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MAK

Full text : Monatszeitschrift V (1902 / Heft 1)

des XIV. Jahrhunderts,

 welche

H. Hoffmann in den

„FundgrubenfürGeschichte

 deutscher

Sprache und Litteratur"

 herausgegeben

 hat, begegnen

wir bereits der primula

 veris als Himmelsschlüsselchen.



Heinrich von Meissen,

 der Meistersänger

 des XIII. Jahrhunderts,

 der sich

in der Frage, ob

„Weib" oder„Frau"

der würdigste Name

 für die Frauen

sei, gegen Walter

für „Frau" entschied

und daher „Frauenlob"

 genannt ward,

nimmt Schlüssel

schon als Kunstausdruck

 für die Musik

in Anspruch und

spricht von neun-

  Schlüsseln:  F. Hauptmann, Schnalle, ausgeführt von A. D. Hauptmann 8: Co.

„sich beginnen in

den sechs Stimmen". Die Schlüsseliiedel, ein Streichinstrument, dessen

Saiten durch eine Art Claviatur verkürzt werden, begegnet uns bereits unter

den Instrumenten des XV.]ahrhunderts. Bekannt ist die Schlüsselgewalt der

Kirche, welche kraft derselben die Absolution nach der Beichte gewähren oder

vorenthalten kann, sowie das Schlüsselrecht, die Befugnis der Ehefrau zur

Vertretung des Mannes in allen die Führung des Haushaltes betreffenden

Rechtsgeschäften; Sie war die Aufseherin und nächste Vorgesetzte des

Gesindes, sie durfte es wagen, über Leib und Leben der unfreien Diener zu

schalten, und als später auch Freie sich verdangen, mit ihnen Verträge zu

schliessen. Ihr Zeichen waren die Schlüssel, die sie, ausser der Tasche, mit

Spindel und Scheere, wohl auch wie die Männer und unter ihnen selbst die

Geistlichen während der heiligen Handlungen, mit Messer und Dolch am

Gürtel trugen; und nach seeländischem Rechte galt die Frau für siech, wenn

sie nicht mehr mit den Schlüsseln gehen und ihr Gesinde besorgen konnte.
            
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