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Full text: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 11)

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auf und setzen beiderseits, so wie oben grosse Büschel an, deren Blüten als runde 
Scheiben von rothem und grünem Opalescentglas verglasungsmässig in der 
Fläche bleiben. Abends erglühen sie von der inneren Beleuchtung und locken an, 
was ja der Natur eines 
Kaufladens entspricht. 
Die beiden Hauptständer 
in der Mitte sind massiv 
(die übrigen zur Erleich- 
terung aus Winkeleisen) 
und haben unten entspre- 
chende Doppelstützeu, 
deren Curven sich zweck- 
dienlich krümmen; sie 
tragen oben die Firma- 
tafel, die aus facettirtem 
Glas besteht, so dass sie 
dem Laden kein Licht 
wegnimmt. Er war in 
der That früher ziemlich 
finster, jetzt ist er hell. 
lInnen sind die Wand- 
' Bächen und die glatte 
Decke weiss. Die Wand- 
verzierung besteht aus 
plastischen Linien, die 
emporsteigend oben den 
Fries bilden. Ein hüb- 
scher Einfall des Künst- 
lers bringt an diesen 
Linien in freier Verthei- 
lung die der Firma auf 
Ausstellungen zugefa1le- 
nen Medaillen an, aber 
nicht in Metall, sondern 
in Gipsabgüssen, so dass sie das Weiss nicht stören. In der Mitte des Raumes 
erhebt sich ein Stützpfeiler, der eigentlich die lindernde Monier-Einpackung 
der dort vorgefundenen Eisenständer bildet. Raurngliedernd wirken dann vier 
grosse Doppelbogen, die von den Glaskästen aus emporsteigen und mit ihnen 
noch durch ein geschnitztes Flammenomament (im Kerzenladen!) zusammen- 
hängen; der grösste Bogen ist durch schlanke I-Iolzständer untergetheilt, 
die mit ihren Deckplättchen den Plafond berühren. Alles Holzwerk ist roth- 
gebeiztes Nuss (von l-loftischler Müller ausgeführt) mit Kupferbeschlägen; die 
Glasschränke sind sehr reich an Fächern, auch für Seife und Parfümerien, und 
die Eintheilung sorgt auch für Mannigfaltigkeit. Vortretflicb wirkt ein grosses 
Glasmosaik, das eine Schutzwand der Casse ersetzt; es ist von Koloman Moser J 
(Ausführung von Geyling) und stellt Apollo dar, der, auf einem Steine sitzend, die 
Leier rührt. Zur Bequemlichkeit des Publicums sind an einer freien Wand zwei fixe 
Fauteuils moderner Art angebracht; auch einige Hocker sind vorhanden. Zur 
 
Joseph Hoffmann, Entwurfskizze für einen Ausstellungsraurn
	        
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