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MAK

Full text : Monatszeitschrift III (1900 / Heft 5)

198

feineres Unterscheidungsvermögen. Bei Laszlös Bildern tritt zu den Vorzügen

seiner österreichisch-ungarischen Heimat noch eine neue modernste Note:

der angelsächsische Zug nonchalanter Eleganz. Die Biographie und der

Entwicklungsgang des

Künstlers mögen zeigen,

wie diese Elemente der

Reihe nach in seinem

Schaffen hervortraten und

wie er es verstanden hat,

mit einer Freiheit und Selbständigkeit,

 die wir sonst

nur an amerikanischen

Malern finden, die internationalen

 Einflüsse moderner

 Kunst zu einer

neuen ihm eigenen Kunst

zu verschmelzen.

Filipp E. Läszlö wurde

zu Budapest imjahre 186g

geboren. Er ist in fast ärmlichen

 Verhältnissen aufgewachsen

 und soll, bevor

er sich der freien Kunst

widmen konnte, bei einem

Photographen gearbeitet

haben; das war jedenfalls

keine üble vorbereitende

Beobachtungsschule. Den

ersten künstlerischen Unterricht

 erhielt der Knabe

in der Staats-Zeichenschule

 unter Anleitung der

Professoren Bertalan Sze-F.

 E. Läszlö, Mrs. G. und ihr Knnbe  und Karl Lotz_ Er

ging dann nach München,

wo er zwei Jahre bei Alexander Lietzenmayer studirte. Er scheint durch

diesen vortrefflichen Mann auf das Fach der Genremalerei hingelenkt worden

zu sein. Wenigstens kenne ich aus jener Z__eit einige Bilder („Im Münchener

Biergarten", „Die erste Waschung", „Invaliden im Park"), die nicht

schlechter sind als die beliebtesten Werke dieser überlebten Gattung; sie sind

in illustrirten Zeitschriften oft abgebildet worden, eines ist sogar von einer

öffentlichen Galerie angekauft worden.

Erst in Paris kam der junge Maler ins moderne Fahrwasser. Er arbeitete

bei Lefebvre und Benjamin Constant, aber grösseren Einfluss übte auf ihn
            
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