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MAK

Full text : Monatszeitschrift I (1898 / Heft 11 und 12)

ist die Farbenpracht des Gemaches mit der

weissen Decke darüber, die in der Tonne überwölbt

 und mit Stuccaturen in freiem Antrag

bekleidet ist.

I-Ielbig und Heider halten sich mit ihrem

Biedermeier-Zimmer in einem historisch festbegrenzten

 Bezirke und verzichten darauf, neue

Pfade zu betreten.

Dass sie gerade an

die trostloseste Zeit

in der Geschichte

der Decoration sich

anlehnen, die uns

jetzt bloss deswegen

anheimelt, weil das

durch den Formenreichthum

 der Renaissance

 abge-Eugen

 Berner, Wandanne für elektrische Beleuchtung, ausgeführt

in den Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk in München sturnpfte Auge _ an

(Ges. gesch.) dem Contrast eines

nüchternen und

phantasielossimplen Wesens sich wieder beruhigt!

Die drei Zimmer der Architekten Dülfer, Fischer und Bertsch

würden vielleicht besser zur Geltung kommen, wenn die Künstler

auch in der Auswahl und im Arrangement des Mobiliars die straffe

Leitung hätten beibehalten können. So gelangen sie trotz mancher feinsinnigen

 Einzelheiten zu keiner geschlossenen Totalwirkung, die ihnen

auch dadurch erschwert wurde, dass sie in dem Dilemma zwischen dem

Repräsentationscharakter eines Ausstellungsraurnes und der intimen

Stimmung eines Wohngemaches keinen klaren Ausweg finden

konnten. Mit der reichen Verwendung von Silber und Gold, von

starkbewegten Ornamenten an den Plafonds schlagen sie einen vornehmen,

 hohen Ton an, der mit dem häuslichen Motive der Fensternischen

 und Plaudereckchen in vollkommenem Widerspruch steht.

In dem Zimmer Martin Dülfers, dem Bernhard Pankok zur Seite

gestanden hat, waltet zudem ein kühler, fast frostiger Ton, der jeden

Gedanken an Wohnlichkeit von vorneherein ausschliesst.

Was die Möbel betrifft, so muss der allgemein befolgte Grundsatz

 hervorgehoben werden, dem zufolge alle constructiven Theile,

Streben undStützen, glatt gehalten sind und nur dieFiillungenSchmuckelemente

 tragen. Wieder steht Berlepsch an der Spitze; den radikalen

 
            
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