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Full text: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 3)

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In ganz merk- 
würdigem Contra- 
ste nicht nurzu der 
fast klösterlichen 
Einfachheit des 
Missionsstiles im 
Möbelfache, son- 
dern auch zu der 
ganzen Tendenz 
des Nutzstiles im 
Möbelstil stehen 
die Tapeten, und 
dies trat auf der 
Ausstellung umso 
greller hervor, als 
die Herren Birge 
und Söhne, welche 
wohl die grossar- 
tigste Tapeten- 
fabrik der Staaten 
besitzen, ihre Aus- 
stellung und auch 
Fabricationsräume 
Ausstellung in Buffalo, Bücherschrank, von ,.The United crafts",  Missionsgebäu- 
Eastwood, New-York 
 
de eingerichtet hat- 
ten, das sie gemein- 
sam mit den Gebrüdern Lamb errichteten, die ihre Glasmalereien und 
Kircheneinrichtungen zu einer Kapelle des Gebäudes vereinigt hatten. 
Der Gedanke der gemeinsamen Ausstellung war, wie in der Zeit der 
Missionäre, Kapelle und Arbeitsräume unter ein Dach zu bringen, auch 
Agriculturgeräthe - sehr moderner Machenschaft! - fanden nach dama- 
ligem Brauche im Garten Aufstellung. Die Tapetenmuster, welche von 
den Birge hergestellt wurden, waren überreich, zum Theile im Rococostil 
gehalten, zum Theile eine fast realistische Wiedergabe von Blumen- 
feldern, Malven, Mohnblumen u. s. w. darstellend, welche an japanische 
und secessionistische Motive anklangen, aber viel überfüllter waren. 
Dann wieder sah man mit Rosen oder Flieder bewachsene Gitter und 
als Neuestes wurde eine Tapete dort hergestellt, die eine vollständige 
Imitation einer eben auf die Leinwand geworfenen Landschaft repräsentixte. 
Die groben Leinwandfäden waren imitirt. Zum Theile war die Leinwand 
leer, dann kam der hineingepinselte blaue Himmel, in den eine Wald- 
landschaft hineinragte. Eine Rolle zeigte höhere Bäume, die andere 
niederes Buschwerk und nach Belieben sollen mehrere Bahnen der einen 
oder anderen nebeneinander verwendet werden, um Abwechslung zu bringen,
	        

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