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Full text: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 11)

joseph Hoffmann. Möbel aus Eichenholz 
 
renoviren und an einem alten Bauwerke weiter zu arbeiten hat; denn 
bei der sonst so weitgehenden Renovirung der Wiener Stefanskirche 
schonte er all die prächtigen nichtgothischen Altäre und Epitaphien, 
die diesem weihevollen Kirchenraum einen wesentlichen Theil seiner 
Stimmung geben. 1' Und ganz im Sinne dieser Auffassung wurde das 
neue Grabmal des Cardinals Rauscher nicht gothisch, sondern im 
Stile der deutschen Renaissance, und das grosse Denkmal zur 
Erinnerung an die Befreiung von der Türkenbelagerung ebenfalls 
nicht im gothischen, sondern im Barockstile ausgeführt. 
Hier ist ein Fingerzeig für die Art gegeben, wie jene Behörden 
und Künstler, in deren Händen die Pflege unserer alten Bauten liegt, 
zu renoviren haben. Nicht auf Stilreinheit kommt es bei einem alten 
Bau an, nicht darauf, ihn möglichst auf seinen ursprünglichen Bau- 
zustand zurückzuführen oder ihn im Geiste des Künstlers, der ihn 
concipirte, einheitlich auszubauen und ihn dabei von allen späteren 
Zuthaten zu befreien, wie von Schlacken; es handelt sich vor allem 
1' Dornbaumeister Hermann, der die weiteren Restaurimngsarbeiten im Geiste Schmidts leitet, 
wird sicherlich den eben auftretenden. bedauerlich unverständigen Wünschen nach Entfernung des 
grossartigen von J. Bock im Jahre 1647 aus kostbarstem Material: errichteten Hochaltars gebürend 
entgegenzutreten wissen. 
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