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MAK

Full text : Monatszeitschrift I (1898 / Heft 2)

der kunstgewerblichen Thätigkeit Nordböhmens zu werden verspricht. An der

Kaiser Josef-Strasse gelegen, steht der Neubau in nächster Nachbarschaft der

Staatsgewerbeschule und Webeschule, und besitzt somit die für die Wirksamkeit

des Museums günstigste Lage. Dem zufolge wird sich die Thätigkeit des

Institutes, die bisher durch die Unzulänglichkeit der Ubicationen vielfach gehemmt

war, von nun ab frei und ungehindert entfalten können.

Wie bereits angedeutet, ist das Jubiläumsjahr Seiner Majestät des Kaisers

zugleich das 25. Jahr seit dem Bestande des Museums. Im Jahre 1873 durch

den Gewerbeverein der Stadt Reichenberg unter Einflussnahme hervorragender

Gross-Industrieller, wie der Familien Sigmund, Liebieg und Ginzkey gegründet,

gewann es, Dank der werkthätigen Theilnahme des bekannten kunstsinnigen

Curators des Museums, Heinrich Freiherrn von Liebieg, des gegenwärtigen Präsidenten

 Willy Ginzkey und der Mitwirkung einzelner Professoren der ReichenbergerLehranstalten,

 gleich in den ersten Jahren seines Bestandes eine für ein Provincial-Museum

 ungewöhnliche Bedeutung. Nicht allein seine örtliche Lage, inmitten

 des industriereichsten Gebietes Nordböhmens, sondern auch seine lebhaften

Beziehungen zur Reichshauptstadt führten es rasch mitten in den Strom der refor-



Oberlichtgitter aus Eisen

matorischen Bewegung. Gegenwärtig enthalten die kunstgewerblichen Sammlungen

in allen Gruppen wertvolle und vorbildlich höchst instrucüve Objecte. Auf einzelnen

Gebieten, die mit dem Charakter des Reichenberger Handelskammer-Bezirkes

correspondiren, z. B. auf dem der Textilien, des Glases, der Keramik und des

Schmiedeeisens, sind die Collectionen im Laufe der Jahre zu bedeutendem Umfange

gediehen. Wir bringen hier dieAbbildung eines Schmiedeeisen-Gitters, dem sich in

den folgenden Heften andere bisher nicht publicirte Objecte anschliessen werden,

die, weit entfernt den Bestand der Sammlungen in entsprechender Weise zu

charakterisiren, nur daran erinnern sollen, welcher Reichthum an kunstgewerblichen

Objecten auch ausserhalb der Hauptstadt bei uns im ößentlichen Besitze vorhanden

ist, und wie speciell Reichenberg in diesem Punkte ganz besondere Beachtung

verdient.

ARLSRUI-IE. PROFESSOR LÄUGERSCHE KUNSTTÖPFEREIEN, von

denen einige hier abgebildet sind, werden aus gewöhnlichem Töpferthon aus

freier Hand auf der Drehscheibe geformt und mittelst der Giessbüchse künstlerisch
            
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