe 
es der Staat als seine Pflicht erkannt hat, Kunst 
systematisch zu sammeln, um ihre Werke zu erhal 
ten und der geistigen Erhebung und Erziehung des 
Volkes nutzbar zu machen, haben Fürsten und ins 
besondere auch die Organisationen der religiösen 
Kulte umfassende Sammeltätigkeit betrieben und 
hiedurch die Schätzung der Kunst vertieft und die 
Entwicklung der künstlerischen Arbeit aufs Stärkste 
gefördert. So hat, um nur einige Beispiele zu nennen, 
Ptolemäus II. Philadelphus im 3. Jahrh. v. Chr. zu 
Alexandria Kunstwerke verschiedener Art in Ver 
bindung mit einer großen Bibliothek aufgesammelt. 
Auch auf der Burg von Pergamon war eine weithin 
berühmte Bibliothek mit einem Museum auserlesener 
Kunstschätze verbunden. In Rom enthielten die Pa 
läste vieler reicher Männer, schon vom 1. Jahrhun 
dert vor Chr. an, reiche Sammlungen; die 1752 ausge 
grabene Villa der Pisonen in Herculanum enthielt 
eine bedeutende Kollektion von Bronzen und Mar 
morwerken (jetzt im Museo Nazionale in Neapel). In 
der christlichen Epoche war es zunächst die Kirche, 
Welche es als ihre Aufgabe betrachtete kostbare 
Arbeiten in Edelmetall, Elfenbein, Holz- und Textil 
arbeit für ihre Kultuszwecke hersteilen zu lassen; 
überall in der Welt ist hievon noch vieles erhalten. 
Der berühmte Reliquienschatz des Hauses Braun- 
schweig-Lüneburg, der, aus hannoverischem Besitze 
stammend, von 1867 bis 1909 im Oesterreichischen 
Museum ausgestellt, dann im Cumberlandschen Pa 
lais in Penzing, hierauf bis zum Kriegsende in Gmun 
den aufbewahrt war und dann leider an ein Händler 
konsortium verkauft wurde (bis heute zum großen 
Teile unanbringlich geblieben), stellte mit seinen 82 
Objekten kirchlicher Kunst in einzigartiger Weise 
eine Geschichte der sächsich - rheinischen Edel 
schmiede- und Emailarbeit vom 11. bis 15. Jahr 
hundert dar. Ueberaus reich war schon im Mittel- 
alter die Kollektion der ,,Heilthümer‘‘ von St. Stefan 
zu Wien, die zu gewissen Zeiten im ,^6^101018^111“ 
zur Schau gestellt wurden; demnächst wird im erz- 
bischöflichen Palais ein kirchliches Museum eröffnet 
werden, das viele, zum Teile unbekannte Kostbar 
keiten vom Mittelalter bis zur neueren Zeit vorfüh 
ren wird. Wie in anderen Ländern (Deutschland, 
Frankreich, Italien, Tschechoslowakei, Polen und 
Rumänien), besitzen auch in Oesterreich berühmte, 
für die Kulturgeschichte unserer Bundesländer be 
deutungsvolle Domkirchen und Klöster große Schätze 
(Salzburg, St. Florian, Heiligenkreuz, Klosterneuburg, 
Kremsmünster, Melk usw.). 
Die Sammeltätigkeit reicher, kunstfreundlicher, 
fürstlicher Familien beginnt in Italien im 14. Jahr 
hundert; die erste große Kunstsammlung begründete 
Lorenzo de' Medici in Florenz. Frühzeitig betätigten 
sich als Sammler mit besonderem Eifer und Auf 
wand reichster Mittel einzelne Mitglieder des habs 
burgischen Hauses: Sigismund und Ferdinand von 
Tirol (Innsbruck, Ambras); vor allem Kaiser Ru 
dolf II., einer der sachkundigsten Mäzene, dessen 
weltberühmte Prager Sammlung grausam zerstört 
wurde; dann Erzherzog Leopold Wilhelm, der als 
Statthalter der Niederlande mit Hilfe von Teniers 
dem Jüngeren und anderen eine große Bildersamm 
lung anlegte, welche testamentarisch an Kaiser Leo 
pold I. fiel und den Grundstock der Wiener kaiser 
lichen Galerie bildete. Auch Kaiser Franz Stephan, 
der Gemahl Maria Theresias, war ein eifriger Kunst 
sammler. Die Freude an Schmuck und Edelsteinen 
war nicht nur bei den weiblichen, sondern auch bei 
den männlichen Mitgliedern des Erzhauses allgemein. 
Die Zahl der ,,hofbefreiten‘‘ Goldschmiede und 
Edelsteinschneider war groß; unter Rudolf II. stan 
den 60 ,,Hofbefreite“, also Hofgoldschmiede, 30 bür 
gerlichen Meistern in Prag gegenüber. So kam es, 
daß in Oesterreich durch lange Zeit nur höfische 
Kunstsammlungen und keine staatlichen existierten. 
Die weltberühmten, großen Wiener Museen blieben 
höfische, vom Oberstkämmereramte verwaltete, aus 
der Zivilliste des Kaisers dotierte Institute bis zum 
Zusammenbruche und sind erst seitdem, ebenso wie 
die beiden Schatzkammern und die kaiserliche 
Gobelinsammlung, dem Bundesministerium für Unter 
richt unterstellt, während die einzigartige kaiser 
liche Teppichsammlung und die bedeutende Kollek 
tion von Musealstücken des Hofmobiliendepots an 
das Oesterreichische Museum übergingen, dem es 
auch gelungen war, das Allerbeste aus der Samm 
lung J. Pälffy zu gewinnen. Bekannt ist auch die 
hervorragende munifizente Tätigkeit des Herzogs 
Albert von Sachsen-Teschen, des Gatten der Erz 
herzogin Marie Christine, der Tochter Maria There 
sias, auf dem Gebiete der Aufsammlung graphischer 
Kunstwerke (,,Albertina‘‘); auch diese weithin be 
rühmte Sammlung ist erst nach dem Kriege vom 
Staate übernommen worden. 
Das 1. staatliche Museum Oesterreichs (das k. k, 
Oesterr, Museum für Kunst und Industrie) wurde 1864 
begründet, ihm stand als staatliche Galerie zunächst 
nur die der Akademie der bildenden Künste zur 
Seite und erst um die Wende des Jahrhunderts 
wurde die „moderne“ Galerie im unteren Belvedere 
geschaffen, aus welcher sich nach dem Kriege das 
Barockmuseum, die Galerie des 19. Jahrhunderts 
und die auf neue Grundlage gestellte moderne Gale 
rie entwickelte. Die im 19. Jahrhundert in den Kron- 
ländern errichteten Museen sind Landes-, städtische, 
Stiftungs- oder Kammerinstitute, 
Nicht gering war die Zahl der österreichischen 
Adelsgeschlechter, welche bedeutende Sammlungen 
angelegt, beziehungsweise ererbt und bis zur Gegen 
wart erhalten haben: voraus das hervorragend kunst 
freundliche Haus Liechtenstein, dann die Czernin, 
Harrach, Lanckoronski, Schönborn, Wilczek u. a„ 
denen sich die Rothschilds anschlossen. Das 19. Jahr 
hundert brachte mit dem wachsenden Reichtum, 
Einfluß und Bildungsinteresse des Bürgertums eine 
namhafte Zahl von Sammlern aus dieser Gesell 
schaftsschichte. Manche Namen, wie der des Be 
gründers des „Wiener Museums“ zu Anfang des 
19. Jahrhunderts, F. v, Schönfeld, sind verschollen, 
aber erhalten geblieben ist die Erinnerung an die 
seinerzeit hochberühmte Galerie Arthaber und 
Oetzelt, und bis in die neuere und jüngste Zeit er 
halten waren die Kunstsammlungen Böhm, Gasser, 
Lobmeyr, Figdor, K. Mayer, E. Miller-Aichholz,
	        

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“Jahrgang 25 (1933).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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