Schlüssel aus vergoldetem
Silber. xvn. Jahrh. (Samm-
lungdesk.RathesTh.Theyer)
Pippich, Bernt schliessen sich an.
Im Pastell-Porträt sind Fröschl,
Dr. Bunzl, Trentin zu nennen, im
Genre vor allem Fräulein Hilda
Kotanyi mit ihrem grossen Bilde:
„Publicum heim Schwurgericht",
nicht weniger als elf lebensgrosse
Köpfe von gespanntem Ausdruck
und weicher luftiger Behandlung.
Unter den fremden Gästen ist zu-
nächst die königlich belgische Ge-
sellschaft der Aquarellisten zu nen-
nen, die einen ganzen Saal liillt und
interessante Meister aufzuweisen
hat. Der Originellste ist Alfred De-
launois (Löwen), der die gespen-
stige Öde und trostlose Perspecti-
vität der langen weissen Corridore
förmlich phantastisch macht. In
einem dieser Corridore hängt an
einem Nagel ein schwarzer Mantel;
das wirkt unheimlich wie eine
Scene Goyas. Dieses Bild: „Le
manteau" ist auch schon vielfach
reproducirt worden. Sehr fein sind
Charlets sammtig hingewischtes
„Brügge im Schnee", Stacquets
rembrandisirende Interieurs, Raoul
Franks prickelnde blaue Marine,
Cassiers zierlich alterthümelnde
Provinzbildchen. Jacob Smits da-
gegen treibt in Porträts und heili-
gen Gruppen den breiten Coloris-
mus der alten Meister, der ihm
Schlüssel, deutsch, XVII. jahrh.
(Sammlung Dillinger, k. k. Tech-
nologisches Gewerbe-Museum)
freilich nicht zur zweiten Natur werden will. In langen Serien sieht man ferner die Graphik,
meist farbige, einiger Meister des Auslandes.
Die farbigen Radirungen von Boutet de
Schlüsselschild, XVJahrhunden (Samm-
lung des kais. RatheS Th. Theyer)
Monvel sind die interessantesten; köstlich zum Bei-
spiel die langen schmalen Bildstreifen: „Canal de
Loing" und „Der Kunde", in denen mit spärlichsten
Mitteln originelle Licht- und Farbenwirkungen er-
reicht sind. Auch E. Voruz ist höchst wirksam mit
seinen farbigen Radirungen von einzelnen Laub-
zweigen, die in Naturgrösse vor eine helle Luft
mit nebelhafter Stadtsilhouette hingesetzt sind.
Maurin, Jeanniot, Bejot, die Worpsweder u. a.
haben treffliche Blätter. Schliesslich sind die grossen
Applicationsstickereien von Fritz Rentzsch (Leipzig)
zu rühmen, ganze Panele, darunter sogar ein
„weiblicher Act in Mimosen", die ungewöhnlich
decorativ wirken.