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Metadata: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 9 und 10)

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„schafwollene Tisch- und Bettdecken mit gedruckter Arabesken- und 
Blumenzeichnung, die wegen ihrer schönen und vielfarbigen Dessins 
besonderen Beifall fanden, und bei welchen sich allgemein das erfreuliche 
Urtheil aussprach, daß Österreich in diesem Fabrikationszweig auf sehr 
hoher Stufe stehe, und daß diese Erzeugnisse der k. k. Fabrik vollendet 
genannt zu werden verdienen". 
In dem Berichte heißt es übrigens (Seite 39 und 40), daß die Fabrik 
Teppiche in allen Größen „nach eigenen oder angegebenen Dessins" aus- 
führe. 
Daß wir aber schon ganz in die naturalistische Zeit hineingelangt sind, 
zeigt uns auch eine ungefähr diesen Jahren angehörige gedruckte „Preis- 
liste", bei der Bett-Teppiche mit Fransen folgende Darstellungen zeigen: 
„Arabesken (mit in blau, grün und rot variirtem Fond), Blumenkorb, Hirsche, 
Pferd, Blumen, Hahn und Henne, Hund, Fasan, 2 Jagdhunde einen Fasan 
aufspürend, Guten Morgen - Gute Nacht [siehe Abb. u], Tauben im Neste, 
Pudel als Briefbote, Hase, 2 Schafe, Schweizer Landschaft, Taube, Wild 
Aenten, 2 Papageien". 
Bei der Wiener Ausstellung des Jahres 1839i: wird unter den Arbeiten 
der Linzer Fabrik, die damals schon auf Teppiche und Schafwolldrucke 
beschränkt war, „ein IÖ Ellen langer und I2 Ellen breiter Medaillen-Teppich 
mit hohem Flor" hervorgehoben, „von welchem in der Ausstellung irn 
Jahre 1835 nur 3 einzelne Blätter vorlagen. Das Medaillon befand sich im 
grauen Grunde mit Blumen-Guirlanden, die äußere Füllung aber im dunkel- 
braunen Grunde mit reicher blauer Arabeske, an welcher sich eine in Gold- 
farbe gehaltene Bordur anschloß. Das Eigenthümliche und Bemerkenswerte 
dieses Teppiches war seine Vielfärbigkeit, welche, da bei den gewöhnlichen 
Teppichen nur 5 Farben zur Figurirung aufgeschweift werden, nur damit 
erreicht werden konnte, daß die Fäden des Flors mühsam abgebrochen, 
und neu angeknüpft wurden." Kleine Kanapeeteppiche mit Fransen besetzt 
zeigen den Lago maggiore, die Tell-Kapelle und eine Fasanerie. Die Druck- 
waren werden wieder sehr gelobt (auch wegen der Weiße des Stoffes). 
Die Tischdecken, worunter besonders eine mit Schweizer Landschaft 
gerühmt wird, „fanden bisher auf der Leipziger Messe einen guten 
Abgang, da sie wirklich die schönsten ausländischen Artikel dieser Art 
übertreffen". 
Der „Bericht über die dritte allgemeine österreichische Gewerbe-Aus- 
stellung in Wien 184 5")" gibt uns, obgleich die Arbeiten noch sehr anerkannt 
werden, kein anschauliches Bild. 
. Die. zuletzt erwähnten naturalistischen Arbeiten - neben denen auch 
die kaleidoskopartigen kennzeichnend sindiw" - werden uns heute ja gewiß 
4' „Bericht über die zweite allg. österr. Gewerbs-Producten-Ausstellung im Jahre 1:339". Wien (k. k. Haf- 
und Staats-Aerarial-Druckerei), 1840, Seite 278 und 330. 
w Wien (k. k. Hof- und Sraatsdruckerei) 1846, Seite 440 und 558. 
"f" Über das mechanische Gravier- und Zeichnungskaleidoskop Er]. Leitenbergers siehe Keeß und 
Blurnenbach, a. a. 0., Seite 25: und 253.
	        

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