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MAK

Full text : Monatszeitschrift V (1902 / Heft 5)

au:

HANS SCHWATHE Sie VON JOS. FOLNESICS-WIEN

 Sie

INEM jungen Künstler gerecht zu werden, der

eben erst anfängt, sich einen Namen zu machen,













 w, gehört nicht zu den leichtesten Aufgaben der

fsflßßä Kunstkritik. Besitzt derselbe bestechende Eigens

 .1:



art, so läuft der Kritiker Gefahr, sich im Anblicke

des bereits Geschaffenen über die Grenze der

Tatsachen hinaus für Kommendes zu begeistern.

Das Urteil wird leicht zum prophetischen Panegyrikus,

 unter dessen glühendem Hauch schon

manches keimende Talent versengt wurde. Ist

dagegen der junge Künstler ein f leissiger Arbeiter,

dessen Können nichts Erstaunliches aufweist, ein strebsamer Sucher, der

seine Fühler bald nach dieser Richtung ausstreckt, bald nach jener, und

dabei, wenn ihm auch nichts Erstaunliches gelingt, doch oft einen glücklichen

 Griff thut, dann steht der Kritiker vor der entgegengesetzten Gefahr,

durch Interesselosigkeit und Mangel an Teilnahme auf gesunde Kräfte

lähmend einzuwirken. Denn kein Schaffender ist in seinem Innersten so

abhängig von dem Echo, das seine Schöpfungen bei seinen Zeitgenossen

erwecken, als der Künstler. So ist es denn vor

allem bei jungen Künstlern nötig, dass weder eine

im Kommenden schwelgende Phantasie, noch eine

durch das Dunkel einer ungewissen Zukunft getrübte

Stimmung auf das Urteil Einfluss nehme. Warnend

sehen wir immer von neuem die Tatsache sich

wiederholen, dass vielversprechende Anfänge oft

wie Schaum zerrinnen, und die glänzendsten Prophezeiungen

 ihren Verkünder Lügen strafen, wogegen

 tastendes Umherirren, langsames, aber rastloses

 Vorwärtsstreben sich oft zur Überraschung

aller Beobachter plötzlich zu sicherem, festem

Wollen und erfolgreichem Können verdichtet.

Liebevolles Eingehen auf charakteristische Einzelarbeiten,

 aus welchen die Umrisse einer Künstler-Individualität

 sich zwanglos und wie von selbst

ergeben, ist daher die einzige Gewähr für ein gerechtes

 Urteil.

Hans Schwathe wurde im Jahre 1870 in dem

Dörfchen Strachwitzthal in Österreichisch-Schlesien

als Sohn armer Landleute geboren. Das Alltagsleben

 in bäuerlicher Umgebung brachte den Knaben

zunächst mit Kunstwerken in keinerlei Berührung. 1-1511; Schwalbe, SgClu-isyin;

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