MAK

Full text: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 10)

Beleuchtungsträger aus dem 
Wintergarten 
Die Decke ist flach, in weissem Stuckmarmor, 
mit vergoldeten Perlenschnüren an den Thei- 
lungsleisten. Ihre Umrahmung besteht aus zwei 
Reihen quadratischer Cassetten, welche Rosetten 
enthalten. Die freibleibende Plafondmitte ist ein 
oblonger Spiegel, in welchen vom Rande her 
sechs Quadrate (vier in den Ecken, zwei in der 
Mitte) einspringen. Diese Quadrate enthalten 
Sonnenbrenner, mit je neun Lampenkugeln, 
deren mittlere grösser ist und stärker hervor- 
springt. Die Umfassung dieser Leuchtkörper 
bildet ein System von vier durchbrochen gear- 
beiteten Goldbronzereifen, wovon die drei inne- 
ren sich als Perlenschnüre darstellen, während 
der äussere als ein starker Kreiswulst aus ganz 
dicht aneinandergereihten dreifach gekerbten 
Spangen erscheint. Am Spiegel der Decke aber 
kreuzen sich als I-Iauptomament zwei diagonal 
verlaufende geschweifte Linien, die sich so er- 
gänzen, dass sie zwei kolossale, mit den Rücken 
zusammenstossende D bilden. Die vier Segmente 
dieser Namenbuchstaben sind als reiche, aus 
Kelchen hervorquellende Blumenfestons aus- 
gebildet; Rosen, Schwertlilien, Sonnenblumen, 
Azaleen, Margueriten u. s. f., alle nach der 
Natur aus freier Hand in Bronze getrieben und 
nach mancherlei Versuchen discret polychromirt, 
so dass die betreffenden Naturfarben eben noch 
anklingen. In der Mitte, wo die beiden D rück- 
lings zusammenstossen, ist ein Ring von kleinen 
Glühlämpchen angebracht. Ihn umschweben 
zwei Rundfigürchen (von Professor Stephan 
Schwartz), Putti, deren einer ein Blumengewinde 
befestigt, während der andere, mit Arm und 
Bein frei in der Luft, einen in Silber getrie- 
benen griechischen Becher (I-Iildesheimer Form) 
schwingt. 
An der l-Iauptwand spielt der Kamin die 
ihm gebürende Hauptrolle. Er baut sich bis 
zur Decke hinan als ein grosses Stück farbi- 
ger Architektur, bei dem die verschiedensten
	        
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