MAK

Full text: Monatszeitschrift IV (1901/ Heft 10)

Künstlers; in seinem Badezimmer hat er für die Knöpfe allerlei Nixen- 
köpfe, Faune und ähnliche Meerbewohner modellirt. Er hat auch einen 
besonderen Sinn für Absonderlichkeiten der Körper; unter seiner Klein- 
plastik findet man manche wissentlich ge- 
wagte, ja verzerrte Körperstellung. - In 
der Schmuckbehandlung ist Habich der Mann 
der Linie. Einfache Cravattenringe, Ringe, 
Nadeln gelingen ihm am besten, wenn er sich 
in der Fassung bemüht, durch eine schöne, 
materialgerechte Linie, dem Steine Geltung zu 
schaffen. Eine edle Einfachheit, künstlerische 
Strenge sind die Eigenschaften, die stark für 
Habichs Zukunft sprechen. 
Der Christiansedsche Schmuck wirkt na- 
türlich vor allem durch Farbe. Sein Lieblings- 
material ist, dem Wesen des Mannes entspre- 
chend, das Email. Auch bei diesen Leistungen 
erkennt man, dass Christiansen ein Talent ist, 
aber keine feste Persönlichkeit. In der Colonie 
auf sich allein angewiesen, in tausend Thätig- 
keiten gehetzt, tastet er, leistet Gutes, verfehlt 
V _ aber oft das Mass, da ihm der unbedingte, 
22323122222;ä:.t;e:ar1;::..;:  Geschmack fehlt- 
entworfen von Hibith Dem Bildhauer Bosselt, von dem man in 
der Colonie ausgezeichnete Medaillen, Bronze- 
geräthe und vielerlei mannigfaltigen Schmuck sah, kommt es mehr als 
allen anderen Schmuckkünstlern der Zeit auf das Metall an. Er empfindet 
im Metall. Deshalb sind seine Bronzeschalen, seine Plaquetten so 
gut. Dabei hat er ein deutsches, sinnendes Gemüth, das poetisch-reflexive 
Moment schlägt gerne durch (Plaquette: Märchen). Als Schmuckkünstler 
spielt er gerne in geistreicher Weise mit seinen Materialen, unterlegt 
Filigranschnallen mit farbigem Leder, montirt Goldlarven mit Rubinaugen. 
Die Verwendung der Perlmutterschale ist ihm mit allen modernen fran- 
zösischen Künstlern gemeinsam. Besondere Leistungen weist er in Email ä 
jour auf, jener noch neuen Technik, bei der Goldplatten dem beabsichtigten 
Detail nach ausgesägt werden, und dann die Emailmasse darüber gegossen 
wird, so dass eine unebene, aber dessinirte Fläche entsteht, die nun nur 
abgeschliffen werden muss. 
Von Peter Bürck kann ich nur den Eindruck wiedergeben, dass seine 
Wandgemälde lediglich nach decorativer Flächenwirkung streben, die 
auch manchmal sich einstellt; allzu oft aber scheinen diese Malereien roh, 
stillos. Die beiden Interieurs, die Bürck mit Huber zusammen entworfen hat, 
sind kräftig, fast knorrig, herb, bäuerisch, aber sympathisch. Bürck ist ein 
junger Mann, am Ausgangspunkte freien künstlerischen Schaffens kaum 
angelangt. Sein Talent bedarf noch mancher Entwicklung.
	        
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