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MAK

Full text : Monatszeitschrift V (1902 / Heft 1)

XaniroiT, "Der Wind", Terra-Cotta

 von F. Goldscheider,

Ständer, entworfen von Prof.

R. Hammel, ausgeführt von

Jos. Veillich

Stücken weiblich, oft kleeblattförmig, der Bart einfach

oder kreuzförmig eingeschnitten, am Reife kammartig.

Das XVI. Jahrhundert erreicht die höchste technische

Vollendung, an die Stelle der eingesprengten und eingelötheten

 Ornamentik des Griffes tritt der edelste

Eisenschnitt, auch gepunzte und gravirte Behandlung.

Der Griff erhält ganz neue, der veränderten Stilweise

gemässe Formen in unerschöpflicher Fülle, und mit

wunderbar sicherem Empfinden verstehen die Künstler

sich alle Eigenthümlichkeiten des Materials nutzbar

zu machen. Bald sind es Motive der antiken Architektur,

 Capitäle, vornehmlich jonische, bald phantastische

Arabesken, bald Einzelfiguren oder verschlungene

Gestalten, Thierbilder, mit Vorliebe Delphine, Pferdeköpfe,

 dann Mascarons, Band- und Laubornamente,

Blüten aller Art, welche den Griff aufs Reichste zieren.

Das Gesenke erhält meistens architektonische Gliederung

 oder kugelförmige oder ringförmige Profilirung,

auch architektonischen Aufbau in Durchbrucharbeit,

das Rohr wird cannelirt, der Bart symmetrisch eingeschnitten,

 meist sternförmig oder mit Kreuzeinschnitt.



Das XVII. Jahrhundert zeigt neben treuem zähem

Festhalten an den künstlerischen und technischen

Überlieferungen des Vorausgegangenen doch vielfach

schon Verfallserscheinungen, nicht immer ist mehr

das liebevolle Versenken in die Arbeit zu bemerken,

wie ehedem. Schnitt und Gravirung sind noch durchwegs

 im Schwange, die Ornamentik wird gesuchter

und schwerer, es ist nicht mehr ein lebendiges Zuströmen

 immer neuer natürlicher Gedanken, aber

trotz alledem noch eine Epoche, welche Meisterwerke

allerersten Ranges aufweist. Noch immer steht der

deutsche Schlüssel obenan, er ist bis dahin auch in

fremde Länder gedrungen, die ihm nichts Ebenbürtiges

 an die Seite stellen konnten. Nun aber, gegen

Ende des XVII. Jahrhunderts, wird mit dem bis

dahin üblichen Schlosse, das seine technischen und

künstlerischen Grundlagen in den Meisterwerken des

XV. Jahrhunderts hat, auch der Schlüssel wesentlich

verändert. Die Errungenschaft im Ausgange des

XV. Jahrhunderts bestand in der Umwendung des

Unterlagsbleches, welches den Mechanismus verbarg,

und in der Aufdeckung des ganzen, so complicirten

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