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MAK

Full text : Monatszeitschrift III (1900 / Heft 11)

zusammenzufassen, ist aber

I-Iein erst allmählich in der

Atmosphäre des Künstlerbundes

 herangereift. Wie er

von kühler Glätte und formaler

Tadellosigkeit, die er sich in

seinen Lehrjahren angeeignet

hat, an der Hand der modernen

Kunst zu gesunder, von innerer

Wärme erfüllter Kraft vorgeschritten

 ist, das zeigt ein Vergleich

 seiner älteren Arbeiten,

mit seinen späteren Compositionen.



Während dort das Absichtliche

 noch leicht zu erkennen

ist und das Wohlerwogene

der Composition den Eindruck

des Unmittelbaren nicht aufkommen

 lässt, fühlen wir hier _

den frischen Hauch der Natur.

Die „Sommemacht" ist in dieser

 Hinsicht besonders charakteristisch.

 In tiefer Abgeschiedenheit

 eines verwilderten

Gartens strecken Kräuter und

Sträucher ihre blühenden

Zweige dem blinkenden Mondschein

 entgegen. Ein Mädchen

schreitet auf einsamem Pfade

durch die blühende Welt, die

unter dem Schleier der Nacht

das Ansehen eines Zaubergartens

 gewonnen hat. Träumerisch

 wendet sie sich den

Blumen zu, sie will ihren Duft

noch tiefer einsaugen, noch

voller geniessen. In vollendeter

Harmonie umschliessen sich

die nächtliche Natur und das '

träumende Weib. Beide gehören

 ganz sich selber, sind

gleichsam versunken in sich

selbst und fühlen sich doch

Franz Hein, Studie für ein Porträtgruppenbild (im Garten)
            
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