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MAK

Full text : Monatszeitschrift I (1898 / Heft 4 und 5)

13H

Disposition allein ist das

Frappirende an der Darstellung,

 nein, jedes Möbelstück

 ist so geartet, als ob

Studien nach der Natur dazu

gemacht worden wären. Es

offenbart sich eben auch hier

wieder die volle Stärke der

stofflichenAnschauung. Man

ist bei Grasset, auch wo er

die Farbe nicht als Hilfsmittel

der Darstellung heranzieht,

nie im Zweifel, ob etwas in

Holz, Eisen, Bronze oder

einem anderen Stoffe gedacht

 sei. In der Behandlung

des Costüms zeigt sich genau

dasselbe. Das Material für

eine solche Unmenge von

Darstellungen aus der karoüngischen

 Zeit: vvie es Aus dem „Douze mois de la belle jardiniere"

die „HQYXTIOIISIKIDCIBIM VBT- (G, de Mgherbe mit)

langten, ist ja gar nicht vorhanden.

 Freilich, wer mit klarem Blicke das Wesen, die ganze

Logik, die in der äusserlichen Erscheinung einer Zeit sich kundgibt,

 zu erfassen versteht, der baut sich auch leicht jene Brücken,

die von einer Thatsache zur anderen führen. In welche Verlegenheiten

gerathen nicht so viele Künstler, zumal die „I-Iistorien-Maler", wenn

die Frage an sie herantritt, ergänzend, erfindend das im Geiste einer

bestimmten Zeit darzustellen, wofür keine Museums-Belege existiren!

Die Phantasie allein reicht in diesem Falle nicht aus, vielmehr muss

das eigentliche Wissen, die geistige Klarstellung des Kerns der Sache

und die daraus entwickelbaren Consequenzen sich geltend machen.

So ist es denn nur selbstverständlich, dass Grasset in der bereits

erwähnten „Conference" sich nicht gerade schmeichelhaft über die

jetzige künstlerische Erziehung auslässt, ihr Mangel an Gründlichkeit,

Mangel an gedanklicher Entwicklungsfahigkeit, Mangel an jenen

Dingen vorwirft, über die der Schaffende eigentlich gebieten müsste,

die ihm aber gar oft gleichbedeutend mit einem Buche mit sieben

Siegeln sind. „Unsere Kunsthandwerker sind vorerst noch ganz und

gar aufs Copiren aus. Ist das einmal überwunden, ist das Vorurtheil



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