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MAK

Full text : Monatszeitschrift V (1902 / Heft 4)

172

sogarwiederSchatten

undModellierungversucht.

 Wenn das

auch nicht gerade



Textilausstellung in Leipzig, Fries eines Wandschirmes von Rudolf Roehga, d A H-„Vereinigte

 Werkstätten m: Kunst im Handwerk", München m0 erne u assung

ist, es ginge - aber

so roh geht es eben

nicht.

Der Geist Brinckmanns,

 der ursprünglich

 über diesem Unternehmen

 schwebte,

scheint sich eben von

ihm gewandt zu

haben; wenigstens

tauchen die Damen

des Hauses Brinckmann

 nun teilweise

als Berlinerinnen auf.

Ich weiss nicht, ob

Berlin bereits zu würdigen

 versteht, was



Textilausstellung in Leipzig. Bluseneinsatz, ausgeführt von es damit gewonnen

Marie Brinckrnann, Berlin, nach Entwurf von Fräulein Licht, hat; Sicher ist, dass

graugelbe Gaze mit graublauer und grüner Seide hier das ehrlichste

Streben und, künstlerisch

 wenigstens, zumeist glänzende Erfolge vorliegen. Wir bringen als Beispiel

 einen Gobelinbehang: bunte Feldblumen in gelblichem Braun des

Getreides, oben ein schmaler, blauer Streif Himmel, eine ursprüngliche und

erfreuliche Leistung. Von Fräulein Marie Brinckmann wären mehrere Stickereien

 nach Entwürfen eines Fräulein Licht mit fein empfundener Farbfleckenverteilung

 hervorzuheben, dann einige Arbeiten, Gobelin und

Stickerei, nach älteren Vorbildern oder eigenen Entwürfen, darunter ein

kleines Deckchen mit einem wahren Feuerwerke von Farben.

Noch eine andere Dame, Frau Margarete v. Brauchitsch, dem

Freunde der Stickkunst bereits seit einigen Jahren bekannt, hat einige ganz

hervorragende Arbeiten beigestellt. Zahlreiche Stücke sind aus Rohleinen

mit nur ein bis zwei Farben hergestellt, andere zeichnen sich aber auch

durch ausserordentlich feine Farbstimmungen aus; manches ist einfach,

manches launig und vielgestaltig. Ein Behang insbesondere zeigt reich

ineinanderfliessende Formen und Farben, wie das Leben auf dem Meeresgrunde

 - alles hat aber etwas Gutes und alles ist geschmackvoll.

Auch ist bei ihr von den, an sich gewiss sehr anerkennenswerten Stickereien

 Obrists in München, die ja zu den ersten Äusserungen modernen Kunst-
            
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