Gruppe bilden die grossen Prachtvasen aus
der zweiten Hälfte der Vierziger-Jahre, die
als Geschenke für den französischen Hof
bestimmt waren. Sie tragen die Reliefbildnisse
August III. und Louis XV. Wir besitzen
in der Dresdner Sammlung zwei Versionen
der Vasen. Der prächtige figurale Schmuck,
die Wappen, die Putti, sowie die Porträts
bleiben in jeder Version dieselben, nur ist
„das einemal die barocke Grundform nur
stellenweise durch Blumenranken und figuralen
Schmuck verdeckt, das anderemal ist
dieselbe nach dem Vorbilde chinesischer Gefässe
ganz mit unzähligen einzelnen Schneeballenblüten
übersät und auch der Rankenschmuck
wird von Blüten und Blättern derselben
Pflanze gebildet".
Der für Louis XV. im Jahre 1750 vollendete
grosse Spiegelrahmen, ein Hauptwerk
Kändlers, ist alt nicht mehr vorhanden, er
wurde aber von der Manufactur für die vorjährige
Pariser Weltausstellung ausgeführt.
Neben all diesen Werken trug Kändler die
Sehnsucht im Herzen, als echter Bildhauer,
der er war, in seinem geliebten Porzellanmaterial
grosse Werke auszuführen und Au-K
Johann Joachim Känd]gy' W V gust III. Prachtliebe nicht minder als die
Gefßssßlwrsvlavß seines Günstlings Brühl nährte diese Sehnsucht.
Graf Waldstein inDuxbesitzt eineimposante
Folge von 20 Stück Büsten, die zu der von Kändler modellirten „Reihe
der Kaiser, Habspurgischen Stamms, in grossen Büsten für den Wienerischen
Hof" gehören. Eine Statue August III. „in Pohlnischem Habit" entstand 1741.
Sie war die Vorarbeit Kändlers zu seinem grössten Werke, dem Reiterdenkmal
des Königs, mit dem der Künstler 1751 beauftragt wurde. Ich übergehe
die Vorarbeiten sowie die Arbeiten an der Fertigstellung der Formen, nur
das kleine Modell, das „Cabinetstück" des Standbildes, das, 1753 ausgeführt,
heute noch in der Porzellansammlung steht. Es ist ein Reiterstandbild. Der
König sitzt in majestätischer Haltung in antiker Gewandung auf dem stolz
sich bäumenden Pferde. Die Vorderseite des hohen reich gegliederten
Sockels trägt eine vom Adler gekrönte Inschriftenkartusche. Die beiden Breitseiten
schmücken Reliefs und zu Füssen des Sockels scharen sich auf Felsgrund
um Trophäen allegorische Figuren, die Geschichte, die Pietas, der
Frieden, die Gerechtigkeit, die Stärke, die Flussgötter der Weichsel und der
Elbe und zahlreiche Putti: das Ganze ein Werk reichster überquellender