MAK

Full text: Monatszeitschrift III (1900 / Heft 8)

 
Imerieur von L'An Nouveau Bing (Paris) 
aller Arbeitsfrüchte der ganzen Welt ist nicht mehr möglich. Es wird keinen 
Raum mehr geben, keine Installationsart mehr, die all diese Einzel- 
ausstellungen zu der grossen „World's Fair" vereinigen kann. Ich glaube, 
man wird im nächstenjahrhundert wieder anfangen, Specialausstellungen - 
allerdings internationale - zu veranstalten. Es ist schon zu viel Unruhe, zu 
viel Mannigfaltigkeit, zu wenig Möglichkeit zu tiefergehendem Studium in 
dieser Pariser Ausstellung. 
Hand in Hand mit der Einführung industrieller Weltausstellungen ging 
in Europa die Gründung permanenter Expositionen für Kunst und Industrie. 
Nach der ersten Londoner Weltausstellung gründeten die Engländer das 
South Kensington Museum für „Arts and Crafts", nach der 1863er Aus- 
stellung wurde unter dem Eindrücke des in London erkennbaren Standes 
unserer österreichischen Industrie das „Österreichische Museum für Kunst 
und Industrie" zur Hebung unseres Kunstgewerbes gegründet. Diese ständigen 
Ausstellungen im Vereine mit den periodisch wiederkehrenden Weltausstel- 
lungen haben kein geringes Verdienst an der Entwicklung des Kunsthand- 
werkes im letzten I-Ialbjahrhundert. Die wirtschaftliche Bedeutung der 
Weltausstellungen scheint doch eine positive, segensreiche zu sein. Gerade 
die wenig beachteten Zweige des Gewerbes, die in alten Techniken zu 
erstarren drohen, wo eine Schablonenmanier an Stelle der fortgesetzten 
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