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Full text: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 4)

 
Franz Haider. Bozen, Holzschnitzerei 
Stile, teils in exakter Wiedergabe, teils in freier modemisierender Anleh- 
nung, den Besuchern vor Augen führen. Durch diesen Anschluss an Stiltypen, 
die in England wenig bekannt sind, wird vor allem an das notorisch starke 
kunstgeschichtliche Interesse des Engländers appelliert, wird weiters die 
Vorführung einer relativen Neuheit unter Verhinderung einer gefährlichen 
Abirrung in das Gebiet des Gesucht-Neuartigen ermöglicht, und schliesslich 
die von vornherein fruchtlose Konkurrenz mit Frankreich auf dem Gebiete 
der Louis-Stile und mit England selbst auf dem Gebiete der anglisierenden 
Moderne vermieden. 
Ausser auf die Stilwahl ward besonderes Augenmerk auf die Verwertung 
schöner heimischer Holzarten, denen man in England Interesse entgegen- 
bringen dürfte, und schliesslich auf die Exaktheit der technischen Ausführung 
gelegt. 
Ähnliche Principien, wie sie hinsichtlich der Ausgestaltung der Interieurs 
massgebend waren, nahmen sich auch die Aussteller der übrigen Zweige des 
Kunstgewerbes zur Richtschnur: massvolle Zurückhaltung gegenüber allen 
Extravaganzen in Form, Farbe und Dekor, Güte des Materials und 
tadellose Ausführung. 
Ist es in London die glänzende Leistungsfähigkeit des dortigen Kunst- 
handwerkes, die von den österreichischen Ausstellern die Anspannung aller 
Kräfte erheischt, so ist es in Turin der scharfe Wettkampf mit allen kunst-
	        

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