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Full text: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 9)

 
 
E. Lachenal, Vasen, Gräs 
 
bietet. Weitaus bedeutsamer aber war für Lachenals Entwicklung die 
Entdeckung einer wundervollen, in seidiger Weichheit zart schimmernden, 
bei der Berührung unbeschreiblich wohlig wirkenden Glasur, die mit ihren 
discreten hellgrünen und bräunlichen Tönen wie keine andere sich dazu 
eignet, als Neutralfarbe für figürliche Plastik zu dienen. 
Als Lachenal nach dem frühzeitigen Tode seiner Gattin Malakoff ver- 
liess, war er einer der bedeutendsten Fayenciers von Paris. 
Er liess sich nunmehr in Chatillon-sous-Bagneux, eine Stunde von 
Paris, nieder. Dort lebt er inmitten eines idyllischen Gartens, in dem 
japanische thönerne Störche 
aus dem wild wuchernden 
Buschwerk hervorlugen, in 
einem alten, winkeligen Häus- 
chen in spartanischer An- 
spruchslosigkeit das Leben 
eines Weltfremdlings. Nur ab 
und zu taucht er einmal in 
den Künstlerkreisen der Haupt- 
stadt auf, oder es lässt ihm die 
alte Lust zum Komödienspiel 
keine Ruhe, und dann mimt 
er ein paar Tage lang dem 
Pariser Vororte-Publicum auf 
den kleinen Bühnen nächst 
den Befestigungen irgend eine 
grosse tragische Rolle vor. Im 
übrigen aber gehört sein Leben 
E. Lachenal, Blumentopf, Fayence der Arbeit,   freilich 

	        
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