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Volltext: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Erste Reihe: Rohproduction und Industrie

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das mit Federkielen zu schreiben gewohnt war, entgegen. In den 
Schulen war der Gebrauch der Stahlfeder untersagt, in den Bureaux 
und Aemtern verpönt. Erst durch die hiesige Gewerbe-Ausstellung im 
Jahre 1845, wo Kuhn’s Waaren eine ehrenvolle Erwähnung erhielten, 
wandte sich die Aufmerksamkeit des Publicums, namentlich aber der 
Schreiblehrer, diesem Instrumente zu. Durch die Kalligraphen 
Derft'el, Klaps, Greiner, Kasner wurde die Stahlfeder in Oesterreich 
zu Ehren gebracht. Der durch Einführung des Zoll-Tarif es des Jahres 
1852 sehr erleichterte Import veranlasste Kuhn zum erweiterten 
Betriebe seiner Fabrik und zur Aufstellung einer Dampf-Maschine. 
Fracht und Eingangs-Zoll auf Stahl und der Mangel an technisch 
geschulten Arbeitern Hessen es räthHch erscheinen, die geringeren 
Sorten als Halb - Material aus England kommen und hier nach 
Geschmack und Bedarf des Publicums vollenden zu lassen. 
Die feineren Sorten erzeugt Kuhn vollständig in allen Härte- 
Graden und für die verschiedenartigsten Zwecke und Schriftgattungen 
in seinem hiesigen EtabHssement, das sich seit einigen Jahren auch 
der Federhalter-Erzeugung aus Ahorn-, Erlen- und Birnen-Holz 
zuwendet. 
Chemiker von Namen wie Lewis, Bunge und mehre Andere 
haben sich um die Darstellung einer guten schwarzen Tinte 
bemüht. In England sind es Mordon und Stephans, in Frankreich 
namentiich Croc, die gute Tinte erzeugen. Zu den vorzüglichsten 
schwarzen Tinten gehören indess die österreichischen, und gemessen 
die Alizarin-Tinten von Leonhardi (Dresden und Bodenbach) und 
Popp in Prag einen weitverbreiteten Buf. Nach diesen sind die 
Firmen: Hofmaier, BoedHng und Halla (letzterer erzeugt auch 
Tinten - Pulver) in Prag und Ferd. Fritsch in Wien zu nennen. Die 
Schreib- und Copir-Tinte (Beform-Extract) des letzteren sind nebst 
seinen farbigen Tinten ein gesuchtes Erzeugniss, dessen sich nament- 
Hch die grossen Anstalten, Post und Eisenbahnen mit VorMebe 
bedienen. 
SchüessBch möge hier der Firma Ludwig Faber und Ignaz Jupp 
in Wien wegen ihrer Erzeugung geschmackvoller Tintenzeuge gedacht 
w erden. 
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