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MAK

Full text : Monatszeitschrift V (1902 / Heft 3)

John Lavery, Pere e! fllle (Luxembourg Gallery)

ihre Mischungstöne bilden

 die Basis der Farbenconstruction

 seiner

Bilder. In einigen seiner

neueren Werke hat er

hie und da einen Flecken

entschiedener Farbe

eingeführt, um Eintönigkeit

 zu vermeiden. S0

sind in seinem Porträt

„La Dame aux Perles"

die schmutzigen Töne

gewissermassen durch

die in den Blumen wiederholten

 rosafarbigen

Flecke des Kleides und

durch die stark rothen

Lippen erhöht. In dem

Modelliren des Mundes

ist Lavery häufig sorglos,

 wodurch er manchmal

 den individuellen

Ausdruck verfehlt. In

diesem speciellen Porträt

 ist der Umriss der

Figur ganz famos. Die

lichten Töne heben sich

trefflich gegen den matten,

 dunklen Hintergrund

 ab. Obgleich es

paradox klingen mag,

hat doch die ganze Erscheinung

 eine ganz

eigene steife Anmuth,

und dies ist sehr charakteristisch

 für die Persönlichkeit. -- Heutzutage, wo es die Tendenz vieler

geschickter Porträtmaler ist. die Persönlichkeit zu sehr hervorzuheben und

dadurch eine übertriebene Wirkung hervorzurufen, ist die von den Malern

der Glasgow-Schule gezeigte Qualität des Zurückhaltens umso wertvoller.

Wenn man das eine oder das andere ihrer Porträts ansieht und seine technischen

 Vorzüge beleuchtet, denkt man nicht: O, er hat sein Bestes gethan,

um auf Kosten des Sitzers zu glänzen. Die Glasgow-Jungen sind zweifellos

vor allen Dingen von den spanischen und vlämischen Meistern beeinflusst,

und dieser Einfluss ward von ihnen in moderne, gedrängte Sprache übersetzt.
            
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