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Full text: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 3)

Formen von ausgeprägt altem Stiltypus 
nach den Ornarnentationsprincipien des 
jeweiligen alten Stiles mit modernen 
Decorationselementen. Die zweite Rich- 
tung verfolgt die Absicht, neue Grund- 
formen auf dern Wege der altüblichen 
Technik des Treibens zu schaffen. Die 
dritte schliesslich strebt, das Treibverfah- 
ren durch den Guss zu ersetzen, auf dass 
dem modernen Decor, mit dem sie ihre 
Werke schmückt, die ganze Frische des 
Modelles unangetastet erhalten bleibe. 
Die erste Richtung, eine Art von 
Compromiss darstellend zwischen alter 
und neuer Stilweise, bei dem freilich die 
erstere weitaus die Oberhand behält, war 
naheliegenderweise am allerhäufigsten 
vertreten; fast alle der Moderne über- 
haupt zugänglichen Pariser Goldschmiede 
hatten Gefässe und Geräthschaften aus- 
gestellt, deren Formen alten Vorbildern 
treu nachgebildet waren, an denen aber 
die Zeitornamente - unter genauer Bei- 
behaltung ihrer Anwendungsweise und 
ihres allgemeinen Ductus - durch Pflan- 
zendecor moder- 
Vase von E. Tourrene, Paris nen Geistes ersetzt 
waren. Die zier- 
liche, mit modern gezeichneten Schierlings-Stielen und 
-Blättern geschmückte Louis Quinze-Cafetiere der 
Firma Christofle 8c Cie., die wir hier reproduciren, 
dürfte diese discrete und ansprechende, wenn auch 
etwas schwächliche Manier genügend charak- 
terisiren. 
Für die zweite der drei obgenannten Richtungen 
waren ausser mehreren sehr schönen und neuartigen 
Objecten der Firma Cardeilhac - insbesondere einer 
Serie sehr origineller Kaffeekannen - und einigen 
ähnlichen, aber in ihrer modernen Formengebung allzu 
gesucht dürftigen Tafelgeräthen von Linzeler und den 
im gleichen Geiste gehaltenen Silbersachen mehrerer 
anderer Häuser, vornehmlich die Arbeiten der Gebrüder 
Keller bezeichnend. Das Haus Keller freres, das freilich 
 
Vase von Keller freres, 
auch eine Reihe vorzüglicher Arbeiten retrospectiven Pans
	        
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