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MAK

Full text : Monatszeitschrift V (1902 / Heft 4)

Sigmund Järay. Wohnzimmer (Ausstellung in London)

Kunst entnehmen sah, ihren verschiedentlichen wilden Trieben, die im mitteleuropäischen

 Kunsthandwerk noch vielfach als alleinseligmachendes Nonplusultra

 tiefsinniger Kunstschönheit paradieremmit unverhohlenem Entsetzen

gegenüber. Dieses Entsetzen gegenüber den Exzentrizitäten unserer Übermoderne

 ist in einem glücklicherweise hypothetischen Urteil in markanter

Weise zum Ausdrucke gekommen, das eine Londoner Kunstzeitschrift, bei

der ersten Nachricht von der bevorstehenden österreichischen Kunstgewerbeausstellung

 in London im voraus über sie fällte: „Wenn die

Darbietungen dieser Ausstellung dem entsprächen", hiess es dort, „was man

auf dem Kontinent vielfach als „modern" ausgehe, und was in dieser Richtung

 in manchen französischen, deutschen und österreichischen Objekten

der Pariser Weltausstellung zu sehen gewesen sei, dann verspräche die

österreichische kunstgewerbliche Ausstellung „a real chambre of horrors",

eine wahre Schreckenskammer zu werden . . . ."

Bei der Inszenierung der Ausstellung wurde, da die Ausstellung weniger

den Absatz einzelner Objekte, als eine günstige Einführung des österreichischen

 Kunstgewerbes im allgemeinen beabsichtigt, grosser Wert auf den

Rahmen gelegt, in dem sich die ganze Veranstaltung dem Publikum darbieten
            
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