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Full text: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 11)

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Es ist nothwendig, auf das Widersinnige dieser Art von künst- 
lerischen Renovirungen immer wieder hinzuweisen. In früheren 
Jahrzehnten, als man noch ganz befangen von dem ausschliesslichen 
Wert eines bestimm- 
ten Stiles war, hatte 
diese Methode noch 
ihre Entschuldigung. 
Heute aber, da wir 
den Turnus durch 
alle Stilarten bereits 
durchgemachthaben, 
stehen wir doch je- 
dem der verschiede- 
nen Stile mit der 
gleichen Objectivität 
gegenüber. Wir ha- 
ben ausserdem ein- 
sehen gelernt, dass 
es auch dem besten 
modernen Künstler 
gar nicht möglich ist, 
sich ganz und ohne 
Rest in die Kunstauf- 
fassung einer vergan- 
genen Zeit einzuleben 
und getreu in ihrem 
Sinne zu schaffen. 
Überdies besteht be- 
reits eine neue Kunst- 
richtung, die sich 
Joseph Hoffmann, Möbel bemüht, aus den m9- 
demen Anschauun- 
gen und Bedürfnissen heraus auch für unsere Zeit charakteristische 
und künstlerisch wertvolle Typen zu schaffen, was ihr, nach Über- 
windung mancher Verirrungen und Missgrilfe, vielleicht auch gelingen 
wird. In einer solchen Zeit kann es nicht mehr gerechtfertigt 
erscheinen, alte Kunstwerke aus ihrer historischen Zusammen- 
gehörigkeit herauszureissen oder gar zu vernichten, nur um ein 
„stilreines" Ganzes herzustellen. 
Lehrreich genug hat einer der besten Kenner und Könner mittel- 
alterlicher Baukunst, Friedrich von Schmidt, gezeigt, wie man zu
	        
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