Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatszeitschrift III (1900 / Heft 3)

141

selbst für das scheinbar Unbedeutende, wie die meisten Franzosen sie üben,

die sich nie mit dem ersten Wurf begnügen, sondern unaufhörlich bessern



Stephan Schwanz, Silberplaquetle

und wählen ohne Zaghaftigkeit, aber

mit peinlicher Strenge - das wäre

der wohlgemeinte und gewiss auch

nicht misszuverstehende Rath, den

man diesem zu Höherem berufenen

Künstler zu geben hätte. Kowarczik in

Frankfurt und Fuchs in London kann

man als Wiener für Wien reclamiren,

aber sie haben draussen doch vieles,

was an die Wiener Schule erinnert,

abgestreift. Bei Kowarczik ist es wie

bei so vielen unserer Landsleute,

Talent, Schaffenslust, Formensinn

und technisches Vermögen zeigt sich

nicht immer gepaart mit dem Gefühl

für das Zulässige und mit Selbstkritik;

 nirgends sieht man so häufig

sehr Gutes neben recht Mittelmässigem.

 Plaquetten, wie die auf Maria

Schilling, Nelly und Herbert von

Marx und Fanny von Marx hätte er

nicht zeigen sollen. Dieses Überquellen

 der Formen über den Rahmen, dieses Vortreten des Reliefs ist

durchaus unkünstlerisch, mit dem Geiste und mit der gesunden Tradition

unserer Kunst nicht vereinbar; es ist

etwas Ungefalliges, etwas ganz Unmalerisches

 und nichts eigentlich Plastisches

in dieser Manier, die, was immer von Übel

ist, nur allzusehr den Eindruck macht, als

ob die Besteller mit ihrem Geschmacke

den Künstler gegen seine Überzeugung

beeinflusst hätten. Wie reizend ist aber

die Medaille auf die drei Kinder Hermann,

Lizzie und Thea, trefflich weich und

lebendig nach der Natur modellirte Köpfchen,

 bei deren Ausführung ein Vorbild

Chaplains den Künstler richtig und sicher

geleitet hat. Gut ist auch die kleine Medaille

auf Hans Thoma im Avers, die Kinderscene

 auf dem Revers wieder weniger

Hermann Hahn, Revers der

Pettenkofer-Medaille, Bronze



gelungen. Markig, grosszügig, voll individuellen Lebens, ein Meisterstück

von hohem Werte die grosse Gussmedaille auf Menzel, 'wie jene auf

19
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.