MAK

Full text: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 11 und 12)

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Armsessel, Eichen, um 1620 Tisch. Eichen, xöoü (Worshipful Company 
(Thomas Wardle, Esq.) of Carpemers) 
ursprünglich mit den Decorationen für Maskeraden und dramatische 
Darstellungen betraut gewesen zu sein, die am Hofe stattfanden. Ihm 
oblag es, Innendecorationen, Holzverkleidungen, Pforten und Thüren, 
sowie Möbel zu entwerfen. Sein künstlerisches Geschick kam nament- 
lich bei der raschen Herstellung temporärer Baulichkeiten und Räume 
zur Geltung. So wurde er Architekt und arbeitete viele Jahre in dieser 
Eigenschaft. Zahlreiche Möbel, welche unter dem Namen Chippendale 
gehen, erinnern uns durch ihren etwas schweren Bau und ihre Orna- 
mentik an Wren. Nicht selten tritt uns auch sein Geschmack und der 
seiner Schüler auf dem Gebiete der Holzschnitzerei in einzelnen 
Räumen Alt-Londons entgegen. Die jetzt noch aufgefundenen Details 
der Schnitzarbeit dieser Schule sind häufig zu wiederholtenmalen mit 
weisser Farbe bestrichen worden. Entfernt man diese, so zeigt sich 
die Schnitzerei in ihrer vollen Schärfe und Schönheit. Ein Schnitzer ganz 
besonderer Begabung, der unter Wrens Leitung das Innere mancher 
Bauten schmückte, war Grinling Gibbons. Seine Arbeiten finden sich 
in der St. Pauls-Kirche, in einzelnen Zimmern von Hampton Court und 
in Pedworth House in Sussex. Charakteristisch sind seine Darstellungen 
von Blumen und Spitzen in Holzschnitzerei. Seine Freihand-Schnitzerei 
hat nichts gemein mit der Strenge, die bei rein architektonischer 
Decoration nothwendig ist und nur auf die Schönheit und Wirkung 
des Ganzen hinzielt. Seine herabhängenden Guirlanden auf ebener 
Fläche wirken ebenso schön wie seltsam.
	        
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