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Full text: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 3)

Grosvenor Thomas, Abend 
Malerei, welche so lange die englische Schule beherrschte, vielleicht ein 
wenig zu weit gegangen. Basirt auf gesundes, technisches Wissen, welches 
wohl in der Lage ist, seine eigene Ausdrucksweise zu wählen, erzwingt sich 
die durch die talentirten Glasgow-jungen verbreitete Lehre die Bewunderung 
und Achtung Aller, die der wahren Kunst Interesse entgegenbringen. In 
allen Himmelsrichtungen hat sich ihr Einfluss fühlbar gemacht und macht 
sich noch fühlbar. Ihnen ist es zu grossem Theile zu danken, dass der Tag 
vorbei ist, wo der Erfolg eines Porträts leicht durch Schaustellung süsslicher 
Sentimentalität zu erzielen war. Heutzutage wächst das Ansehen des Künstlers 
mit der Kraft, der Einfachheit, der Breite der Behandlung des Porträts. 
Inhaltsschwere findet keine Duldung mehr; Composition und Zeichnung, 
gepaart mit klarer, entschiedener Darstellung der Persönlichkeit, bilden den 
Schwerpunkt eines erfolgreichen Porträts. Die Glasgow-Maler haben ihr 
Bestes gethan, um dem Publicum die Augen zu öffnen, indem sie sich direct 
sowohl an seinen Mutterwitz wendeten, als auch an jene seltenere Würdigung 
von Fähigkeiten, welche _ weit über den Durchschnitt erhoben -- das Recht 
haben zu mahnen und zu leiten. 
In dem beschränkten Raume, der hier zur Verfügung steht, war es 
unmöglich, sich eingehend mit den Leistungen jedes einzelnen Künstlers zu
	        
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