MAK

Full text: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 11 und 12)

 
Kairener Wassenrägerin (H. O. Miethke) 
Schwerttänzerin, deren schon mehr kaukasische Tönung das feinste 
Forrnenspiel, vom Farbenspiel unbeirrt, erkennen lässt. Dass der 
Künstler dabei nie an das Panopticum erinnert, ist zu nicht geringem 
Theil seinem künstlerischen Handwitz zu danken, der pikanten Hand- 
schrift, der zuliebe man seine Werke so gerne in der authentischen 
Terrakotta geniesst. 
Abermit diesem bunten Völkchen erschöpft sich die Schaffenskraft 
des Künstlers nicht. Er ist selbst eine Krafmatur und weiss sich 
darum Quellen zu öffnen, in denen er strotzende Ueberkraft darzustellen 
findet. Gross war das Staunen, als er vor drei Jahren seinen gewal- 
tigen Triumphzug des Antonius als bronzegrün patiniertes Gipsmodell 
ausstellte. Der römische Feldherr sitzt auf einem Prunkwagen, der von 
drei Löwen gezogen ist; eine Löwin schreitet an der Kette neben dem 
Wagen her. Der Vorwurf ist geschichtlich. Bei Plinius (VIII. 6.) liest 
man: „Marcus Antonius spannte zuerst die Löwen zu Rom ins Joch 
an den Wagen, und zwar in dem Bürgerkriege bei der pharsalischen
	        

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