Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatszeitschrift V (1902 / Heft 6 und 7)

de Clerc. Meister B, der Schöpfer der b  

übrigen Bilder der „Teseide", ist, was

ja schon Chmelarz in gewissem

Sinne andeutete, ]ean Foucquet.

Die letztere Zuweisung erscheint - i"

Durrieu möglich, weil er wie die Ent- i,

stehung der Rehe-Handschrift so auch 

offenbar die der „Teseide" noch in die 

Mitte des XV. Jahrhunderts rückt und ._

daher annehmen kann, dass Foucquet Q 4

die Bilder zu Beginn seiner Künstlerlaufbahn,

 das heisst zu einer Zeit

gemalt habe, da er die vollendete

Meisterschaft, mit der er in anderen b;

Werken, so insbesondere in den {'

„Livres d'heures" glänzt, noch nicht 1'

erreicht hatte.

Den Bemerkungen über die

hier reproduzierten drei Blätter der

„Teseide" hat noch ein allgemeiner,

sich auf die Vergleichung mit den

Rene-Bildern beziehender I-Iinweis "

voranzugehen. Der Meister, der den

Roman des Königs illustrierte, schloss

sich aufs engste dem Texte des Werkes 

des hohen I-Ierrn an. Maler A und B

schalten mit Boccaccios Erzählung

vielfach so frei, dass man annehmen

muss, sie hätten den Text nur oberflächlich

 gekannt oder diesen absicht- '_

lich nach ihrem Ermessen bei der 

Illustration variiert. Auch sind in der r.

Erzählung getrennte Szenen auf 

den Bildern zusammengezogen. Die

Schlussfolgerung, dass der König die

genaue Illustration seines eigenen

Werkes sorglich überwachte, die bild-Holländische

 Bibel (cod. 2771)

liche Interpretation der Erzählung Boccaccios aber dem selbständigen

Ermessen der Künstler überliess, ist naheliegend.

Dieses konnte natürlich am freiesten bei dem Dedikationsbilde walten.

Die Überreichung des Buches erfolgt im Schlafzimmer der Dame, die, wie

aus den Worten der französischen, dem Texte der Übersetzungvorangehenden

Dedikation hervorgeht, dem Herzen des Gebers - nach Durrieu war es, wie

wir bereits erwähnten, Louis de Beauvau H nahestand. Die Wahl des Ortes
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.