MAK

Full text: Monatszeitschrift III (1900 / Heft 12)

 
Cecil Aldin und john Hassal, Modell-Kinderzimmer 
Der allgemeine Plan des Tageszimmers ist dem des Schlafzimmers nicht 
unähnlich, nur ist der Gesammtton hier graugrün anstatt blau. Das Zimmer 
ist voll mit groteskem Spielzeug, das - wie jedes andere Stück der Ein- 
richtung - darauf berechnet ist, dem Vandalismus der jugendlichen 
Bewohner des Raumes zu widerstehen. Neben der künstlerischen Form ist 
überhaupt Solidität das Hauptaugenmerk der Decorateure dieser Muster- 
zimmer. Von den massiven Möbeln bis zu dem starken Steingut-Wasch- 
Service, den schmiedeeisemen elektrischen Beleuchtungskörpern und den 
unwiderstehlich komischen Spielereiartikeln ist alles sozusagen „unzer- 
brechlich". Ein dichtes Messingnetz vor dem Kamin schützt vor Feuers- 
gefahr ; die elektrischen Lampen sind ausserhalb des Gebietes der Kinderarme; 
die Fenster sind klein genug, um auch hier jede Gefahr zu verhindern, und 
bestehen aus kleinen, mit Bleistreifen begrenzten Quadraten aus trübem 
Milchglas. Besondere Beachtung verdienen auch die entzückenden Bilder- 
bücher von C. Aldin und J. Hassal, welche heute schon vollständig die 
berühmten Werke von Walter Crane und Kate Greenaway verdrängt haben. 
Wohl mögen diese Illustrationen weniger „ästhetisch" sein als ihre 
berühmten Vorgänger; dass sie aber den Kreis der jugendlichen Kunst- 
freunde mehr ansprechen, wird niemand bezweifeln, der ein solches Buch 
in Kinderhand gesehen und die entzückte Fröhlichkeit des Beschauers 
beobachtet hat.
	        
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