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eine grössere Naturtreue anzustreben, die rein decorative
und zeichnerische Wirkung zu Gunsten einer
abgeschlossenen und malerisch abgewogenen Composition
zurücktreten lassen. In der Mitte der sechziger
Jahre war der grosse Schritt gethan worden,
der die Anwendung einer unbeschränkten Zahl von
Farbenplatten gestattete. Begnügte man sich in der
guten Zeit auch mit einer Anzahl von nur vier bis
fünf solcher Platten, die freilich durch geschickte
Ausnutzung die Hervorbringung einer weiteren Zahl
von Tönen ermöglichte, und ging man auch über
eine lichte und ungebrochene, somit nur andeutungsweise
Verwendung der Farben kaum hinaus, so
konnte man immerhin jetzt coloristische Wirkungen
erstreben, die bis dahin unmöglich, gewesen waren.
Harunobu, der feinsinnige Künstler, dem diese
Wendung zu verdanken ist, konnte hier freilich nicht
vorgeführt werden. Dafür ist aber sein jüngerer Zeitgenosse
und F ortsetzer Korfusai durch drei Blätter
vertreten und Shunsho, der Begründer des dramatisch
bewegten modernen Stils, durch zwei.
Von den drei Blättern Korfusais zeigt das
eine eine Dame im Schnee, im weissen Mantel, der
t nach der damals gerade aufgekommenen Art in
Blindpressung gemustert ist; das Futter ist rosa. Die
Gestalt, nicht so bewegt wie diejenigen der Primitiven,
zeigt den anmuthvollen Typus, den I-Iarunobu
geschaffen; wie sie so graziös einherschreitet, denkt
man sie sich ganz in Liebesgedanken vertieft. Umriss
und Faltengebung sind hier bereits viel einfacher
gehalten als auf den früheren Blättern, da die
Farbe sonst nicht genügend zur Geltung gekommen
wäre. Die Landschaft mit dem Gartenzaun und der
Weide bildet einen unmittelbaren Bestandtheil der
Darstellung.
_ Das zweite Blatt Korfusais, von grösserem
Korlusai, junger Mann Format, gehört zu einer Folge von Darstellungen
aus dem Leben der Courtisanen und stellt eine
reichgekleidete Schöne sitzend dar, wie sie mit einem Löffel das
über dem Kohlenbecken kochende Wasser umrührt, während die
Dose mit dem Theepulver neben ihr steht. Ihr graues Untergewand