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MAK

Full text : Monatszeitschrift III (1900 / Heft 12)


Cecil Aldin und John Hassal. Fenaze-rxßvand aus einem der Modell-Kinderzimmer

der Galerie war einWienerVeteran der Malerei, und auch der Armee. Aus der Makart-Zeit

erinnert man sich ja noch an den damaligen Oberst Josef von Berres, der jetzt General

des Ruhestandes ist. Lange Zeit gehörten seine Veduten und militärischen oder

populären Episoden zu den ständigen Erscheinungen im Künstlerhause. Seine Vorbilder

waren, wie man auch in dieser Ausstellung sofort erkannte, Pettenkofen, Schönn, in

Thierstücken gelegentlich auch Schrödl. Er trank eben aus den besten Quellen, die damals

sprudelten. Er war einer jener Begeisterungsfähigen, die in der Kunstentwicklung stets

eine suggestive Rolle spielen und daher wertvoll sind. Unter seinen ausgestellten Bildern

waren die besten eine Ansicht aus Spalato, zwei ungarische Märkte und ein an Altwien

gemahnendes Gruppenporträt. - Die jetzige Ausstellung bei Miethke bringt abermals einen

neuen Mann, Vaclav Radimsky (geboren in Kolin 1868). Das ist ein junger Landschafter

von starker, frischer Eigenart, der sich gewiss einen breiten Platz in der modernen Malerei

machen wird. Er war nur ein Jahr an der Wiener Akademie, dann viel in Italien und

schliesslich in Paris. Dort und im Malernest Giverny (Normandie), wo auch Monet und

Pissarro heimisch sind, ist sein Schwerpunkt. Er ist der unbedingte Naturschüler, der fast

nur im Freien malt, am liebsten Stimmungen, die es im Vorbeihuschen festzuhalten gilt.

Auf rasch einsaugendem Gipskreidegrund schreibt er mit erstaunlicher Geschwindschrift

so lange nach, als die Gunst der Stunde währen will, den Rest deutet er bloss an, ohne die

Studien auswendig vollenden zu wollen. Dadurch glücken ihm viele Bilder von einleuchtender

 Echtheit und jenem Augenblickswesen, das der Naturdarstellung ganz neue Reize

verliehen hat. Die hohen Felsenufer (Falaisen) von Grandes Dalles und Petites Dalles, die

tangbedeckten Klippen von Sassetot, die ernsten Ginsterhalden, die schon an Schottland

gemahnen, die Felder voll hellblühender Margueriten, die Nebelmorgen über den hinge-69


            
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