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MAK

Full text : Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 6 und 7)

3'411

Eine ideale Ofhcierswohnung,

Bücherstellage

Eine ideale Ofücierswohnung,

Kasten für Wein und Cigarren

verschollen. Als der dänische und der böhmische Krieg die Zahl der österreichischen

Invaliden vermehrten und auch das Seelenleben des österreichischen Soldaten dem

Publicum näher brachten, malte Friedlaender seine ersten Invaliden- oder Veteranenbilder.

Das erste war wohl das Bild: „Willkommen in der Veteranenstube", das zweite oder

dritte: „Der neue Kamerad", nämlich ein martialische!" Stelzfuss, der den Genossen mit

sichtlicher Suada seine Abenteuer erzählt. Die vor einer hellen Wand hingereihten Figuren

sind jede anders charakterisirt und jede horcht anders auf, rechts aber kommt durch einen

dunklen Gang eine lange hagere Gestalt fast modern-gespenstisch herausgeschritten -

eine sehr glückliche Composition. In der kaiserlichen Sammlung befindet sich eine dieser

Scenen: „In der Cantine", mit 18 Figuren. Beim Publicum fanden die Invalidenbilder

sofort Anklang, und der Künstler musste zu seiner Überraschung die Erfahrung machen,

dass man ihn von nun an als Specialisten für Invalidenmalerei betrachtete und gar nichts

anderes mehr von ihm haben wollte. So blieb er denn Invalidenmaler. Auch um die

Organisirung der Kiinstlerschaft in Wien hat Friedlaender die grössten Verdienste. Er ist

der eigentliche Gründer der Künstlergenossenschaft, deren erster (dann oft wiedergewählter)

Vorstand er war. Sein fester, gerechter Charakter, ein nie versagender praktischer Tact

und sein Sinn für Ordnung und die materiellen Seiten alles genossenschaftlichen Lebens

machten ihn zur Seele des Künstlerhauses. Sein starker Wille hielt alles geeint und zog

feste Bahnen; als die Spaltungen kamen, war er bereits ein lahmer Mann und durch die

Folgen eines Tramwayunfalles (ominöser Weise auch am 13. Juni, der sein Todestag

werden sollte) für den Rest seines Lebens zum Einsiedler gemacht. In dem alten Wiener

Vorstadthause auf der Matzleinsdorferstrasse, das er vor fast fünfzig Jahren mit seiner
            
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